Nierentransplantation bei Erwachsenen

  • Indikation
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    Indikation

    Bei folgenden Erkrankungen kann eine Nierentransplantation durchgeführt werden, meist in einem Stadium der Erkrankung, in der eine terminale, dialysepflichtige Niereninsuffizienz vorliegt.

    • Glomerulonephritiden
    • Autoimmunerkrankungen der Niere
    • Diabetische Nephropathie
    • Folgeschäden derarteriellen Hypertonie
    • Interstitielle Nephritiden
    • Polyzystische Leber- und Nierendegeneration
    • Zustand nach akutem Nierenversagen
    • Zustand nach Nephrektomie bei Tumorerkrankungen
    • terminale bzw. dialysepflichtige Niereninsuffizienz
    • Hämolytisch-urämisches Syndrom (Shigatoxin-assoziiert, Pneumokokken-assoziiert,m atypisches HUS)
    • erworbene Glomerulopathien bzw. Glomerulonephritis, z. B. FSGS, IgA-Nepritis, ANCA-assoziierte Formen, Schönlein-Henoch-Nephritis
    • Autoimmunerkrankungen der Niere
    • diabetische Nephropathie
    • Nierenerkrankung durch arterielle Hypertonie
    • interstitielle Nephritis
    • Zustand nach akutem Nierenversagen
    • Zustand nach Nephrektomie bei Tumorerkrankungen
    • angeborene Fehlbildungen der Niere und des Harntraktes (Congenital anomalies of kidney and urinary tract, CAKUT)
    • posteriore Uretralklappen
    Wenn bei Ihnen eine terminale, dialysepflichtige Niereninsuffizienz vorliegt, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen, ob Sie sich bei uns in der Ambulanz zur Beratung betreffend einer Nierentransplantation vorstellen sollten.

    Darüber hinaus gibt es aber auch viele seltenen Erkrankungen, die durch eine Nierentransplantation behandelt bzw. geheilt werden können:

    Angeborene Fehlbildungen der Nieren und des Harntrakts (Congenital anomalies of kidney and urinary tract, CAKUT)

    • Posteriore Uretralklappen
    • Prune bellySyndrom
    • Multicystische Nierendysplasie (bilateral)
    • Hypoplasie und Dysplasie der Nieren
    • Refluxnephropathie
    • Andere obstruktive Uropathien
    • Cystische Nierenerkrankungen und Ziliopathien
    • Autosomal-rezessive polycystische Nierendegeneration
    • Autosomal-dominante Nierendegeneration
    • Nephronophtise (isoliert, syndromeal)
    Stoffwechselerkrankungen
    • Nephropathische Cystinose
    • Primäre Hyperoxalurien
    Angeborene Glomerulopathien
    • Alport Syndrom
    • Genetische Formen der FSGS
    • WT1-assoziierte Erkrankungen(Denys Drash Syndrom, Frasier Syndrom)
    Erworbene Nierenerkrankungen Erworbene Glomerulopathien
    • FSGS, IgA-Nephritis, ANCA-assoziierte Formen, Schönlein-Henoch Nephritis

    Verantwortlich für den Inhalt
    Autoren: Prof. Dr. Friedrich Thaiss, Dr. Silke Scheidat
    Erstellung: 07.07.2015
    Letzte Änderung: 07.07.2015
  • Wie die Aufnahme auf die Lebertransplantations-Warteliste erfolgt

    Um auf die Nierentransplantations-Warteliste aufgenommen zu werden, sollten Sie sich in der Nierentransplantations-Ambulanz vorstellen. Wir werden dann die Notwendigkeit einer Transplantation überprüfen. Danach werden gegebenenfalls Voruntersuchungen in die Wege geleitet, die meist in mehreren ambulanten Aufenthalten erfolgen können, um zu überprüfen, ob Ihre übrigen Organe gesund sind. Nach Abschluss aller Untersuchungen werden Ergebnisse in der Transplantationskonferenz besprochen und die endgültige Entscheidung über Ihre Aufnahme auf die Warteliste getroffen.

    Was die Wartezeit beeinflusst

    Die Vergabe der Nierentransplantate durch EUROTRANSPLANT erfolgt primär nach Wartezeit und Übereinstimmungsgrad der Gewebetypisierung zwischen dem Nierenspender und dem potentiellen Empfänger. Die Berechnung der Wartezeitpunkte beginnt mit dem 1. Tag der regelmäßigen Dialysebehandlung. Die Vergabe der Organangebote über EUROTRANSPLANT erfolgt in verschiedenen Programmen:

    • ETKAS: dem Allokationsprogramm für Empfänger, die jünger als 65 Jahre alt sind
    • ESP: dem Allokationsprogramm für Empfänger, die 65 Jahre alt oder älter sind
    • AM: acceptable mismatch Programm
    • HU: Listung mit hoher Dringlichkeitsstufe (high urgency)

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    Erstellung: 07.07.2015
    Letzte Änderung: 07.07.2015
  • Wie die Operation verläuft

    Durch Ihren behandelnden Nephrologen, den diensthabenden Nephrologen im UKE oder unsere Transplantationskoordination werden Sie informiert, wenn ein Organ für Sie zur Verfügung steht. Machen Sie sich bitte so rasch wie möglich auf den Weg ins Krankenhaus. Sie werden dann zunächst auf der Transplantationsstation aufgenommen und dort von unserem spezialisierten Pflegepersonal und Ärzten empfangen. Während der Nierentransplantation wird die Spenderniere in das rechte oder linke kleine Becken eingepflanzt. Die Transplantation ist eine große Operation, die etwa zwei bis drei Stunden dauert.

    Wie der Krankenhausaufenthalt aussieht

    Nach der Transplantation werden Sie in aller Regel direkt zurück auf die Transplantationsstation verlegt. Wenn die Transplantation normal verläuft, werden Sie ungefähr nach ein bis zwei Wochen entlassen.

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    Erstellung: 07.07.2015
    Letzte Änderung: 07.07.2015
  • Wie die Anschlussbehandlung aussieht

    Um nach der großen Operation wieder richtig fit zu werden, raten wir allen Patienten zu einer "Kur" nach dem Krankenhausaufenthalt. Hier können die Nierenwerte zunächst noch regelmäßig überwacht werden. Zusätzlich können Sie durch Krankengymnastik wieder mit dem Muskelaufbau beginnen. Einige Rehabilitationseinrichtungen arbeiten eng mit uns zusammen und sind auf die Betreuung transplantierter Patienten spezialisiert.

    Wo die Nachsorge erfolgt

    Nach der Nierentransplantation sollten Sie sich regelmäßig in unserer Transplantationsambulanz sowie bei Ihrem Nierenfacharzt vorstellen. Alle Patienten erhalten nach einer Transplantation von uns ein Transplantationsnachsorgeheft. Hier sind wesentliche Untersuchungen, die durchgeführt werden sollten, aufgeführt bzw. werden individuell durch den Arzt der Ambulanz für Sie festgelegt. Um die Kooperation mit dem Nierenfacharzt zu vereinfachen, haben wir eine Arzthotline, über die Ihr Nierenfacharzt jederzeit einen Ambulanzarzt für Rückfragen erreichen kann.

    Arzthotline: +49 (0) 40 7410 - 23409

    Für Anfragen von Patienten stehen Ihnen stets unsere Transplantations-Pflegefachkräfte zur Verfügung.

    Welche Nachsorgeuntersuchungen regelmäßig notwendig sind

    Alle transplantierten Patienten sollten sich lebenslang in der Transplantations-Ambulanz vorstellen, um die Transplantatfunktion zu überprüfen und gegebenenfalls die immunsuppressive Therapie anzugleichen. Hierzu sind regelmäßig Blutuntersuchungen und ein Ultraschall notwendig. Nur selten muss eine Biopsie der Leber erfolgen.

    Wie die Jahreskontrolluntersuchung aussieht

    Zum "Jahres-Check-up" finden ausführlichere Untersuchungen statt, wie in ihrem Nachsorgeheft angegeben. In der Regel sollten sie dies zu den Jahreskontrollen mitbringen:

    • alle Befunde von Vorsorgeuntersuchungen
    • 24-Stunden-Sammelurin
    • alle Arztbriefe, die Ihnen vorliegen
    • alle Röntgenuntersuchungen auf CD

    Wie wir unsere Patienten schulen

    Optimale Patientenschulung nach der Transplantation ist für uns ein besonders wichtiges Ziel, damit Sie als Transplantierter Ihre Gesundheit und Ihre Leberfunktion mit uns gemeinsam überwachen können. Durch unsere speziell ausgebildeten Transplantationsschwestern und dem spezialisierten Ärzteteam werden wir Sie auf der Station und in der Ambulanz zu allen Themen nach der Transplantation ausführlich informieren. Zu vielen Themen haben wir spezielle Broschüren entwickelt, die unser geschultes Pflegeteam mit Ihnen gemeinsam liest und bespricht:

    Medikamente nach der Transplantation

    Damit Ihre neue Niere nicht abgestoßen wird, müssen Sie in Zukunft sehr regelmäßig Medikamente, die sogenannten immunsuppressiven Medikamente, einnehmen. Diese Medikamente setzen Ihre Immunabwehr herab und verhindern, dass Ihr Immunsystem die "neue Niere" angreift und abstößt. Bitte bedenken Sie, dass dies Ihr ganzes Leben so bleibt und Sie die Medikamente immer regelmäßig einnehmen müssen

    Medikamente:

    • Ciclosporin A
    • Tacrolismus
    • Kortison-Präparate
    • Mycophenolat Mofetil
    • Azathioprin
    • Everolimus
    • Sirolimus
    • Basiliximab
    • Belatacept

    Genauere Informationen zu diesen Medikamenten erhalten Sie während unserer individuellen Schulung, in unseren Broschüren oder Transplantationsbuch.

    Wichtige Laborparamenter, die Sie kennenlernen sollten

    • Rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen
    • Creatinin, Harnstoff, Urin-Sticks und –Sediment, 24h-Sammelurin
    • GOT und GPT (Enzyme in den Leberzellen)
    • Bilirubin (ist ein Abbauprodukt der roten Blutkörperchen)
    • Gamma-GT und alkalische Phosphatase (Lebernzyme)
    • CRP =Entzündungsparameter
    • Kreatinin und Harnstoff (Nierenwerte)
    • Cyclosporin-A-, Tacrolimus-, Everolimus- oder Sirolimus-Spiegel
    • Blutzucker -Cholesterin und Triglyceride (Blutfette)

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    Autoren: Prof. Dr. Friedrich Thaiss, Dr. Silke Scheidat
    Erstellung: 07.07.2015
    Letzte Änderung: 07.07.2015