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wissen + forschen Onkologie
Im jährlich erscheinenden Magazin wissen + forschen werden neueste Forschungsergebnisse von Ärzt:innen und Wissenschaftler:innen am UKE veröffentlicht. Hier finden Sie alle Einblicke aus der Onkologie.
Wurde zu umfangreich oder zu wenig operiert? Diese Frage wird bei der Behandlung von Hirntumoren oft erst Tage später beantwortet. Mit Hilfe eines neuen Sequenzierungsverfahrens könnte es künftig schon im OP entscheidende Hinweise geben.
Gen- und zellbasierte Therapien haben das Potenzial, die Medizin von Grund auf zu verändern. Sie könnten, so die Hoffnung vieler Expert:innen, die Lebensqualität und -erwartung unzähliger Menschen verbessern, deren Krebsleiden, Autoimmunkrankheiten, neurodegenerative oder seltene genetische Krankheiten bisher nicht oder nur unzureichend zu behandeln sind.
Ein Impfstoff gegen schwarzen Hautkrebs – dieser Traum scheint zum Greifen nah. Forscher:innen des UKE sind an internationalen Studien beteiligt. Sie könnten zum Durchbruch in der Behandlung gegen die tückische Krankheit verhelfen. Eine personalisierte mRNA-Impfung gegen das maligne Melanom richtet sich gegen aggressive, winzig kleine Mikrometastasen, die sich irgendwo im Körper verstecken.
Ein im wahrsten Sinne „herzliches“ Pilotprojekt von Klinikapotheke und Kinderonkologie: Statt der sonst üblichen bitteren Pillen sollen Kautabletten krebskranke Kinder vor der Übelkeit bewahren, die eine Chemotherapie häufig begleitet. In der Kinderonkologie des UKE probieren Ärzt:innen aus, ob eigens in der UKE-Klinikapotheke hergestellte Kautabletten besser geeignet sind als die ansonsten verabreichten bitteren Medikamente. Das Besondere: Die Kautabletten stammen aus dem 3D-Drucker, können unterschiedliche Formen haben und werden als Stern, Gummibärchen oder auch als Herz gedruckt.
In vielen Fällen verbleiben auch nach Abschluss einer Krebsbehandlung noch Tumorzellen im Körper der Patient:innen – sogenannte minimale (onkologische) Resterkrankungen (engl.: Minimal Residual Disease, MRD). Diese können Ausgangspunkt für ein späteres Wiederaufflammen der Erkrankung sein, das dann nicht selten einen deutlich schnelleren und schlechteren Verlauf nimmt als die Ersterkrankung. Wer benötigt neben einer OP noch weitere Therapien, bei wem kann darauf verzichtet werden? Seit Langem sucht das Team der Tumorbiologie im UKE nach Antworten – die hier mitentwickelte Flüssigbiopsie (Liquid Biopsy) hat großes Potenzial, der Lösung entscheidende Schritte näherzukommen.
Wird Prostatakrebs frühzeitig entdeckt und behandelt, stehen die Heilungschancen zwar sehr gut, doch erkranken drei von zehn Patienten Monate, teils auch Jahre nach ihrer Therapie erneut. Mit neuen Methoden können heute selbst sehr kleine von Tumorzellen befallene Lymphknoten identifiziert werden. Der Schlüssel liegt im Prostataspezifischen Membranantigen PSMA – einer besonderen Eiweißstruktur, die bis zu 1000-fach vermehrt auf Prostatakrebszellen vorkommt. Künstlich hergestellten Molekülen gelingt es, das PSMA zu erkennen und es zu kapern.
Rund 500.000 Krebsdiagnosen werden pro Jahr bundesweit gestellt. Etwa 1,5 Millionen Krebskranke, deren Diagnose nicht länger als fünf Jahre zurückliegt, leben aktuell in Deutschland. Viele Betroffene brauchen psychologische Hilfe – weil nichts mehr ist, wie es war, weil Angst sich einnistet, chronische Erschöpfung den Alltag wie Mehltau überzieht oder die Folgen einer Amputation verkraftet werden müssen. Eine psychoonkologische Begleitung kann in dieser belastenden Lebensphase helfen. Doch die Betreuungsangebote sind ungleich verteilt; wer in der Stadt lebt, ist deutlich im Vorteil. Das hat eine Studie aus dem UKE gezeigt.
Revolution in der Krebstherapie: Möglicherweise ist nicht der Ort des Tumors entscheidend für die Behandlungsstrategie, sondern die genetische Landkarte, die jeden Tumor einzigartig macht. Weltweit werden Gensequenzierungen gesammelt, die Wege zu Brüchen, Genfusionen, Mutationen gesucht und die Wege dorthin entschlüsselt: sogenannte Pathways, auf denen sich auch Metastasen ausbreiten. Sie ähneln sich bei vielen sequenzierten Tumorarten. Die gesammelten Genprofile werden mit gesunder DNA verglichen und sollen in Zukunft in einem eigens eingerichteten sozialen Netzwerk Ärzt:innen ebenso wie Prostatakrebs-Patienten zugänglich gemacht werden. So profitieren weltweit alle von den Erfahrungen anderer.
Im Blut eines Menschen erkennen Immunzellen vorbeischwimmende Zellen anhand von Eiweißstrukturen auf ihrer Oberfläche. Stoßen sie auf Krankheitserreger, lösen sie Alarm aus. Bei Krebszellen funktioniert das Abwehrsystem aber nicht so, wie Ärzt:innen und Patient:innen es sich wünschen. Da sich Krebszellen mithilfe bestimmter Eiweißmoleküle an ihrer Oberfläche als „körpereigen“ ausweisen können, werden sie im Gegensatz zu eingedrungenen Bakterien oder transplantierten Organen von den Immunzellen nicht angegriffen. Mit immuntherapeutischen Methoden können Patient:innen heute auf fast wundersame Weise geheilt werden. Doch die durch eine Veränderung des Immunsystems entfesselten Abwehrkräfte sind schwer zu kontrollieren – Nebenwirkungen können tödlich sein.
Im jährlich erscheinenden Magazin wissen + forschen werden neueste Forschungsergebnisse der im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) tätigen Ärzt:innen und Wissenschaftler:innen veröffentlicht. Die Vielzahl der verschiedenen Forschungsansätze und ihre Ergebnisse zeigen das breite Spektrum der Forschungsbereiche im UKE.
Weiterführende Informationen zu Krebs aus dem UCC Hamburg finden Sie auch hier:
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