Das Thema Coronavirus und die damit verbundene Erkrankung COVID-19 wirft auch Fragestellungen für die epidemiologische Forschung im Bereich der Beschäftigten im Gesundheitswesen auf. Es gibt bereits Hinweise, dass z.B. Mitarbeiter/-innen der stationären und ambulanten Pflege ein deutliches Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 haben. Zur Verifizierung dieser Annahmen führt das CVcare zusammen mit Kooperationspartnern die auf dieser Seite dargestellten Projekte durch.

 

Umfrage zur COVID-19-Schutzimpfung

Die Impfquote und die Impfbereitschaft bei Beschäftigten in der Gesundheits- und Wohlfahrtspflege sind hoch!

Das ist die Kernaussage der Auswertung einer Online-Befragung von 3401 Beschäftigten im Gesundheitswesen.

Vielen Beschäftigten im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege wurde bereits ein Impfangebot für die in der EU zugelassenen COVID-19-Schutzimpfungen gemacht. Wieviele aber nehmen dieses Angebot tatsächlich wahr? Frühere Untersuchungen zeigten, dass vor allem Pflegekräfte den neuen Corona-Impfstoffen noch zögerlich oder ablehnend gegenüberstanden. Um die Sorgen, Gründe und Informationsbedürfnisse der Beschäftigten besser zu verstehen, führte Frau Dr. Agnessa Kozak für das CVcare eine Umfrage zum Impfstatus und zur Impfbereitschaft bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege durch.

Von den Teilnehmer*innen gaben 62 % an, dass sie bereits mindestens einmal geimpft worden seien. Weitere 22 % wollten sich möglichst bald impfen lassen, 7 % sind unentschlossen oder warten ab und 9 % lehnen die Impfung gänzlich ab. Es wurden vor allem mRNA-basierte Impfstoffe (55 %) bevorzugt, vektorbasierte hingegen kaum (2 %). Von den Befragten war 23 % die Impfstoffwahl egal. Über alle Berufsgruppen und Tätigkeitsbereiche hinweg gab es eine insgesamt hohe Impfquote und große Bereitschaft für eine COVID-19-Schutzimpfung (>80 %). Gründe für eine Impfung waren vor allem der Schutz von Patient*Innen, Klient*Innen, Familienangehörigen und der eigenen Person sowie der Ausblick auf generelle Maßnahmenlockerungen. Unsicherheit im Hinblick auf die langfristigen Folgen sowie Bedenken über die Sicherheit, Wirksamkeit und Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe waren die häufigsten Ablehnungsgründe.

Die Umfrage wurde durch das Competenzzentrum Epidemiologie und Versorgungsforschung bei Pflegeberufen ( CVcare ) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in Kooperation mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ( BGW ) durchgeführt.

Eine Vorabpublikation der Studienergebnisse finden Sie zum Download hier: COVID-19-Impfung: Impfstatus und Impfbereitschaft bei Beschäftigten in der Gesundheits- und Wohlfahrtspflege in Deutschland

Covid-19: Schutzausrüstung und Hautbeschwerden

Beschäftigte im Gesundheitsdienst während der Covid-19-Pandemie: Prävalenz von Hautirritationen durch das Verwenden von Schutzausrüstung

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ( BGW ) führt in Kooperation mit dem CVcare am Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP) UKE, eine Studie zur Prävalenz von Hautirritationen durch das Verwenden von Schutzausrüstung durch. Die Studie verfolgt den Ansatz einer gemischten Methodenanwendung. Als wissenschaftlicher Überbau dient eine Experten-Fokusgruppe. Im Anschluss wird eine Online-Befragung bei Pflegekräften durchgeführt. Als weitere Datenquelle werden Routinedaten BGW zu angezeigten Meldungen von beruflich bedingten Hauterkrankungen, in Verbindung mit dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz (medizinische und FFP-Masken), ausgewertet. Dabei sollen Maßnahmen identifiziert werden, die helfen, die Entstehung solcher Hautirritationen zu vermeiden.

Ansprechpartnerin am UKE:

Dr. Claudia Westermann

Weitere Informationen finden Sie hier: Teilnehmerinformation

Datenschutz

COVID-19 bei Versicherten der BGW – Nachverfolgung der Erkrankungsverläufe (long-COVID)


Das CVcare führt in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) eine Studie zu den Folgen von COVID-19 durch. Das Ziel ist die Erfassung von Infektionsverläufen und möglichen Langzeitfolgen von Versicherten mit einer COVID-19-Infektion. Zudem soll die Nutzung und der Bedarf von Rehabilitationsmaßnahmen bei COVID-19-Erkrankungen untersucht werden. Mit einem Fragebogen werden Angaben zu Tätigkeit und Arbeitsbereich, zu Vorerkrankungen, Symptomen, zum Gesundheitszustand und fortwährenden Beschwerden und Einschränkungen, zu Arbeits- und Leistungsfähigkeit sowie zur psychischen Gesundheit erhoben. Die Studie verfolgt einen quantitativen Ansatz und ist als Längsschnitterhebung angelegt. Die erste Erhebung erfolgte Anfang 2021 und soll nach sechs und zwölf Monaten wiederholt werden.

Mit dieser Studie soll ein besseres Verständnis über die Erkrankung, deren Schwere und Dauer sowie ihrer Auswirkung auf die Lebensqualität nach einer überstandenen COVID-19-Infektion gewonnen werden. Die Ergebnisse können die bedarfsgerechte Anpassung von Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen unterstützen.

Näheres dazu können Sie der Teilnehmerinformation entnehmen.

 

Blutröhrchen

Serokonversion gegen SARS-CoV-2 bei Beschäftigten in ambulanten Pflegeeinrichtungen: Inzidenz, Klinik und Risikofaktoren

In Zusammenarbeit mit dem Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin (ZfAM) und der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) findet dieses Projekt als Teil der UKE-Studie „Klinische, virologische und immunologische Charakterisierung von Infektionen durch Coronavirenstatt.

Innerhalb von zwölf Monaten sollen insgesamt mindestens 500 Pflegkräfte aus der ambulanten Altenpflege vier Mal auf eine Serokonversion untersucht werden. Neben möglichen Symptomen einer Infektion mit SARS-2-CoV werden soziodemografische Daten, berufsspezifische Angaben zu Infektionsrisiken und zur Lebensqualität erhoben. Diese Erkenntnisse liefern wichtige Ansatzpunkte für Präventionsanforderungen in der ambulanten Pflege. Diese helfen die Versorgung der älteren Menschen im häuslichen Umfeld zu sichern und so die Krankenhäuser zu entlasten.

Weitere Informationen finden Sie hier:

COVID-19 Serologie in der ambulanten Pflege

Die Rekrutierung von Teilnehmern/innen ist für diese Studie bereits abgeschlossen.

 

Beteiligung des CVcare an weiteren Projekten zu COVID-19

 

  • Serologie am St.-Antonius-Hospital gGmbH - SAH
  • Serologie am St.-Antonius-Hospital gGmbH - SAH

    Das St.-Antonius-Hospital (SAH) in Eschweiler bietet seinen rund 1300 Mitarbeitenden aus dem Krankenhaus sowie der Altenpflege im Rahmen der Arbeitsmedizinischen Vorsorge eine Testung auf SARS-CoV-2-Antikörper an. Mit den Tests lässt sich im Blut der Untersuchten nachweisen, ob sich Antikörper gegen das Corona-Virus gebildet haben. Diese werden vom körpereigenen Immunsystem produziert. Die Tests werden nach drei, sechs und zwölf Monaten wiederholt.

    Die Dokumentation der Testergebnisse in Kombination mit den Ergebnissen der arbeitsmedizinischen Vorsorge wird im SAH durchgeführt. Die Daten werden in anonymisierter Form und auf elektronischem Wege dem Kompetenzzentrum für Epidemiologie und Versorgungsforschung bei Pflegeberufen (CVcare) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) für Auswertungen zur Verfügung gestellt.

    Weitere Informationen findenn Sie hier: Pressemeldung und Mitarbeiterinformation

  • Aktueller Ausbruch des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) und dessen weltweit rasante sowie dynamische Verbreitung mit stetig wachsender Anzahl an infizierten Personen. Ambulante Pflegekräfte sind durch ihre Tätigkeit stets im Außeneinsatz und im direkten Kontakt mit Patient*innen. Durchführung von 15 Telefoninterviews mit Beschäftigten in ambulanten Pflegeinrichtungen. Exploration des Belastungs- und Beanspruchungserlebens und des Gesundheitsverhaltens im Kontext der COVID-19 Pandemie von ambulanten Pflegekräften in kleineren und mittleren Betrieben (KMU). Ermittlung von Unterstützungsbedarfen der Beschäftigten für Maßnahmen auf personenbezogener Ebene als auch auf strukturell-organisatorischer Ebene.

    Ziel / Fragestellung & praktischer Nutzen

    Exploration arbeitsplatzbezogener psychischer Belastungen, Ressourcen und aktuelles Beanspruchungserleben von ambulant tätigen Pflegekräften, welche im Zusammenhang mit dem Ausbruch der COVID-19 Pandemie stehen. Erfassung von Arbeitsschutzmaßnahmen und dem Umgang mit dieser Infektionskrankheit durch Arbeitgeber*innen. Entwicklung konzeptioneller Ansätze für einen zielgruppenorientierten und bedarfsgerechten Arbeits- und Gesundheitsschutz für Beschäftigte in der ambulanten Pflege.

  • Information
    CORONA-VIRUS

    Das UKE hat für Sie allgemeine Hin­weise zum neu­artigen Corona-­Virus, Hygiene­empfeh­lungen sowie Ant­worten auf häufig gestell­te Fragen zusammen­ge­stellt. Außerdem finden Sie hier Infor­mationen über die aktu­elle Situation im UKE.

    Weitere Informationen