18.05.2017        AKTUELLES

5000. roboterassistierte Prostatektomie mit dem da Vinci-Operationssystem im UKE durchgeführt

Heute hat das Team der Martini-Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) die 5000. roboterassistierte Prostataektomie mit dem da Vinci-Operationssystem durchgeführt. Die da Vinci-Prostatektomie ist eine Weiterentwicklung der klassischen Laparoskopie. Der Blutverlust während der Operation ist gering und die Heilung der Hautwunden verläuft in der Regel schnell, da nur kleine Schnitte gesetzt werden. Die Ärzte der Martini-Klinik gehören zu den weltweit führenden Operateuren auf dem Gebiet des Prostatakrebses.

„Wir freuen uns, dass sich die roboterassistierte Operations-Technik neben der offenen Operations-Technik etabliert hat und wir mittlerweile unseren 5000. Patienten mit dieser Methode operieren konnten. In keinem anderen Zentrum werden insgesamt so viele Prostata-Operationen durchgeführt wie bei uns. Die Martini-Klinik ist das größte Prostatakrebszentrum der Welt“, sagt Prof. Dr. Alexander Haese, Leitender Arzt für roboterassistierte Urologie und Faculty-Mitglied in der Martini-Klinik am UKE.

„Die roboterassistierte Prostatektomie wird kontinuierlich weiterentwickelt. Wir gehen davon aus, dass in Zukunft neue Bildgebungstechniken in das roboterassistierte System integriert werden können, sodass Fusionen mit MRT-Bildern und anderen bildgebenden Verfahren die Qualität der Operation noch weiter verbessern werden“, sagt Prof. Dr. Markus Graefen, Ärztlicher Leiter und Faculty-Mitglied der Martini-Klinik am UKE.

Das da Vinci-Operationssystem

Das da Vinci-Operationssystem besteht aus drei wesentlichen Bausteinen: der Steuerkonsole, dem Videosystem und dem patientenseitigen Stativ. An der Steuerkonsole im Operationssaal sitzt der Operateur und blickt durch das in die Konsole integrierte stereoskopische Sichtfenster. Die rechte und die linke Hand des Operateurs befinden sich in je einer frei beweglichen Griffeinrichtung. Diese wandeln die Bewegung der Finger und Handgelenke in elektronische Steuersignale um. Dabei wird die Handbewegung des Arztes in kleinerem Maßstab auf die Arme des Roboters übertragen.

Die Bildqualität des da Vinci-Operationssystems übersteigt die Möglichkeiten des menschlichen Auges um ein Vielfaches. Die Kameras ermöglichen eine Full-HD-3D-Sicht und arbeiten mit zehnfacher Vergrößerung, sodass auch sehr feine Strukturen sicher dargestellt werden können. Das Stativ steht unmittelbar am Patienten. Es trägt drei Instrumentenarme und mittig den Kameraarm. Die Instrumente verfügen über multiple Gelenke und ermöglichen sieben Freiheitsgrade, die in der Beweglichkeit exakt den Händen und Handgelenken des Operateurs entsprechen.

Weitere Informationen zum da Vinci-Operationssystem gibt es im Internet unter folgendem Link: https://www.martini-klinik.de/therapie/operation/minimal-invasive-operation-da-vinci/

Trainingszentrum für das da Vinci-Operationssystem

In der Martini-Klinik wird seit 2007 mit dem da Vinci-System operiert. Inzwischen besitzt die Klinik drei dieser roboterassistierten Systeme, mit denen jährlich gut 1000 Operationen durchgeführt werden; bei insgesamt mehr als 2300 radikalen Prostatektomien im vergangenen Jahr. Ein Team von zehn Chirurgen operiert in der Martini-Klinik Patienten aus aller Welt mit dem roboterassistierten da Vinci-System. Die Chirurgen unterstützen und beraten einander, wodurch die Qualität der Operationen kontinuierlich verbessert wird. Darüber hinaus ist die 2005 gegründete Martini-Klinik ein europaweites Trainingszentrum für die da Vinci-roboterassistierte radikale Entfernung der Prostata und hat bereits mehr als 100 Ärzte bei der Ausbildung unterstützt.

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