19.08.2026        AKTUELLES

26,7 Millionen Euro für neues europäisches Forschungskonsortium KidMED-CKM

Förderung durch Novo Nordisk Stiftung

Das neue europäische Forschungskonsortium KidMED-CKM unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) wird von der gemeinnützigen dänischen Unternehmensstiftung Novo Nordisk Stiftung über fünf Jahre mit rund 26,7 Millionen Euro gefördert. In dem Verbund arbeiten Wissenschaftler:innen aus Hamburg, Aarhus und Aachen interdisziplinär an dem Ziel, einen Paradigmenwechsel bei der Therapie des kardiorenal-metabolischen Syndroms (cardiovascular–kidney–metabolic, CKM), also bei kardiovaskulären Erkrankungen, chronischen Nierenerkrankungen sowie Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Adipositas, zu erreichen – weg von der Behandlung von Komplikationen im Spätstadium hin zu einer frühzeitigen, nierenorientierten Präzisionsmedizin.

„KidMED-CKM ist ein herausragendes Beispiel für die enge Zusammenarbeit von UKE und Universität Hamburg, gemeinsam mit unseren Partnern in Aarhus und Aachen. So verbinden wir exzellente Forschung, medizinische Expertise und internationale Vernetzung, um neue Wege in der Präzisionsmedizin zu eröffnen. Die Förderung ist eine große Anerkennung für den Wissenschaftsstandort Hamburg und ein starkes Signal für seine Zukunft in der Gesundheitsforschung. Mein Glückwunsch gilt Prof. Tobias Huber und seinem Team zu diesem großartigen Erfolg“, sagt Prof. Dr. Hauke Heekeren, Präsident der Universität Hamburg.

„Die medizinischen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nur lösen, wenn wir Erkrankungen nicht isoliert betrachten, sondern Zusammenhänge zwischen verschiedenen Organen und Krankheitsbildern besser verstehen. KidMED-CKM steht beispielhaft für diesen Ansatz: Forschende verschiedener Fachrichtungen und europäischer Einrichtungen bündeln ihre Expertise, um neue Erkenntnisse möglichst schnell für eine gezieltere Behandlung von Patient:innen nutzbar zu machen. Wir freuen uns sehr über die Förderung dieses wichtigen europäischen Forschungsverbunds unter Leitung des UKE“, sagt Prof. Dr. Blanche Schwappach-Pignataro, Dekanin der Medizinischen Fakultät und UKE-Vorstandsmitglied.

„Die Nieren wurden bei der Erforschung von Herz-Kreislauf- sowie Stoffwechselerkrankungen lange vernachlässigt, obwohl sie den Verlauf dieser Erkrankungen maßgeblich beeinflussen. Mit unserem Konsortium KidMED-CKM bringen wir Wissenschaftler:innen führender europäischer Forschungseinrichtungen zusammen und setzen uns für eine nierenzentrierte Präzisionsmedizin bei der Behandlung des kardiorenal-metabolischen Syndroms ein“, sagt Prof. Dr. Tobias B. Huber, Leiter von KidMED-CKM und Direktor der III. Medizinische Klinik und Poliklinik des UKE.

Kardiovaskuläre Erkrankungen, chronische Nierenerkrankungen und Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus gehören weltweit zu den größten Herausforderungen der Medizin. Auch wenn diese Erkrankungen in Zusammenhang stehen, werden sie bislang meist getrennt voneinander behandelt und erforscht. Das internationale Konsortium KidMED-CKM will nun zeigen, dass Nierenfunktionsstörungen nicht nur das Ergebnis von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselstörungen sind, sondern auch aktiv das Fortschreiten der Erkrankung in mehreren Organsystemen vorantreiben. Dafür wollen die Wissenschaftler:innen den dem kardiorenal-metabolischen Syndrom zugrundeliegenden biologischen Mechanismus identifizieren und so frühzeitigere Diagnosen und individuellere Behandlungen ermöglichen.

KidMED-CKM und der Standort Hamburg

Im Konsortium KidMED-CKM arbeiten Forschende des UKE, der Universität und des Universitätsklinikums Aarhus (Dänemark) sowie der RWTH Aachen und des Universitätsklinikums Aachen zusammen. In Hamburg wird KidMED-CKM von Prof. Dr. Tobias B. Huber, der auch der Vorsitzende des gesamten Konsortiums ist, sowie von Prof. Dr. Insa M. Schmidt aus der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik geleitet. Am Standort Aarhus haben Prof. Dr. Henrik Birn and Prof. Dr. Rikke Nørregaard und am Standort Aachen Prof. Dr. Rafael Kramann und Prof. Dr. Jitske Jansen die Leitung inne. Das Konsortium wird von unabhängigen Wissenschafts- und Patient:innenenbeiräten unterstützt. Neben seiner Forschungstätigkeit möchte KidMED-CKM auch Innovation, Ausbildung und den Wissensaustausch auf den Gebieten der Nierenforschung und der Behandlung von Patient:innen mit CKM in Europa vorantreiben.

Das UKE ist Hauptsitz des Konsortiums und wird die paneuropäische Initiative koordinieren und international anerkanntes Fachwissen in den Bereichen translationale Nephrologie, Präzisionsmedizin, Epidemiologie, digitale Pathologie, räumliche Multi-Omik und KI-gestützte Biomarker-Entdeckung einbringen. Das Hamburg Center for Kidney Health (HCKH) des UKE unterhält die europäisch größte Nieren-Biobank, gleichzeitig führt das UKE mit der Hamburg City Health Study (HCHS) die größte ortsbezogene Langzeitstudie der Welt durch, von deren erhobenen Daten die KidMED-CKM-Wissenschaftler:innen bei ihrer Arbeit profitieren werden.


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