Auftrag und medizinischer Schwerpunkt
Die neonatologische Intensivstation 5H am Universitätsklinikum Hamburg‑Eppendorf ist ein zentraler Bestandteil des universitären Perinatalzentrums und bietet hochspezialisierte Versorgung für Früh- und Neugeborene, die einen besonders behutsamen und zugleich technisch anspruchsvollen Start ins Leben benötigen. Sie liegt direkt Tür an Tür mit dem Kreißsaal und ermöglicht dadurch extrem kurze Wege für Erstversorgung und Notfallinterventionen. Die Station verfügt über bis zu 15 Intensivbehandlungsplätze und betreut ein breites Spektrum an kleinen Patientinnen und Patienten:
- Sehr kleine und unreife Frühgeborene, häufig ab der 24. Schwangerschaftswoche
- Reife Neugeborene mit angeborenen Fehlbildungen, Herzfehlern oder schweren Anpassungsstörungen
- Mehrlingsgeburten, die eine engmaschige Überwachung benötigen
Ein Team für die ganze Familie
Auf 5H arbeiten spezialisierte Fachärztinnen und -ärzte, Pflegeexpertinnen und -experten sowie Therapeutinnen und Therapeuten verschiedener Disziplinen eng zusammen. Alle eint ein Ziel: medizinische Exzellenz mit einer warmen, familienorientierten Atmosphäre zu verbinden.
Das Team misst seinen Erfolg nicht allein an medizinischen Parametern, sondern daran, wie gut die Kinder gemeinsam mit ihren Familien nach Hause gehen können.
Neben der medizinischen Behandlung legen wir daher großen Wert auf eine familienorientierte Betreuung. Eltern werden aktiv in die Pflege einbezogen, erhalten kontinuierliche Begleitung und finden Raum für Nähe, Fragen und Entlastung – ein wesentlicher Bestandteil für einen stabilen Start ins gemeinsame Leben.
Stillen und Muttermilch
Muttermilch ist einzigartig. Ihre Zusammensetzung ist optimal auf die Bedürfnisse eines Neugeborenen abgestimmt und verändert sich im Verlauf der Stillzeit. Sie enthält wichtige Nährstoffe, Abwehrstoffe und weitere bioaktive Bestandteile, die die Entwicklung und Gesundheit des Kindes unterstützen. Gerade für Frühgeborene und kranke Neugeborene ist Muttermilch daher die bestmögliche Ernährung.
Unser Ziel ist es, jedem Kind möglichst früh die bestmögliche Ernährung zu ermöglichen und gleichzeitig die Mutter-Kind-Beziehung und den individuellen Stillweg von Anfang an zu fördern.
Unser Engagement für die Stillförderung zeigt sich auch in unseren Erfahrungen: Im Jahr 2023 wurden die ausschließlich im PNZ betreuten Früh- und Neugeborenen mit einer Stillrate von 70% entlassen. Dieses Ergebnis bestärkt uns darin, die frühzeitige und individuelle Still- und Muttermilchförderung konsequent fortzuführen.
Wenn die eigene Muttermilch zu Beginn noch nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht, kann – sofern verfügbar und medizinisch angezeigt Frauenmilch aus unserer Frauenmilchbank angeboten werden. Sie kann insbesondere in der ersten Zeit eine wertvolle Ergänzung sein, bis die eigene Milchmenge der Mutter ausreichend aufgebaut ist.
UKE Frauenmilchbank
Die Frauenmilchbank im UKE ermöglicht sehr kleinen Frühgeborenen und Hochrisikobabys eine optimale Ernährung, wenn die eigene Muttermilch der Mutter vorübergehend nicht ausreichend verfügbar ist.
Frauenmilch enthält wichtige Immunfaktoren, die den unreifen Darm schützen und das Risiko schwerer Infektionen reduzieren können. Spendermilch ist daher die beste Alternative, wenn die eigene Muttermilch zunächst nicht zur Verfügung steht.
Die Milchspenden stammen von Müttern, die selbst ein Frühgeborenes im UKE geboren haben. Jede Spenderin wird sorgfältig untersucht und jede Milchportion geprüft, pasteurisiert und sicher aufbereitet. Wir versorgen damit die Perinatalzentren im UKE und in Altona und bilden die Schnittstelle zwischen engagierten Spenderinnen und den Kleinsten.
Bei besonderen medizinischen Fragestellungen kann Muttermilch durch spezielle Verfahren (z. B. Zentrifugation) weiter aufbereitet und dadurch auch für spezielle Ernährungssituationen nutzbar gemacht werden.
Haben Sie weitere Fragen?
Dann schreiben sie gerne eine E-Mail an
frauenmilchbank@uke.de
Möchten sie gerne Milch spenden?
Dann finden sie auf unserer Seite der
Frauenmilchbank
weitere Informationen.