Angeborene Hörstörungen

Alternative Bezeichnung:

konnatale Hörstörungen

  • Kurzdefinition
  • Diagnostik
  • Behandlung
  • Studien
  • Kontakt
  • Kliniken
  • Kurzdefinition

    Angeborene Hörstörungen sind von Geburt an vorhandene Defizite des Hörvermögens. In Deutschland werden 1–2 von 1.000 Neugeborenen mit einer beidseitigen Hörstörung geboren.

    Die Ursachen für angeborene Hörstörungen sind vielfältig. Sie können ererbt (genetisch bedingt) oder auch im Mutterleib oder bei Geburt erworben werden. Auslöser für vorgeburtlich erworbene Hörstörungen können beispielsweise eine Infektion der Mutter mit dem Cytomegalievirus (CMV) oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten während der Schwangerschaft sein. Hörstörungen können in Kombination mit verschiedenen Veränderungen, sogenannten Syndromen, auftreten oder auch Folge einer isolierten Fehlbildung am Hörorgan sein.

  • Diagnostik

    Hörstörungen möglichst frühzeitig zu behandeln, ist von großer Bedeutung für den Spracherwerb des Kindes. Mit dem Neugeborenen-Hörscreening können 98% der angeborenen Hörstörungen erkannt werden. Das Neugeborenen-Hörscreening bietet zwei verschiedene Messverfahren, um das Hörvermögen eines Neugeborenen zu überprüfen.

    Bei der Messung der transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen (TEOAE) wird dem Ohr über eine Einsteck-Sonde im Gehörgang ein Ton angeboten. Bei einem gesunden Ohr werden als Reaktion darauf minimale, aber messbare Geräusche in der Hörschnecke erzeugt. Sind diese nachweisbar, ist eine gravierende Hörstörung im Ohr ausgeschlossen.

    Bei der automatisierten Hirnstammaudiometrie (AABR) wird dem kindlichen Ohr ebenfalls ein Sondenton angeboten. Sind Mittelohr, Hörschnecke und Hörnerv intakt, kann die Weiterleitung des Signals zum Gehirn mit Hilfe von Elektroden auf der Kopfhaut gemessen werden. Beide Untersuchungen sind ohne Risiko für das Kind und schnell durchführbar.

    Zeigen die Untersuchungsergebnisse des Neugeborenen-Hörscreenings Auffälligkeiten, erfolgt die weiterführende Diagnostik mittels der erweiterten Hirnstammaudiometrie (BERA). Eine genetische Untersuchung und bildgebende Verfahren (MRT) können bei Bedarf weitere Erkenntnisse liefern.

  • Behandlung

    Die Behandlung einer dauerhaften Hörstörung ist individuell zu entscheiden und abhängig von Ausprägung und Ursache. Ein Paukenerguss als häufige Ursache einer Hörminderung im Kleinkindalter sollte vorher ausgeschlossen bzw. behandelt werden.

    Meist erfolgt die Anpassung von Hörgeräten, welche ein annähernd normales Hörvermögen mit einer zeitgerechten Sprachentwicklung ermöglichen. Hier sollte die regelmäßige Nachsorge mit logopädischer Beurteilung der Sprache erfolgen. Hörstörungen, die durch Hörgeräte nicht ausreichend zu versorgen sind, können operativ durch ein Cochlear Implantat (CI) versorgt werden.

  • Studien

    In der Klinik für Hör-, Stimm- und Sprachheilkunde laufen Studien , die den Einfluss von Risikofaktoren (Antibiotikagabe bei Neugeborenen, Infekt mit dem Cytomegalievirus während der Schwangerschaft, erhöhtes Bilirubin nach der Geburt) auf das Hörvermögen der Neugeborenen erfassen.

  • Kontakt

    Für eine Terminvereinbarung nehmen Sie bitte telefonischen Kontakt zur Klinik für Hör-, Stimm- und Sprachheilkunde auf unter +49 (0)40 7410 – 52365.

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