09.06.2026 AKTUELLES
Meilenstein für die Gesundheitsversorgung: Zwei Klinik-Neubauten für Hamburg
Die BG Kliniken und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wollen ihre Kooperation in Hamburg intensivieren. Dafür haben heute Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer, Bezirksamtsleiterin Bergedorf Cornelia Schmidt-Hoffmann sowie Reinhard Nieper und Prof. Dr. Christian Gerloff als Verantwortliche der BG Kliniken und des UKE in Anwesenheit von Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal Letters of Intent (LoIs) unterschrieben. Mit den LoIs bekräftigen die beteiligten Partner ihren gemeinsamen Willen, die geplante Zusammenarbeit und die beiden Neubauvorhaben weiterzuverfolgen. Die Vereinbarungen schaffen die Grundlage für die nun folgende vertiefte Planung der medizinischen, organisatorischen und baulichen Konzepte. Gleichzeitig dokumentieren sie das gemeinsame Ziel, die Versorgung Schwer- und Schwerstverletzter zu stärken, den Gesundheitsstandort Bergedorf weiterzuentwickeln und die Gesundheitsversorgung in Hamburg langfristig zukunftsfest aufzustellen.
Geplant ist ein Neubau des BG Klinikums Hamburg (BGKH) auf dem UKE-Campus zur Behandlung von Schwerstverletzten. Dieser soll mit einem ebenso geplanten Erweiterungsbau des UKE verschränkt werden. Gleichzeitig wird das BGKH wie geplant einen Neubau am heutigen Standort in Bergedorf errichten. Dort sollen insbesondere die Versorgung von Menschen mit Rückenmarksverletzungen, die fachübergreifende Frührehabilitation sowie ein qualifiziertes Notfallbehandlungsangebot und umfassende Ambulanzstrukturen weiterentwickelt werden. Die BG Kliniken planen im Rahmen dieses Projektes an beiden Standorten in Hamburg insgesamt über 1,2 Mrd. Euro aus Mitteln der Sozialversicherung finanziert durch die Deutschen Arbeitgeber (gesetzliche Unfallversicherung) zu investieren.
Mit dem Vorhaben wird zugleich die Gesundheitsversorgung im Hamburger Osten gestärkt. Ergänzend verfolgt das UKE das Ziel, seine ambulanten Angebote dort perspektivisch auszubauen. Zusammen mit den Weiterentwicklungen umliegender Krankenhäuser entstehen so zusätzliche Versorgungsangebote für die wachsende Bevölkerung der Region. Dazu gehört unter anderem der Ausbau der Zentralen Notaufnahme am Agaplesion Bethesda Krankenhaus Bergedorf.
Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Das UKE gehört zu den besten und modernsten Universitätskliniken Deutschlands. Der Senat und das UKE haben in den vergangenen Jahren große Investitionsprojekte umgesetzt. Dazu gehören der Neubau der Kinderklinik, der Martini-Klinik und der Campus Forschung II. Vor zwei Wochen wurde ein neues Universitäres Herz- und Gefäßzentrum eröffnet. Die jetzt vereinbarte Kooperation mit den BG Kliniken ist ein weiterer Schritt, die Universitätsmedizin in Hamburg zu stärken. Zugleich werden neue Investitionen der BG Kliniken in der Hansestadt möglich. Der Teilneubau des BG Klinikums auf dem UKE-Campus stärkt das UKE als Zentrum exzellenter Medizin in Forschung, Lehre und Krankenversorgung und das BG Klinikum als hochspezialisierte Klinik für die Versorgung von Schwer- und Schwerstverletzten. Bergedorf bleibt ein wichtiger Standort der BG Kliniken mit neuen Investitionen im Bereich der Rehabilitation und als Querschnittsgelähmten-Zentrum. Auch das Luftrettungszentrum und die Rettungswache in Bergedorf bleiben erhalten. Die Investitionen der BG Kliniken in Bergedorf und auf dem UKE-Gelände von insgesamt über einer Milliarde Euro sind ein starkes Signal für den Gesundheitsstandort Hamburg. Ich danke allen Beteiligten auf Seiten der Stadt, des UKE und der BG Kliniken sehr herzlich für ihre Arbeit und wünsche viel Erfolg bei der weiteren Planung und Umsetzung des Projekts.“
Maryam Blumenthal, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „In Hamburg setzen wir auf Kooperation statt auf Insellösungen. Der geplante gemeinsame Campus in Eppendorf bringt führende Kompetenzen in der Traumaversorgung an einem Standort zusammen und schafft optimale Bedingungen für Spitzenmedizin, Forschung, Lehre und Weiterbildung. Von dieser engen Vernetzung profitieren Patientinnen und Patienten ebenso wie die medizinische Ausbildung und die wissenschaftliche Weiterentwicklung wichtiger Fachgebiete wie Unfallchirurgie, Traumatologie und muskuloskelettale Medizin. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zu einer noch leistungsfähigeren Gesundheitsversorgung und stärken zugleich Hamburgs Rolle als führenden Gesundheits- und Forschungsstandort in Norddeutschland.“
Melanie Schlotzhauer, Senatorin für Gesundheit, Soziales und Integration: „Für die Menschen in Bergedorf ist wichtig zu wissen: Das BG Klinikum bleibt vor Ort. Bergedorf bleibt ein starker Gesundheitsstandort und wird gezielt weiterentwickelt – mit Schwerpunkten in Rehabilitation, ambulanter Versorgung und Rettungsmedizin. Gleichzeitig werden auf dem UKE-Campus die besonderen Stärken des BG Klinikums und des UKE noch enger zusammengeführt. So stärken wir die Versorgung Schwer- und Schwerstverletzter, entwickeln die Gesundheitsversorgung im Hamburger Osten weiter und stellen die medizinische Versorgung in Hamburg langfristig zukunftsfest auf.“
Cornelia Schmidt-Hoffmann, Bezirksamtsleiterin Bergedorf: „Die heute unterzeichnete Absichtserklärung bringt Klarheit über die weitere Entwicklung der BG Klinik in Bergedorf. Ich bin froh, dass in Bergedorf mit dem jetzt vorgesehenen Leistungsumfang – trotz der beabsichtigten Verlagerung – ein neuer medizinischer Leuchtturm auf modernem baulichem Niveau entstehen soll, der sowohl Reha-nahe stationäre als auch ambulante Versorgungsbereiche umfasst. Mit einem neuen ambulanten Angebot, das neben einer Unfallbehandlungsstelle auch eine kindertraumatologische Versorgung umfasst, wird die medizinische Versorgung in Bergedorf auch gewinnen und die Notfallversorgung hier im Bezirk abgesichert. Ein Neubau in Boberg ist darüber hinaus ein wichtiges Signal an die Beschäftigten am Standort. Dass sich auch das UKE in die Verbesserung der medizinischen Versorgung in Bergedorf durch ein medizinisches Versorgungszentrum in Oberbillwerder einbringen möchte, ist zudem ein starkes Signal für den Bezirk. Die Bergedorferinnen und Bergedorfer können darauf vertrauen, dass das Bezirksamt die Neubaupläne mit Nachdruck unterstützt und aber auch die medizinische Versorgung im Bezirk im Blick behalten wird.“
Reinhard Nieper, Vorsitzender der Geschäftsführung der BG Kliniken: „Mit der engen Verzahnung von Versorgungsmedizin und Forschung erreichen die BG Kliniken und das UKE gemeinsam eine neue Dimension in der Qualität der Notfall- und Traumaversorgung der Bevölkerung in Hamburg – mit einer Strahlkraft weit über Norddeutschland hinaus. Auf dem Uniklinik-Campus in Eppendorf entsteht durch die Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin in dem Neubau eine Klinik der Superlative. Mit dem Neubau in Bergedorf werden moderne Infrastrukturen und Arbeitsbedingungen geschaffen, die gleichsam einen Rahmen für qualifizierte Notfallbehandlungsangebote bieten sowie die Anforderungen an Akut- und Rehamedizin innovativ erfüllen. So können wir unser Versorgungsangebot für Hamburg und insbesondere für unsere Unfallversicherungsträger weiter optimieren.“
Prof. Dr. Christian Gerloff, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKE: „Mit einer dann auch räumlichen Verbindung von interdisziplinärer Universitätsmedizin und hochspezialisierter Unfallchirurgie auf dem UKE-Campus können wir die Traumaversorgung auf ein neues Level heben und die Notfallversorgung in Hamburg massiv stärken. Neben der dringend notwendigen Modernisierung der Infrastruktur greift das Projekt auch Grundgedanken der Krankenhausstrukturreform auf: Zentralisierung, Netzwerkbildung und trägerübergreifende Kooperation.“
Neubau für Schwerstverletztenversorgung auf UKE-Campus
Die BG Kliniken planen auf dem Gelände des UKE eine durch die gesetzliche Unfallversicherung finanzierte eigene Klinik mit gut 350 Betten zu bauen, in der insbesondere traumatologische Patientinnen und Patienten durch das BGKH versorgt werden. Im geplanten Neubau werden vor allem die Akut- und Notfallversorgung, Unfallchirurgie und Orthopädie, rekonstruktive und plastische Chirurgie mit Handchirurgie und Schwerstbrandverletztenzentrum untergebracht. Ergänzt wird dieses Versorgungsangebot des BGKH um integrierte Rehabilitationsangebote.
Schon jetzt arbeiten das UKE und das BG Klinikum Hamburg erfolgreich in der Traumaversorgung von Unfallopfern zusammen. Mit einem Neubau auf dem UKE-Campus in Verbindung mit der Umsetzung der Phase 2 des Zukunftsplans 2050 des UKE könnten die schwerstverletzten Patientinnen und Patienten durch das BGKH künftig direkt auf dem UKE-Campus und in enger Kooperation mit den Spezialistinnen und Spezialisten aller Fachbereiche des UKE versorgt werden.
Zudem sollen Forschung und Lehre im Bereich Unfallchirurgie, Traumatologie sowie muskuloskelettale Medizin gemeinsam weiter ausgebaut werden. Hierzu gehört insbesondere die Stärkung der Facharztweiterbildung sowie die Ausbildung des pflegerischen und therapeutischen Personals, die klinische Forschung und Entwicklung von Medikamenten und Medizinprodukten sowie die generelle Zusammenarbeit in Forschungskooperationen.
Neubau in Bergedorf kombiniert wohnortnahe Versorgung und Querschnittgelähmten-Zentrum
Am Standort Bergedorf wird ein Klinikneubau entstehen, mit der Konzentration auf eine Reha-nahe stationäre Versorgung und Notfallbehandlungsangebote sowie einer starken ambulanten Versorgung. Zur Sicherstellung der Notfallversorgung wird das Luftrettungszentrum sowie die Rettungswache am Standort bleiben.
Im stationären Bereich wird das BGKH am Standort Bergedorf seine Spitzenstellung als Querschnittgelähmten-Zentrum, in der fachübergreifenden Frührehabilitation und der integrierten Rehabilitation weiter ausbauen. Es werden moderne Infrastrukturen und Arbeitsbedingungen geschaffen, sodass sämtliche spezialisierte Rehaverfahren für die gesetzlich Unfallversicherten, aber auch Leistungen im Bereich der Berufskrankheiten und der Individualprävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie im Bereich der Berufsdermatologie ausgebaut und weiterentwickelt werden können.
Im ambulanten Bereich soll in Bergedorf unter anderem ein Medizinisches Versorgungszentrum mit integrierter Notfallambulanz sowie einem Ambulanten OP-Zentrum ergänzt werden. Auch ist ein ambulantes kindertraumatologisches Versorgungsangebot sowie ein Sportmedizinisches Zentrum vorgesehen.
UKE und BG Klinikum Hamburg
Das UKE und das BGKH gehören zu den wichtigsten medizinischen Einrichtungen in Norddeutschland. Beide Häuser zeichnen sich durch ihre herausragende medizinische Expertise aus. Als universitäres Spitzenzentrum für Forschung, Lehre und Krankenversorgung nimmt das UKE national wie international eine bedeutende Rolle ein. Das BGKH verfügt über eine jahrzehntelange Tradition als hochspezialisierte Unfallklinik mit herausragenden Kompetenzen in der Versorgung Schwer- und Schwerstverletzter.
Baulich veraltete Strukturen, wachsende gesetzliche Anforderungen, zunehmende Spezialisierung, der demographische Wandel sowie die Notwendigkeit zukunftsfähiger interdisziplinärer Behandlungskonzepte machen eine enge Kooperation der beiden Häuser sinnvoll und vorteilhaft – für eine bestmögliche Versorgung aller Hamburgerinnen und Hamburger sowie Patientinnen und Patienten aus der Metropolregion.
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