09.07.2026        AKTUELLES

Steigende Temperaturen in Hamburg: Was jetzt für die Gesundheit wichtig ist

Fragen an… Prof. Dr. Martin Scherer

Nach einem kühleren Wochenstart steigen die Temperaturen in vielen Orten zum Wochenende deutlich an und nähern sich der 30-Grad-Grenze. Doch was macht der schnelle Wetterumschwung mit unserem Körper? Worauf sollten insbesondere ältere Menschen, Kinder und Personen mit chronischer Erkrankung achten? Prof. Dr. Martin Scherer, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Thema Hitze und Gesundheitsschutz.

Warum ist große Hitze so belastend für unseren Körper?

Prof. Dr. Martin Scherer: Unser Körper hat eine Normaltemperatur von etwa 37 Grad, hier laufen in der Regel alle Prozesse im Körper reibungslos ab. Erhöht sich die Körpertemperatur bereits um nur ein Grad und ist unser Körper nicht mehr in der Lage, die Temperatur etwa durch Schwitzen herunter zu regulieren, gerät der Stoffwechsel aus dem Ruder. Dies kann insbesondere für ältere Menschen, die oft gesundheitlich vorbelastet sind, gefährlich werden – unter anderem auch, weil das Durstgefühl im Alter nicht mehr so ausgeprägt ist. Wer viel Flüssigkeit durch Schwitzen verliert und nicht genug trinkt, läuft Gefahr, ernsthafte gesundheitliche Probleme zu bekommen.

Viele Menschen berichten von Unwohlsein bei plötzlichem Wetterumschwung. Kann dies unserem Körper zu schaffen machen?

Ja, absolut, ein schneller Wetterumschwung kann den Körper durchaus belasten. Unser Organismus muss sich innerhalb kürzester Zeit auf völlig andere Bedingungen einstellen, viele berichten von Beschwerden wie Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel oder Kreislaufproblemen. Das vegetative Nervensystem versucht die Druck- und Temperaturwechsel der Umgebung auszugleichen, auch das spüren insbesondere ältere Menschen, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie mit chronischen Erkrankungen, wie Rheuma oder Asthma.

Wie kann ich meinen Körper am besten vor der Hitze schützen?

Das A und O: Ausreichend Trinken, am besten Mineralwasser. Bei Hitze verliert der Körper viel Flüssigkeit und damit auch wichtige Mineralstoffe. Bei älteren Menschen kann ein Trinkplan helfen. An heißen Tagen ist es außerdem sinnvoll, kleinere und leichtere Mahlzeiten zu sich zunehmen, diese belasten den Kreislauf weniger. Allgemein sollte eine direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden, insbesondere zu den heißen Mittagsstunden – das gilt vor allem auch für Kinder und Säuglinge. Verzichtet werden sollte insbesondere auch darauf, Alkohol in der prallen Sonne zu trinken.

Sport, Gartenarbeit, Einkaufen: Auf was sollte man bei Aktivitäten über 30 Grad achten?

Anstrengende körperliche Aktivitäten sollten möglichst in kühlere Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Wer sich tagsüber belastet, auch weil es vielleicht nicht anders geht, sollte regelmäßige Pausen einlegen, ausreichend trinken und auf Warnsignale des Körpers achten. Viele Menschen unterschätzen die Belastung: Sie treiben Sport in der Mittagshitze, trinken zu wenig, oder verbringen längere Zeit in der prallen Sonne. Hitze ist kein Ausnahmeereignis mehr, sondern gehört zunehmend zu unserem Alltag. Daher ist es wichtig, Schutzmaßnahmen einzuhalten – das gilt für junge, gesunde Menschen gleichermaßen wie für ältere oder kranke Menschen sowie für Babys und Kleinkinder.


Unternehmenskommunikation

Telefon:+49 (0) 40 7410 - 56061
Fax:+49 (0) 40 7410 - 54932
E-Mail:presse@uke.de
Adresse:Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
GB Unternehmenskommunikation
Martinistraße 52, Gebäude O35
20246 Hamburg