Expertise „Ambulante Akut- und Notfallversorgung – zwei Seiten einer Medaille“
Die ausreichende, zweckmäßige und dem vorliegendem Schweregrad der Erkrankung oder Verletzung angemessene Versorgung von Menschen in medizinischen Notfällen ist unabdingbares Ziel eines funktionierenden Gesundheitssystems. Die Akut- und Notfallversorgung in Deutschland weist trotz hohem Ressourceneinsatz verschiedener Leistungserbringergruppen Defizite und Ineffizienzen auf. Dies lässt sich konkret an der (ineffizienten) Patient:innensteuerung in die angemessene Versorgungsebene und der hierfür notwendigen Vernetzung und Abstimmung der beteiligten Akteur:innen im System belegen. Mit diesem Problem ist Deutschland aber nicht allein – die medizinische Versorgung außerhalb der Sprechzeiten („out-of-hours care“) ist in allen modernen Gesundheitssystemen ein Diskussionsthema und in nahezu allen europäischen Ländern hat es diesbezügliche Reformen und Anpassungen gegeben.
Vor diesem Hintergrund hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung eine Expertise in Auftrag gegeben, um lösungsorientiert zu untersuchen, welche Elemente der Organisation von „out of hours care“, also für nicht lebensbedrohlich erkrankte Patientinnen und Patienten, aus den Niederlanden, Dänemark und England für den Versorgungskontext auch in Deutschland geeignet scheinen und wo es Limitationen zu beachten gilt.
Methodisch wurde in vier Schritten vorgegangen:
• Länderauswahl: systematische Literaturrecherche
• Länderbeschreibung: Literaturanalyse, Expert:inneninterviews
• Synthese und Diskussion der Ergebnisse: Expert:innenworkshop
• Ableitungen von Schlussfolgerungen: Konsensusprozess in der Autorengruppe
Laufzeit: 2024
Ansprechpartner: Dr. Jan Oltrogge, Dr. Jakob Johne
Weitere Informationen:
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