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Jedes Jahr erkranken etwa 12.000 Menschen in Deutschland an Blutkrebs (Leukämie), darunter auch 600 Kinder. Das UKE unterhält die stetig wachsende Hamburger Stammzellspender-Datei (HSD), in der sich alle potenziellen Stammzellenspender:innen befinden, die sich
Für viele kranke Menschen ist eine Stammzell- oder Knochenmarktransplantation die letzte Chance auf Heilung. Die Voraussetzung für eine Transplantation ist eine bestmögliche Übereinstimmung der jeweiligen Gewebemerkmale von Spender:in und Empfänger:in, eine Suche nach einem Zwilling der Gewebemerkmale.
Werde ein Zwilling und lass dich als Stammzellenspender registrieren. Bei nur 25 Prozent der Betroffenen sind Menschen aus dem direkten familiären Umkreis mit ihren Gewebemerkmalen geeignet. Alle anderen Patient:innen benötigen Fremdspender:innen. Werde ein Zwilling und ein Blutsgeschwister und lass Hamburgs größte Familie wachsen!
Das UKE unterhält eine eigene Stammzellspender-Datei (HSD), in der aktuell über 25.000 potenzielle Spenderinnen und Spender registriert sind.
Jede weitere Spenderin und jeder weitere Spender erhöht die Chance, dass wir das passende "Blutsgeschwister" für unseren kleinen und großen Patient:innen finden können.
Wenn du Fragen zu diesem Thema hast und/oder Blut- oder Stammzellspender werden möchtest, stehen wir dir gerne zu den Öffnungszeiten unserer Blutspendedienste
per Telefon
per E-Mail
Die molekulargenetische Bestimmung der HLA-Merkmale kann sehr gut und effektiv
durchgeführt werden. Aus den gewonnenen gespendeten Zellen wird dann die Erbsubstanz (DNA) isoliert, die HLA-Bestimmung durchgeführt und eine Restmenge eingefroren und aufbewahrt, um bei Bedarf weitere Zusatzuntersuchungen durchführen zu können.
Voraussetzungen zur Aufnahme in die Datei:
Mit der Aufnahme in die Hamburger Stammzellspender-Datei erklären die Spender:innen sich einverstanden, bei Bedarf für eine ihnen nicht verwandte Person Blutstammzellen oder Knochenmark zu spenden. Eine Aufnahme zur gerichteten, nur auf eine oder mehrere Personen beschränkte, Blutstammzellenspende ist nicht zulässig.
Ausführliche Informationen hierzu gibt es auch in unserem Aufklärungsschreiben "Knochenmark spenden, Hoffnung schaffen, Leben retten".
Jedes Jahr erhalten in Deutschland etwa 12.000 Menschen die Diagnose Blutkrebs (Leukämie), darunter auch 600 Kinder. Das Knochenmark als Quelle aller Blutzellen im Körper ist bei diesen Patient:innen so schwer betroffen, dass innerhalb von Wochen bis Monaten keine funktionstüchtigen weißen (Leukozyten) oder roten (Erythrozyten) Blutkörperchen und Blutplättchen (Thrombozyten) mehr gebildet werden können. Die Folge sind schwere Infektionen, Atemnot, Blutungen und letztendlich der Tod.
Trotz immer neuer Therapieansätze stellt für viele dieser Patient:innen nur eine Stammzell- oder Knochenmarktransplantation von einem:r gesunden Spender:in eine dauerhafte Heilungschance dar.
Nur bei einem Viertel der Patient:innen kann ein:e passende:r Spender:in in der Familie gefunden werden, alle anderen sind auf freiwillige Fremdspender:innen angewiesen.
Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Stammzell- oder Knochenmarktransplantation sind die bestmögliche Übereinstimmung des:r Spender:in und des:r Patient:in in ihren Gewebemerkmalen. Diese Gewebemerkmale sind auf den weißen Blutkörperchen in großer Zahl vorhanden und werden beim Menschen maßgeblich durch das HLA-System (Human Leukozyten Antigene) bestimmt. Sie ermöglichen dem menschlichem Immunsystem zwischen körpereigenen und körperfremden Strukturen zu unterscheiden.
Die Wahrscheinlichkeit, außerhalb der Familie in der Bevölkerung eine:n passenden, nicht verwandte:n Spender:in für eine:n Patient:in zu finden, liegt abhängig von der Art der Gewebemerkmale bei 1: 20.000 bis zu 1:50.000.000. Diese Zahlen demonstrieren eindrücklich, wie wichtig es ist, möglichst viele potenzielle Spender:innen zu gewinnen.
Eine Aufnahme als Blut- und/oder Stammzellspender:in ist jederzeit ohne Anmeldung zu den Öffnungszeiten unserer Blutspendedienste möglich. Bitte bringe einen gültigen Personalausweis mit.
Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich als registrierte:r Spender:in für eine:n Patient:in infrage zu kommen, liegt unter 1 Prozent.
Wenn die Werte mit denen, die für eine:n Patient:in benötigt werden, zusammenpassen, setzen wir uns umgehend mit dir in Verbindung und laden dich zu einer zweiten Blutentnahme (Bestätigungstypisierung [CT = Confirmatory Typing]) ein. Falls du im Anschluss als Spender:in ausgewählt wirst, folgen dann innerhalb weniger Wochen weitere körperliche und laborchemische Untersuchungen, um sicherzustellen, dass du gesund bist und dir durch eine Spende keine gesundheitlichen Risiken entstehen.
Es stehen aktuell zwei Methoden zur Gewinnung von Blutstammzellspenden zur Verfügung, wobei die Entnahme aus dem peripheren Blut (Stammzellapherese) mithilfe eines Zellseparators derzeit in über 85 Prozent aller Stammzellspenden zum Einsatz kommt.
Stammzellapherese
Damit die Stammzellen aus dem Blut einer gesunden Person gesammelt werden können, muss zunächst die Zahl der Stammzellen im Blut erhöht werden. Hierzu ist eine Vorbehandlung der Spenderin oder des Spenders mit dem Botenstoff G-CSF erforderlich. Dieser Wachstumsfaktor entsteht auch auf natürliche Weise im menschlichen Organismus, etwa bei Infektionen oder Verletzungen. Er bewirkt, dass Stammzellen vom Knochenmark in das periphere Blut übertreten.
Das Medikament wird, ähnlich wie eine Thrombosespritze, für einen Zeitraum von fünf Tagen vor der Sammlung jeweils morgens und abends unter die Haut gespritzt. Die Stammzellen werden dann mittels einer Maschine (Zellseparator) in einem drei- bis fünfstündigen Verfahren (Stammzellapherese) aus dem Blut der Spenderin oder des Spenders gesammelt. Hierzu wird Blut aus einer Armvene entnommen und in einem ständigen Kreislauf über eine Zentrifuge werden seine einzelnen Bestandteile aufgetrennt. Der Teil, der die Stammzellen enthält, wird entnommen, alle anderen Bestandteile erhält der Spender bzw. die Spenderin unmittelbar zurück.
Es besteht dabei für die Spender:innen kein Infektionsrisiko, da ausschließlich steriles Einmalmaterial eingesetzt wird.
Das Medikament G-CSF wird seit einigen Jahrzehnten sowohl bei Patient:innen als auch bei gesunden Stammzellspender:innen verwendet. Die Erfahrungen zeigen, dass G-CSF bezüglich seiner Nebenwirkungen als sicher anzusehen ist.
Häufig können Symptome wie Knochen-, Muskel- oder Kopfschmerzen auftreten, die als unangenehm empfunden werden können, aber harmlos sind. Diese Symptome können bei Bedarf mit handelsüblichen Schmerzmitteln behandelt werden und klingen nach Ende der Behandlung wieder ab. Nachteilige Langzeiteffekte sind seit Beginn des Einsatzes von G-CSF nicht beschrieben geworden. In extrem seltenen Fällen können schwerwiegende Nebenwirkungen (wie etwa allergische Reaktionen, Milzriss) nicht ausgeschlossen werden.
Die Entnahme über die Zellseparation selbst ist ein sehr sicheres und seit Jahrzehnten etabliertes Verfahren, welches im UKE über 3.000 Mal im Jahr eingesetzt wird. Spender:innen werden über das Risikoprofil einer Stammzellapherese in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch von unseren Ärzt:innen informiert.
Knochenmark-Entnahme
In wenigen Fällen werden die Blutstammzellen auch heute noch mit einer Punktion aus dem Knochenmark am Beckenkamm entnommen. Knochenmark, nicht: Rückenmark. Das Knochenmark ist blutbildendes Gewebe, das in bestimmten Knochen vorkommt. Das Rückenmark hingegen liegt im Wirbelkanal und ist ein Teil des Nervensystems, welcher nicht transplantiert werden kann.
Die Knochenmarkentnahme ist ein operativer Eingriff unter Vollnarkose, bei dem innerhalb von etwa einer Stunde ungefähr 500 bis 1000 Milliliter Blut aus dem Beckenkamm entnommen werden.
Jede Knochenmarkentnahme und jede Vollnarkose beinhalten ein gewisses Risiko. Bei gesunden Spender:innen ist die Gefahr ernster Komplikationen jedoch sehr gering. An der Entnahmestelle können sich Blutergüsse bilden, es können noch einige Tage Schmerzen auftreten und theoretisch kann, trotz steriler Arbeitsweise, eine Infektion des Knochens auftreten. Das Knochenmark selbst regeneriert sich in kurzer Zeit, sodass keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind.
Über alle Verfahrensweisen und Risiken im Rahmen der Entnahme der Blutstammzellen werden Spender:innen sehr ausführlich in unserer Entnahmeeinheit im UKE aufgeklärt, wenn eine Spende bevorsteht.
Die Spende ist grundsätzlich unentgeltlich und wird nicht vergütet.
Für jede:n Spender:in wird im Rahmen der Spende eine Unfallversicherung (inklusive Risikolebens- und Invaliditätsversicherung) abgeschlossen. Die mit der Entnahme verbundenen Kosten übernimmt das Spenderregister. Ein etwaiger Einkommensausfall kann ggf. kompensiert werden.
Die für eine Spender:innensuche bzw. Stammzellen- oder Knochenmarktransplantation benötigten, jedoch nicht die persönlichen Daten der Spender:innen, werden an das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD) in Ulm und andere internationale Register verschlüsselt (pseudonymisiert) weitergegeben.
Da alle Spender:innendateien bundesweit an das ZKRD melden, ist es ausreichend, wenn Spender:innen jemals in eine Datei aufgenommen wurden. Eine erneute Typisierung in einer weiteren Datei sollte vermieden werden.
Von den rund 2.900 Transplantationen pro Jahr in Deutschland werden 200 im Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) durchgeführt, also etwa jede fünfzehnte Transplantation.
Du kannst dir derzeit nicht vorstellen, Spender:in zu werden, oder es sprechen andere Gründe bei dir dagegen?
Auch wenn du nicht zum aktiven Spender:innenkreis gehörst, zum Beispiel, weil du älter als 40 Jahre alt bist oder medizinische Ausschlussgründe gegeben sind, kannst du die Stammzellspenden im UKE dennoch unterstützen:
Werde Sponsor!
Die Kosten für die Registrierung neuer Spender:innen belaufen sich auf jeweils 50 Euro. Dieser Betrag wird nicht von den Krankenkassen oder dem Gesundheitssystem getragen.
Wir sind daher dringend auf Spenden angewiesen, freuen uns über jeden Beitrag und danken unseren bisherigen Sponsoren sowie neuen Interessierten für eure Unterstützung!
Für die Gewebetypisierung freiwilliger Stammzellspender:innen nehmen wir gerne Geldspenden an unser Spendenkonto entgegen:
Empfänger: UKE gGmbH
IBAN: DE 54200505501234363636
BIC: HASPDEHHXXX
Verwendungszweck: 1213/001
Bitte gib auf dem Überweisungsträger auch deine Adresse an, damit wir dir eine Zuwendungsbestätigung für das Finanzamt zusenden können.