Ihr Aufenthalt in der Thoraxchirurgie am UKE
Wenn Sie sich für eine Behandlung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) entschieden haben, alle notwendigen Unterlagen vorliegen und Sie bereits Kontakt zu uns aufgenommen bzw. einen Termin erhalten haben, begleiten wir Sie Schritt für Schritt sicher und transparent durch Ihren stationären Aufenthalt. Ziel ist es, Ihnen medizinisch höchste Qualität zu bieten und gleichzeitig die nötige Sicherheit zu geben.
Thoraxchirurgische Sprechstunde (Poliklinik)
Der erste persönliche Kontakt findet in unserer
thoraxchirurgischen Poliklinik
statt.
Hier lernen Sie Ihr Behandlungsteam kennen, und es erfolgt ein ausführliches Erstgespräch mit Sichtung aller bisherigen Befunde (z. B. Arztbriefe, CT- oder MRT-Bilder).
- Ihr Einverständnis vorausgesetzt, ist es in manchen Fällen sinnvoll, CT-Bilder bereits vorab digital einzusenden , damit wir uns optimal vorbereiten können.
- In der Sprechstunde erfolgt eine erste medizinische Einschätzung Ihrer individuellen Situation.
- Gemeinsam besprechen wir die nächsten diagnostischen und therapeutischen Schritte.
Diagnostik – genau und individuell abgestimmt
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Bildgebende Diagnostik
CT (Computertomographie)
Die CT-Untersuchung ist eine spezielle Röntgenuntersuchung, die sehr detaillierte Querschnittsbilder von Lunge, Brustkorb und umliegenden Strukturen liefert.
- Wie läuft die Untersuchung ab?
Sie liegen auf einer Untersuchungsliege, die langsam durch ein ringförmiges Gerät fährt. Währenddessen werden Bilder erstellt. Manchmal wird ein Kontrastmittel über eine Vene gespritzt, um Gefäße und Gewebe besser darzustellen. - Dauer: ca. 5–10 Minuten
- Schmerzen: keine
- Strahlenbelastung: ja, aber kontrolliert und medizinisch gerechtfertigt
- Ist das schädlich?
Die Strahlendosis ist möglichst gering und der Nutzen überwiegt deutlich das Risiko.
PET-CT (Positronen-Emissions-Tomographie)
Das PET-CT kombiniert eine CT-Untersuchung mit einer Stoffwechseluntersuchung. Es zeigt, wie aktiv ein Tumor ist und ob es Hinweise auf Absiedelungen gibt.
- Wie läuft die Untersuchung ab?
Zunächst wird eine schwach radioaktive Zuckerlösung über eine Vene gespritzt. Nach einer Ruhephase (ca. 60 Minuten) erfolgt die Bildaufnahme. - Dauer: insgesamt ca. 2–3 Stunden, reine Bildaufnahme ca. 30 Minuten
- Schmerzen: keine
- Strahlenbelastung: ja, gering
- Ist das schädlich?
Die eingesetzte Radioaktivität ist niedrig und wird schnell wieder ausgeschieden.
MRT (Magnetresonanztomographie)
Die MRT arbeitet mit starken Magnetfeldern und ohne Röntgenstrahlung. Sie wird ergänzend eingesetzt, z. B. zur Beurteilung von Weichteilen oder bestimmten Organen.
- Wie läuft die Untersuchung ab?
Sie liegen ruhig in einer röhrenförmigen Untersuchungseinheit. Das Gerät erzeugt laute Klopfgeräusche, weshalb Sie einen Gehörschutz erhalten. - Dauer: ca. 20–40 Minuten
- Schmerzen: keine
- Strahlenbelastung: keine
- Ist das schädlich?
Nein. Für die meisten Menschen ist das MRT sehr gut verträglich. Metallimplantate müssen vorher abgeklärt werden.
- Wie läuft die Untersuchung ab?
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Funktionsdiagnostik
Lungenfunktionsdiagnostik
Diese Untersuchung zeigt, wie leistungsfähig Ihre Lunge ist und wie viel Luft Sie ein- und ausatmen können.
- Wie läuft die Untersuchung ab?
Sie atmen über ein Mundstück nach bestimmten Anweisungen ein und aus.
- Dauer: ca. 15–30 Minuten
- Schmerzen: keine
- Belastung: gering
- Warum wichtig?
Sie hilft einzuschätzen, ob eine Operation gut vertragen wird.
Spiroergometrie
Die Spiroergometrie ist ein Belastungstest, der zeigt, wie gut Lunge, Herz und Kreislauf unter Anstrengung zusammenarbeiten.
- Wie läuft die Untersuchung ab?
Sie fahren auf einem Fahrrad oder gehen auf einem Laufband, während Atmung, Puls und Sauerstoff gemessen werden.
- Dauer: ca. 30–45 Minuten
- Schmerzen: keine
- Belastung: moderat, individuell angepasst
- Ist das gefährlich?
Nein. Die Untersuchung wird ärztlich überwacht und kann jederzeit abgebrochen werden.
Lungenszintigraphie
Diese Untersuchung zeigt, welche Lungenanteile besonders gut arbeiten und welche weniger.
- Wie läuft die Untersuchung ab?
Eine sehr geringe Menge eines schwach radioaktiven Stoffes wird entweder eingeatmet oder über eine Vene verabreicht. Anschließend werden Bilder der Lunge erstellt.
- Dauer: ca. 30–60 Minuten
- Schmerzen: keine
- Strahlenbelastung: sehr gering
- Warum wichtig?
Besonders hilfreich bei der OP-Planung, um gesundes Lungengewebe zu schonen.
- Wie läuft die Untersuchung ab?
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Biopsien – Sicherung der Diagnose (Gewebeentnahme)
CT-gestützte oder sonographische Biopsie
- Was ist das?
Gewebeentnahme durch die Haut mithilfe einer dünnen Nadel unter CT- oder Sono-Kontrolle. In seltenen Fällen ist auch eine Inzisionsbiopsie notwendig, die einen kleinen Hautschnitt notwendig macht.
- Dauer: ca. 30–45 Minuten
- Schmerzen: meist gering, örtliche Betäubung
- Risiken: selten Luftansammlung im Brustkorb, gut behandelbar
Bronchoskopie
- Was ist das?
Spiegelung der Atemwege mit einem flexiblen Schlauch über Mund oder Nase. Wenn möglich wird hierüber auch eine Biopsie mittels Nadel gewonnen.
- Dauer: ca. 20–30 Minuten
- Schmerzen: keine, meist Sedierung („Dämmerschlaf“)
- Nachwirkungen: vorübergehend Kratzen im Hals
Operative Biopsie
- Wann notwendig?
Wenn andere Verfahren keine sichere Diagnose liefern.
- Ablauf: kleiner operativer Eingriff, meist minimalinvasiv
- Dauer: abhängig vom Verfahren
- Ziel: eindeutige Diagnosesicherung
- Was ist das?
Um die bestmögliche und sicherste Therapie für Sie planen zu können, sind verschiedene Untersuchungen notwendig. Diese können ambulant oder stationär erfolgen. Falls erforderlich, leiten wir weitere Untersuchungen individuell für sie ein.
Alle Untersuchungen dienen dazu, Ihre Erkrankung exakt zu verstehen und die sicherste Therapie zu wählen. Die meisten Verfahren sind schmerzfrei, gut verträglich und werden nur durchgeführt, wenn sie medizinisch sinnvoll sind. Ihr Behandlungsteam klärt Sie vor jeder Untersuchung ausführlich auf und beantwortet gerne Ihre Fragen.
Interdisziplinäres Tumorboard – Therapieentscheidung im Team
Nach Vorliegen der Histologie wird Ihr Fall im Interdisziplinäres Tumorboard besprochen.
Hier beraten Fachärzte aus Thoraxchirurgie, Onkologie, Pneumologie, Radiologie und Strahlentherapie gemeinsam und empfehlen die bestmögliche, individuell angepasste Therapie.
Operation und Überwachung
Ergibt sich eine OP-Indikation, wird der Eingriff bei uns in hochmodernen Operationssälen durchgeführt:
- Offene Thorakotomie: Klassischer Zugang über einen Schnitt am Brustkorb.
- VATS (videoassistierte Thoraxchirurgie): Minimalinvasive Operation mit Kamera.
- RATS (robotisch assistierte Thoraxchirurgie): Besonders präzise, minimalinvasive OP mit Roboterunterstützung.
Ablauf am OP-Tag
- Aufnahme meist am Operationstag selbst im SDS-Bereich (Same Day Surgery).
- Die genaue Uhrzeit erfahren Sie am Vortag telefonisch über unsere zentrale Patientensteuerung.
- Postoperativ erfolgt in der Regel eine 24-stündige Überwachung, gelegentlich auch auf der Intensivstation, danach Verlegung auf die Normalstation.
Stationärer Verlauf bis zur Entlassung
Während Ihres Aufenthalts steht Ihre schnelle und sichere Erholung im Mittelpunkt:
- Bülau-Drainage: Dünner Schlauch im Brustkorb, der Luft oder Flüssigkeit ableitet.
Sie wird schmerzarm entfernt.
- Frühe Mobilisation: Frühzeitiges Aufstehen fördert Heilung und beugt Komplikationen vor.
- Atemtherapie: Unterstützt die Lungenfunktion nach der Operation.
- Schmerztherapie: Medikamentös oder mittels PDK (Periduralkatheter) – ein Katheter nahe dem Rückenmark zur effektiven Schmerzreduktion.
- Sozialdienst: Unterstützung bei Reha-Anträgen, häuslicher Versorgung oder beruflichen Fragen.
Nach der Entlassung und weitere Therapie
Die endgültige Histologie liegt meist nach etwa sieben Tagen vor. Danach erfolgt:
- Erneute Vorstellung im interdisziplinären Tumorboard
- Bei Bedarf Anbindung an das Universitäres Cancer Center Hamburg (UCCH)
- Planung weiterer Therapien wie Chemotherapie (medikamentöse Krebsbehandlung) oder Strahlentherapie (Bestrahlung von Tumorgewebe)