Psychische Erkrankungen in der hausärztlichen Versorgung

Dieser Arbeitsbereich beschäftigt sich mit dem Erkennen, dem Umgang und der Behandlung psychischer Erkrankungen oder psychischer Beeinträchtigungen von hausärztlichen Patient:innen. Bisherige Schwerpunkte lagen bei den Erkrankungen Depression, Angststörung und Demenz, andere psychische Erkrankungen und Zustände sind jedoch nicht ausgeschlossen. Die psychischen Erkrankungen oder zustände werden primär oder als Begleiterkrankungen chronischer somatischer Erkrankungen untersucht. Neben ambulanten hausärztlichen Patient:innen zählen ebenfalls hausärztlich betreute Patient:innen in Pflegeeinrichtungen zur untersuchten Patient:innengruppe.

Übergeordnetes Ziel des Arbeitsbereichs ist es, die Versorgung von hausärztlichen Patient:innen mit psychischen Beeinträchtigungen zu verbessern. Dazu werden Maßnahmen zur Prävention, Früherkennung oder Behandlung sowie begleitende Maßnahmen zur Unterstützung der Versorgung untersucht. Ziel der Forschung ist es ebenfalls alle Maßnahmen so zu gestalten, dass sie neben dem Nutzen für die Patient:innen eine langfristige Entlastung für die Tätigkeit von Hausärzt:innen erreichen, z.B. durch frühzeitige Erkennung psychischer Beeinträchtigungen und rechtzeitige Interventionen, um Chronifizierungen und gesteigerte Inanspruchnahme zu vermeiden. Ziel ist dabei auch die Kommunikation und Kooperation mit weiteren Beteiligten und Berufsgruppen zu stärken und soziale Netzwerk Betroffener zu aktivieren.

Leitlinienkoordination: Marion Eisele , Nadine Pohontsch

Aktuelle Projekte

Empor-Logo

Entwicklung eines Leitfadens für Gespräche zwischen Pflegefachpersonen und Angehörigen von Menschen mit Demenz in Pflegeheimen zum sinnvollen und zielgerichteten Einbezug dieser in die Versorgung (EMPOR)

Die „EMPOR“-Studie entwickelte Materialien für die Kommunikation zwischen Pflegepersonen und Angehörigen von Menschen mit Demenz in Pflegeeinrichtungen. Diese sollen das Vertrauen und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Angehörigen und Pflegepersonen fördern. Lösungsorientierte und zielgerichtete Kommunikation soll Angehörigen ermöglichen, sich in die Versorgung der Menschen mit Demenz auch nach deren Umzug in eine Pflegeeinrichtung einzubringen, um die Versorgung zu individualisieren. Die Materialien können kostenlos per E-Mail angefordert werden.

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Zwei Ärzte sitzen sich bei einer Sprechstunde gegenüber

TriaTalkSuccess – Triadische Gesprächssituationen mit Menschen mit Demenz und informell Pflegenden in der hausärztlichen Versorgung erfolgreich meistern

In der Studie „TriaTalkSuccess“ wird eine Gesprächshilfe entwickelt, um die Kommunikation zwischen Hausärzt:innen, Menschen mit beginnender Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Ziel ist es, den Dialog in der hausärztlichen Versorgung zu erleichtern und Menschen mit Demenz eine aktive Rolle in der Konsultation zu ermöglichen.

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Kürzlich abgeschlossen

GET.FEEDBACK-Logo

Depressionsscreening in der Hausarztpraxis: Steigerung der klinischen Effektivität und ökonomischen Effizienz durch patienten-orientiertes Feedback (GET.FEEDBACK.GP)

Die randomisiert, kontrollierte GET.FEEDBACK.GP-Studie untersuchte, wie eine patienten-orientierte Rückmeldung im Rahmen des Depressionsscreenings in der Hausarztpraxis den Verlauf von depressiven Symptomen verbessern kann. Ziel war es, die Depressionsfrüherkennung zu steigern und durch gezielte Rückmeldung eines positiven Screening Ergebnisses an die Patient:innen - und nicht nur an die Hausärzt:innen – den Verlauf der Depression zu verbessern. Ergebnis: Die Bereitstellung gezielter Rückmeldungen an Patienten und Hausärzte nach einem Depressionsscreening führt im Vergleich zu Rückmeldungen nur an Hausärzt:innen allein oder ohne Rückmeldungen zu keiner signifikanten Verringerung der Schwere der Depression.

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Frühere Projekte