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Integration fördern, rassistischer Diskriminierung entgegenwirken – das ist für sie Herzensangelegenheit und berufliche Herausforderung. Seit Juni ist Sidra Khan-Gökkaya die erste UKE-Beauftragte für Migration, Integration und Anti-Rassismus.

Mit dem Thema ist sie bestens vertraut – aus beruflicher, fach­licher und persönlicher Erfahrung. Die 30-Jährige wurde in Frankfurt geboren, ihre Eltern stammen aus Pakistan. „Als Mensch mit sogenanntem Migrationshintergrund ist man häufig mit Vorurteilen konfrontiert“, sagt sie. Unterschwellige Anfeindung, unbedachte Ausgrenzung – es sind die kleinen Nadelstiche des Alltags, die sich aufs Wohlbefinden auswirken. Viele Menschen mit familiärer Migrationsgeschichte, die zu ihr in die Beratung kommen, machen diese Erfahrung und erzählen ihr: „Egal, wie gut wir deutsch sprechen, wie gut wir partizipieren – uns wird nicht auf Augenhöhe begegnet.“ Einige sind enttäuscht und resignieren, sie selbst hat sich wie viele andere für den offenen und aktiven Umgang damit entschieden und möchte durch Aufklärung und Bildung zur Veränderung beitragen.

Ich möchte durch Aufklärung und Bildung zur Veränderung beitragen.

Nach dem Studium in Osnabrück hat sie ihre Masterarbeit am UKE über die psychotherapeutische Versorgung von Geflüchteten geschrieben, ab 2017 als wissenschaftliche Mitarbeiterin ein interkulturelles Coaching betreut, ihre Doktorarbeit über die Integration ausländischer Fachkräfte in Gesundheitsberufen verfasst. Jetzt wird Sidra Khan-Gökkaya zunächst ein Tandemprogramm für neue ausländische Fachkräfte aufbauen und Empfehlungen für den Umgang mit Rassismus entwickeln. „Das UKE ist schon sehr gut aufgestellt: mit einem klaren Bekenntnis zur Vielfalt und mit vielen Projekten und Initiativen, die ein respektvolles und wertschätzendes Zusammenarbeiten fördern“, betont sie. Aber das Klinikum sei „eben auch ein Spiegel der Gesellschaft – demzufolge auch mit entsprechenden negativen Tendenzen. Denen wollen wir entgegenwirken.“

Ein Interview mit Sidra Khan-Gökkaya lesen Sie hier

Text: Ingrid Kupczik, Foto: Eva Hecht