Die Geschichte des Instituts

Die Psychosomatische Abteilung an der II. Medizinischen Klinik des UKE wurde von Prof. Dr. Arthur Jores (1901 bis 1982) begründet. Vor dem Hintergrund persönlicher Erfahrungen im Nationalsozialismus wandte sich der Ordinarius für Innere Medizin und spätere Rektor der Universität Hamburg (1950) der Wechselwirkung von seelischem Leid und körperlicher Krankheit zu und wurde zu einem der Mitbegründer der wissenschaftlichen Psychosomatik nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland.

Unter seinem Nachfolger Prof. Dr. Dr. Adolf-Ernst Meyer (1925 bis 1995), der die sich verselbständigende Abteilung von 1962 bis 1992 leitete, richtete sich das Profil der Abteilung vor allem an der Forschung aus. Höhepunkt und Blüte dieser Anstrengungen war der Sonderforschungsbereich 115 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) „Psychosomatik, Klinische Psychologie, Psychotherapie“.

Besondere Forschungsanstrengungen galten der Gruppentherapie, der Therapie der Anorexia Nervosa und der vergleichenden Psychotherapieforschung. Meyer ist auch einer der Väter des Psychotherapeutengesetzes, welches von seinem Mitarbeiter Prof. Dr. Rainer Richter maßgeblich vorangetrieben wurde und die Grundlage für Ausbildung und Berufstätigkeit der Psychologischen Psychotherapeuten in Deutschland darstellt.

Nach 1992 leiteten seine früheren Mitarbeiter Prof. Dr. Dr. Stephan Ahrens und Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Deneke die Abteilung und führten diese im Sinne Meyers fort. Neben weit gespannter Forschungstätigkeit (Entwicklung und Erprobung qualitativer Forschungsmethoden in der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapieforschung, Psychische Struktur und Gesundheit, Narzissmus, Schmerz, Allergische Erkrankungen, Hörsturz und Tinnitus) traten Fragen der Versorgung in den Vordergrund.

Neben der konsiliarischen Versorgung des UKE bei psychosomatischen Fragestellungen unterhielt die Abteilung eine breit nachgefragte Ambulanz und enge Liaison-Kontakte zu einzelnen Kliniken.

1986 wurde eine Weiterbildungseinrichtung für Psychotherapie (das heutige Adolf-Ernst-Meyer-Institut für Psychotherapie ) begründet, um einem Mangel an Psychotherapeuten in Hamburg abzuhelfen.

Mit der Neuberufung von Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Bernd Löwe im Jahr 2007 war die Einrichtung eines stationären Behandlungsangebots in der Schön Klinik Hamburg Eilbek verbunden und wurde die dortige Universitäre Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie begründet. Damit hat die „Abteilung“, heute "Institut und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie", nunmehr direkten Zugang zur stationären psychosomatischen Versorgung und damit verbundenen tagesklinischen Angeboten.

Es besteht nun ein umfassendes Versorgungsangebot im Sinne einer multidisziplinären Psychosomatischen Medizin in Versorgung, Forschung und Lehre.