Versorgung am Lebensende

Der Arbeitsbereich untersucht Fragestellungen im Zusammenhang mit der Versorgung von Menschen am Lebensende. Das Lebensende umfasst nicht nur den unmittelbaren Sterbeprozess, sondern schließt auch den oft mehrere Monate oder Jahre andauerndenZeitraum mit ein, in dem Menschen mit einer fortschreitenden Erkrankung oder zunehmender Gebrechlichkeit (frailty) und damit verbundener Pflegebedürftigkeit leben.

Die demographische Entwicklung geht mit einer Zunahme insbesondere chronisch progredienter nicht-onkologischer Erkrankungen (z.B. COPD und Herzinsuffizienz) und Multimorbidität, aber auch älterer, gebrechlicher Menschen einher. Durch die oft unklaren und schwer vorhersagbaren Krankheitsverläufe sowie vorhandener Komorbiditäten wird dieVersorgungssituation der Patient:innen komplexer. Der personelle und zeitliche Ressourcenmangel in der hausärztlichen Primärversorgung bei gleichzeitig steigendem Versorgungsbedarf und einer Verlängerung der Phase am Lebensende erfordern multidimensionale und interprofessionelle Versorgungskonzepte, um den Verbleib in der Häuslichkeit zu ermöglichen und Hospitalisierungen zu vermeiden. Die Perspektive und Integration der Angehörigen sowie die Stärkung der Beteiligung der Patient:innen (patientactivation) sind dabei wesentlich. Zielsetzung in diesem Arbeitsbereich ist die Erforschungvon individuellen Versorgungsbedürfnissen und -bedarfen, strukturellen Erfordernissen sowie die Entwicklung und Erprobung von daran angepassten Versorgungskonzepten.

Kontakt: Gabriella Marx-Rosenberg

Aktuelle Projekte

Pepa+-Logo

PEPAplus - Erweiterte Versorgungsaufgaben für Bachelor-qualifizierte Pflegefachpersonen in der stationären Altenpflege

Das Modellvorhaben PEPAplus zeigt, wie Bachelor-qualifizierte Pflegefachpersonen mit erweiterten Kompetenzen die Versorgung in stationären Pflegeeinrichtungen stärken können. Durch ein neues, pflegerisch geleitetes Rollenprofil sollen akute gesundheitliche Veränderungen frühzeitig erkannt, unnötige Krankenhauseinweisungen verhindert und die Versorgungsqualität für Bewohner:innen mit komplexem Pflegebedarf verbessert werden. In einem gestuften Implementierungsprozess und umfassender Evaluation untersucht das Projekt Machbarkeit, Sicherheit und Nutzen des Ansatzes – und liefert zugleich wichtige Impulse für interprofessionelle Zusammenarbeit und zukünftige Pflegeentwicklungen.

Zur Studienwebsite

ESCAPE Logo

ESCAPE: EU-gefördertes Projekt für Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz und weiteren chronischen Erkrankungen

Das ESCAPE-Projekt untersucht, ob eine personalisierte und integrierte Versorgung für ältere Patient:innen mit Herzinsuffizienz und weiteren chronischen Erkrankungen ihre Lebensqualität verbessern kann. Durch langfristige, teambasierte Unterstützung und regelmäßige Beratung wird den Betroffenen geholfen, ihre gesundheitlichen Belange und den Umgang mit Stress besser zu bewältigen. Ziel ist es, eine bessere Vernetzung zwischen Hausärzt:innen, Spezialist:innen und Patient:innen zu schaffen und so die Behandlungsergebnisse zu optimieren.

Zur Studienwebsite

Expand-Care-Logo

Expand-Care – Erweiterte pflegerische Kompetenzen zur Verbesserung personenzentrierter Pflege von Bewohnerinnen und Bewohnern in Langzeitpflegeeinrichtungen: explorative, cluster-randomisierte Studie (2021 – 2024)

Das Expand-Care-Projekt untersucht, wie akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen mit erweiterten Kompetenzen zur Umsetzung personenzentrierter Pflege für ältere Menschen mit komplexen Unterstützungsbedürfnissen in Langzeitpflegeeinrichtungen beitragen können. In einer explorativen, cluster-randomisierten Studie wird ein neu entwickeltes Interventionsmodell in Pflegeheimen in Lübeck und Hamburg auf Machbarkeit und Effekte geprüft. Ziel ist es, ein tragfähiges Rahmenmodell für die Weiterentwicklung professioneller Pflege zu schaffen.

Zur Studienwebsite

Ärzte in einer Besprechung

interprof HOME – Entwicklung und Testung eines interprofessionellen personenzentrierten Versorgungskonzeptes für in der Häuslichkeit lebende Patient*innen

Die Studie interprof HOME entwickelt und testet ein interprofessionelles, personenzentriertes Versorgungskonzept zur Optimierung der ambulanten Versorgung pflegebedürftiger Patientinnen in der Häuslichkeit. Ziel ist es, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden, ungeplante ärztliche oder rettungsdienstliche Inanspruchnahmen zu reduzieren und die Lebensqualität der Patientinnen zu verbessern. Die Studie verfolgt einen bedarfsorientierten Ansatz und wird durch Fokusgruppen, Interviews und Best-Practice-Beobachtungen unterstützt.

Zur Studienwebsite

Kopal Logo

Entwicklung und Evaluation eines Konzeptes zur berufsübergreifenden Zusammenarbeit bei Patientinnen und Patienten mit palliativem Versorgungsbedarf (KOPAL)

Die KOPAL-Studie zielt darauf ab, die Versorgung von Patient:innen mit nicht-onkologischen chronischen Erkrankungen durch eine intensivierte, berufs- und fachübergreifende Zusammenarbeit zu verbessern. Durch strukturierte Fallbesprechungen zwischen Hausärzt:innen und SAPV-Teams soll die Symptomlast verringert, Krankenhausaufenthalte reduziert und die Lebensqualität der Betroffenen gesteigert werden. Die Studie wird an vier norddeutschen Standorten durchgeführt und evaluiert die Wirksamkeit dieses neuen Versorgungsansatzes.

Zur Studienwebsite

Frühere Projekte