Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung
- Einleitung
- Aktuelle Projekte
- Publikationen
- Abgeschlossene Projekte
-
Einleitung
Der Arbeitsbereich „Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung“ des Instituts für Allgemeinmedizin beschäftigt sich mit dem Wissenstransfer und der Entwicklung wissenschaftlich fundierter Konzepte für die hausärztliche Versorgung. Im Mittelpunkt stehen die systematische Bewertung medizinischer Evidenz, die Erstellung verständlicher Gesundheitsinformationen sowie die Entwicklung praxisnaher Empfehlungen für Patient:innen und Gesundheitsberufe. Zudem werden Versorgungsmodelle und medizinische Interventionen hinsichtlich ihres Nutzens, ihrer Qualität und ihrer Auswirkungen auf die Patientenversorgung untersucht. Ein besonderer Fokus liegt auf patientenorientierter Versorgung, Multimorbidität, Prävention sowie der Verbesserung von Entscheidungsprozessen im Gesundheitswesen. Darüber hinaus unterstützt der Arbeitsbereich die Entwicklung evidenzbasierter Leitlinien und die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die medizinische Praxis.
Kontakt: Dagmar Lühmann
-
Aktuelle Projekte
Erarbeitung von Gesundheitsinformationen für die Stiftung Gesundheitswissen
Die Stiftung Gesundheitswissen entwickelt laienverständliche Gesundheitsinformationen zu ausgewählten Krankheiten und Präventionsmaßnahmen auf Basis evidenzbasierter Medizin. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Allgemeinmedizin erarbeitet die Stiftung systematisch Evidenzsynthesen und multimediale Materialien, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Aktuell werden Gesundheitsinformationen zu Themen wie Kreuzschmerzen, Schlafstörungen und dementiellen Erkrankungen erstellt.
ThemenCheck Medizin
Im Programm „ThemenCheck Medizin“ des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) können Bürger und Bürgerinnen Vorschläge für wissenschaftliche Begutachtungen von Untersuchungs- und Behandlungsverfahren einreichen.
Grundsätzlich sind dafür alle Themen geeignet, die die Gesundheitsversorgung betreffen: von Vorsorgemaßnahmen und Früherkennung über die Diagnostik, die medizinische Behandlung bis hin zur Rehabilitation. Nur Fragen zu Medikamenten werden in diesem Programm nicht bearbeitet.
Das IQWIG sichtet die Vorschläge und vergibt Aufträge für die wissenschaftliche Begutachtung an externe Arbeitsgruppen. Diese recherchieren, bewerten und fassen die wissenschaftliche Literatur zu der jeweiligen Fragestellung zusammen. Am Ende des Prozesses steht ein ThemenCheck-Bericht, der Ausführungen zu
• medizinischem Nutzen und Schaden,
• Kosten und Kosten-Nutzen-Verhältnis,
• ethischen, sozialen, organisatorischen und rechtlichen Aspekten
einer gesundheitsrelevanten Technologie enthält. Die Berichte und weitere Dokumente zu den Projekten sind auf den Internetseiten des IQWIG abrufbar.
Expertise „Ambulante Akut- und Notfallversorgung – zwei Seiten einer Medaille“
Die neue Expertise „Ambulante Akut- und Notfallversorgung – zwei Seiten einer Medaille“ zeigt, warum trotz hoher Ressourcen weiterhin Defizite in der Notfallversorgung bestehen – und wie andere europäische Länder mit ähnlichen Herausforderungen umgehen. Anhand von Einblicken aus den Niederlanden, Dänemark und England untersucht die Studie, welche Organisationsmodelle der „out-of-hours care“ auch in Deutschland tragfähig sein könnten. Fundiert durch Literaturanalysen, Expert:inneninterviews und einen strukturierten Konsensusprozess liefert sie praxisnahe Impulse für eine effizientere Patient:innensteuerung und bessere Vernetzung im System.
Gutachten Evidenz-Mapping zu Telemonitoring-Interventionen bei häufigen chronischen Erkrankungen
Telemonitoring ermöglicht die digitale Erhebung und Übermittlung gesundheitsbezogener Daten von Patient:innen außerhalb medizinischer Einrichtungen und gewinnt mit der fortschreitenden Digitalisierung zunehmend an Bedeutung in der Versorgung chronisch Erkrankter. Das Gutachten erfasst und bewertet systematisch die wissenschaftliche Evidenz zu Telemonitoring-Interventionen bei häufigen chronischen Erkrankungen auf Basis systematischer Reviews und randomisierter kontrollierter Studien. Ziel ist es zu klären, bei welchen Indikationen und unter welchen Bedingungen Telemonitoring einen patientenrelevanten Nutzen zeigt und damit eine Grundlage für gesundheitspolitische und versorgungsbezogene Entscheidungen zu schaffen.
-
-
Publikationen
Patientenbeteiligung bei der Entwicklung von Qualitätsindikatoren am Beispiel der Nationalen VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz - Eine qualitative Analyse kollektiver Sichtweisen Herzberg H, Bernateck K, Welti F, Joos S, Pohontsch N, Blozik E, Scherer M GESUNDHEITSWESEN. 2016;78(6):373-7.
The professional perspective on patient involvement in the development of quality indicators: a qualitative analysis using the example of chronic heart failure in the German health care setting Pohontsch N, Herzberg H, Joos S, Welti F, Scherer M, Blozik E PATIENT PREFER ADHER. 2015;22:151-9.
Bridging the gap between patient needs and quality indicators: a qualitative study with chronic heart failure patients. Baudendistel I, Noest S, Peters-Klimm F, Herzberg H, Scherer M, Blozik E, Joos S. Patient Prefer Adherence. 2015;22: 1397–1405
Hendrik van den Bussche: "Die Hamburger Universitätsmedizin im Nationalsozialismus". 537 Seiten, Dietrich Reimer Verlag 2014, ISBN 978-3-496-02870-3
-
Abgeschlossene Projekte
Frühere Projekte
-
Leitliniensynopsen für die DMP chronische Herzinsuffizienz, chronische Rückenschmerzen, Rheumatoide Arthritis