Über 100 Stationen bieten Pflegenden im UKE eine immense Auswahl. Und jede Station tickt anders. Im UKE können Jobsuchende in der Pflege online rauskriegen, welcher Beat im Herzkatheterlabor, auf einer psychiatrischen Jugend-Sucht-Station oder in der Kinderonkologie schlägt und welcher davon zu ihnen passt. Die Arbeitswelt im UKE ist bunt und vielseitig. Hier erzählen Mitarbeiter:innen aus ihrem Berufsleben. Heute zwei Pfleger:innen, die für den zentralen Pflege-Pool des UKE arbeiten und auf
verschiedenen Stationen eingesetzt werden.

„Für mich ist der Pflege-Pool perfekt, ich arbeite am liebsten überall.“
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Gesundheits- und Krankenpfleger Nikolas Degenhardt

„Bevor ich Anfang Februar in den Pflege-Pool gewechselt bin, habe ich auf einer festen Station als Praxisanleiter gearbeitet. Mir hat es schon immer großen Spaß gebracht, sowohl Wissen zu vermitteln als auch mir selbst neue Themengebiete zu erschließen. Nun lerne ich alle paar Wochen einen neuen Bereich kennen. Zur Zeit werde ich etwa auf acht verschiedenen Stationen eingesetzt. Jeden Tag treffe ich andere Kolleg:innen und Patient:innen. Da ich ein kommunikativer Typ bin, komme ich mit allen schnell ins Gespräch. Für mich ist der Pflege-Pool perfekt, ich arbeite am liebsten überall.

Toll ist, dass ich jetzt schon auf mehreren Stationen Schüler:innen von mir getroffen habe,die ich damals als Praxisanleiter eingearbeitet habe. Jetzt zeigen die ehemaligen Schüler:innen mir, wie alles auf ihrer Station funktioniert. Auf diese Weise können wir gegenseitig voneinander lernen, das gefällt mir sehr. In den vergangenen Jahren habe ich gemeinsam mit meiner Freundin ein Holzhaus im Süden Hamburgs ausgebaut. Da ich meinen Dienstplan im Pflege-Pool selbst bestimmen darf, kann ich unter der Woche Spätschicht arbeiten und habe Zeit, um morgens unsere Kinder in die Kita zu bringen und mit dem Hund spazieren zu gehen.“

Nikolas Degenhardt, Gesundheits- und Krankenpfleger

„Mein Entschluss, Krankenpflegerin zu werden, beruht auf einem traurigen Anlass. Meine Schwester, die schon vor mir aus Mosambik nach Deutschland gekommen war, wurde lebensbedrohlich krank und ich half bis zu ihrem Tod dabei, sie zu pflegen. Während sie längere Zeit bettlägerig war, wurde sie jedoch nicht ausreichend mobilisiert, bekam ein Druckgeschwür und hatte dadurch starke Schmerzen. Ich entschied: Das kann man besser machen – und lernte, wie man es besser macht.

In meinem Berufsleben habe ich bei vielen, vielen Patient:innen dafür gesorgt, dass ihre Durchblutung ausreichend angeregt wird und sie sich nicht wundliegen. Nachdem ich Kinder bekommen hatte, ließen sich die wechselnden Schichtdienste jedoch nicht mehr gut mit den Anforderungen des Familienalltags vereinbaren. Seit ich im Pflege-Pool des UKE arbeite, habe ich überhaupt kein Problem mit den Einsatzzeiten mehr. Nun arbeite ich so, wie es für mich passt; mein Dienstplan im Pflege-Pool kommt meinem Alltag entgegen. Unter der Woche habe ich nur Frühdienste und kann die Nachmittage mit meinen Kindern verbringen. Wir machen gemeinsam Sportübungen und ich koche gern, zum Beispiel Matapa, ein Gericht mit Kohl und Erdnüssen aus Mosambik.“

Eneida Mabote, Gesundheits- und Krankenpflegerin

Text: Katja Strube, Fotos: Axel Kirchhof