„Zahl der Lebertransplantationen steigt"
Das Universitäre Transplantations Centrum des UKE (UTC) gehört zu den erfahrensten Einrichtungen Europas und ist zentrale Anlaufstelle für Patient:innen vor, während und nach einer Transplantation. Außer der Leber werden auch Niere, Bauchspeicheldrüse, Lunge und Herz transplantiert. Wie lange Patient:innen auf der Warteliste stehen, entscheidet sich nach medizinischer Dringlichkeit – und nach Verfügbarkeit eines passenden Organs.
Text: Nicole Sénégas-Wulf, Fotos: Anja Meyer
„Die häufigste Erkrankung der Leber, die eine Transplantation erfordert, ist die Leberzirrhose“, sagt Transplantationschirurg Prof. Dr. Jens G. Brockmann. Sie entsteht durch Entzündungen der Leber oder der Gallengänge, die durch verschiedene Erkrankungen, unter anderem auch durch langjährigen übermäßigen Alkoholkonsum, verursacht werden kann. „In Hamburg behandeln wir besonders viele Patient:innen mit Autoimmunen Lebererkrankungen“, ergänzt Transplantationshepatologin Prof. Dr. Martina R. Sterneck. „Dabei greift das eigene Immunsystem die Leberzellen an.“ Auch bei Lebertumoren oder seltenen Stoffwechselerkrankungen kann die Transplantation eine Option sein. Weitere Informationen zur Lebertransplantation finden Sie hier.
Mit 88 Lebertransplantationen – darunter viele Kindertransplantationen sowie Leberlebendspenden – ist das UKE das größte Zentrum deutschlandweit. Woran das liegt? „Unter anderem an den neuen, technischen Voraussetzungen“, erklärt Prof. Brockmann. Hochmoderne Maschinen ermöglichen es, die Qualität des Transplantats vorab zu verbessern und zuverlässig zu testen. Dadurch können auch Organe akzeptiert werden, die zuvor aufgrund der schlechten Ausgangsbefunde abgelehnt worden wären. Aber auch ein anderer Aspekt ist wesentlich, betont Brockmann: „Für eine erfolgreiche Transplantation ist neben Transplantationschirurg:innen und Leberspezialist:innen ein großes Team an weiteren Expert:innen aus der Anästhesie, Intensivmedizin, Psychologie, Pflege und vielen anderen Bereichen notwendig.“
Die Wartezeit auf ein Spenderorgan ist individuell; in lebensbedrohlichen Situationen werden Patient:innen auf die Dringlichkeitsliste gesetzt. „Trotzdem sterben in Deutschland rund 20 Prozent der Wartenden, weil passende Spenderorgane fehlen“, erklärt Prof. Brockmann. Deshalb sei es so wichtig, das Thema Organspende innerhalb der Familie offen anzusprechen und zu klären, wie die Angehörigen dazu stehen – damit sie im Moment des Verlusts mit gutem Gefühl eine Entscheidung im Sinne der verstorbenen Person treffen können.