28.05.2026        AKTUELLES

Universitäres Herz- und Gefäßzentrum Hamburg des UKE feierlich eröffnet

Für die Herzmedizin von morgen

Der Neubau des Universitären Herz- und Gefäßzentrums des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ist heute vom Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Peter Tschentscher, feierlich eröffnet worden. Während eines Festaktes mit mehreren Hundert geladenen Gästen, darunter die Senatorin der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Maryam Blumenthal und Staatsrätin Eva Gümbel, haben Geistliche verschiedener Konfessionen das neue Gebäude eingeweiht. Unter einem Dach werden künftig Kardiologie, Herzchirurgie, Kinderherzmedizin, Gefäßmedizin, Pneumologie und Thoraxchirurgie, ergänzt um eine Dialyseeinheit, vereint. Der Neubau mit 15 Stationen, zehn Interventions-Suiten (Katheterlabore) und neun OP-Sälen verbindet hochmoderne universitäre Patient:innenversorgung mit translationaler Forschung und setzt damit neue Maßstäbe für die Herz-, Gefäß-, und Lungenmedizin in Deutschland.

„Der Neubau des Universitären Herz- und Gefäßzentrums stärkt Hamburg als führenden Standort der Medizin in Deutschland. Das UKE verbindet im Herzzentrum Hochleistungsmedizin mit exzellenter Forschung und Lehre. Das UHZ setzt Maßstäbe für die interdisziplinäre Zusammenarbeit, um Menschen mit Herzerkrankungen bestmöglich zu behandeln. Ich gratuliere dem UKE zur Eröffnung des Herzzentrums und wünsche den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den künftigen Patientinnen und Patienten alles Gute für die Zukunft“, sagt Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg.

„Der Neubau des Universitären Herz- und Gefäßzentrums des UKE ist ein doppelter Gewinn für die gesamte Stadt und die Metropolregion. Von nun an werden Herzkranke jeden Alters hier bestmöglich versorgt und gleichzeitig Forschung auf internationalem Spitzenniveau vorangetrieben. Alleinstellungsmerkmal ist dabei nicht nur die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit im ,Hamburger Modell‘, sondern auch die enge Verbindung von Forschung und Versorgung. So kommen wichtige Erkenntnisse zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen – noch immer Todesursache Nummer eins in Deutschland – schnellstmöglich dorthin, wo sie Leben retten: zu den Patientinnen und Patienten“, sagt Senatorin Maryam Blumenthal, Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung.

„Das Universitäre Herz- und Gefäßzentrum schreibt heute seine Erfolgsgeschichte in patient:innenorientierter, universitärer Spitzenmedizin weiter. Mit diesem modernen und richtungsweisenden Neubau schaffen wir optimale Bedingungen für eine interdisziplinäre, multiprofessionelle Zusammenarbeit und eine translationale Forschung mit dem Ziel, junge wie ältere Patient:innen jetzt noch besser versorgen zu können. Ich möchte mich bei all denjenigen bedanken, die den Bau durch ihre tatkräftige Unterstützung möglich gemacht haben“, sagt Prof. Dr. Christian Gerloff, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKE.

„Unser neues Universitäres Herz- und Gefäßzentrum steht als Maximalversorger für den Anspruch, menschlich zugewandte Medizin und Pflege, wissenschaftliche Exzellenz und höchste Innovationskraft zu vereinen. Durch die enge Verzahnung von Forschung, Lehre und klinischer Expertise schaffen wir die Voraussetzungen für eine personalisierte Herz- und Gefäßmedizin auf höchstem Niveau – von minimalinvasiven interventionellen und operativen Therapieverfahren bis hin zu komplexen Herz- und Lungentransplantationen, getragen von multiprofessioneller, interdisziplinärer Zusammenarbeit“, sagt Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums Hamburg des UKE.

Vernetzte Versorgung für die Patient:innen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören weiterhin zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Aufgrund des demografischen Wandels und der steigenden Zahl älterer Patient:innen wächst zugleich der Bedarf an hochspezialisierter medizinischer Versorgung kontinuierlich. Das Universitäre Herz- und Gefäßzentrum Hamburg verfolgt dabei einen besonderen Ansatz: Patient:innen werden nicht entlang von Klinikgrenzen, sondern organ- und krankheitsorientiert versorgt. Interdisziplinäre Teams aus verschiedenen Fachbereichen entscheiden gemeinsam über die jeweils beste Therapie – von der Diagnostik über interventionelle Eingriffe bis hin zu komplexen Operationen und Transplantationen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf minimalinvasiven und kathetergestützten Verfahren, etwa in der Herzrhythmustherapie, der Herzklappenmedizin oder der Behandlung komplexer Gefäßerkrankungen. Hinzu kommen robotikgestützte Chirurgie, Kinderherzchirurgie sowie Herz-, Lungen- und kombinierte Herz-Lungen-Transplantationen. Durch die enge räumliche und medizinische Vernetzung entstehen kurze Wege und eine hochintegrierte Versorgung für Patient:innen aller Altersgruppen. Gleichzeitig ermöglicht der Neubau, auch künftig flexibel auf neue Anforderungen in Medizin, Forschung und Gesundheitsversorgung zu reagieren.

Hochmoderner Neubau mit exzellenter medizinischer Ausstattung

Das Gebäude ist in seiner Ausstattung wegweisend: Auf sechs Ebenen mit einer Fläche von rund 72.000 Quadratmetern Nutzfläche findet die Akutversorgung sowie die ambulante und stationäre Versorgung von großen und kleinen Patient:innen mit Herz-, Gefäß- und Lungenerkrankungen, ergänzt um moderne Dialyseverfahren, statt. Dafür stehen insgesamt 379 Betten, darunter 60 Intensivbetten sowie 16 Betten auf der „Cardio Vascular Care Unit (CVCU)“, auf sechs Allgemeinpflegestationen, zwei Komfortstationen, einer Kinderherzstation sowie drei Erwachsenen-Intensivstationen und einer Kinderintensivstation zur Verfügung. Patient:innen mit Herzinsuffizienz (Herzschwäche) werden auf der hochspezialisierten „Heart Failure Unit“ behandelt, u.a. vor und nach Transplantationen oder mit Herzunterstützungssystemen. Erstmals werden die Disziplinen Pneumologie und Thoraxchirurgie gemeinsam Patient:innen auf einer Station vor und nach Lungeneingriffen und mit chronischen Lungenerkrankungen behandeln.

Insgesamt stehen neun Operationssäle – darunter drei Hybrid-OPs und ein mit Operationsrobotik ausgestatteter Saal – sowie zehn Interventions-Suiten inklusive zwei Hybrid-Suiten für kathetergestützte Eingriffe zur Verfügung. Ergänzt wird die Infrastruktur durch 23 Dialyseplätze, eine große funktionsdiagnostische Abteilung mit rund 30 spezialisierten ambulanten Sprechstunden sowie eine leistungsfähige Sterilgutaufbereitung. Zentrale Bedeutung hat das „Cardiovascular Imaging Center“, das gemeinsam von der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin und der Klinik für Kardiologie betrieben wird. Hochauflösende CT- und MRT-Verfahren der neuesten Generation sowie der Herzultraschall machen eine präzisere Diagnostik und Therapie von Herz-Gefäß-Erkrankungen in sehr frühen Stadien möglich.

Offene Atmosphäre mit Hamburg Flair

Die Räume wurden konsequent auf die Bedürfnisse der Patient:innen ausgerichtet. So gibt es speziell für die kleinen und großen Patient:innen, die aufgrund schwerer Herzerkrankungen viele Wochen im Klinikum verbringen müssen, Aufenthaltsräume mit Pantry, einen Trainingsraum und Unterbringungsmöglichkeiten für Angehörige in den Zimmern. Weitere Rückzugsorte wie der Raum der Stille und Aufenthaltsräume, die mit Unterstützung des Fördervereins „Herz im Zentrum“ mit einem speziellen Lichtkonzept ausgestattet sind, runden das Konzept ab. Auf der Kinderherzstation sind Spiel- und Jugendzimmer für unterschiedliche Altersstufen eingerichtet. Das gesamte Gebäude ist auf allen Etagen mit rund 1000 Fotografien aus Hamburger Themenwelten wie Architektur, Elbe und Alster, Parkanlagen sowie Kultur und Sport durch die Dorit & Alexander Otto Stiftung ausgestattet worden. Das besondere Ambiente wird ergänzt durch das Café „Health Kitchen“ im Erdgeschoss.

Erste Phase Zukunftsplan 2050 des UKE abgeschlossen

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 292 Millionen Euro und wurden über das in der Stadt praktizierte Mieter-Vermieter-Modell realisiert. Der Neubau entstand nach Plänen der Architekten Nickl & Partner (München) und wurde von der Bau- und Techniktochter des UKE (KFE Klinik Facility-Management Eppendorf) realisiert. Es ist das dritte abgeschlossene Großprojekt des UKE-Zukunftsplans 2050 der vergangenen Jahre nach der Inbetriebnahme der Martini-Klinik (2024) und von Campus Forschung II und Hamburg Center for Translational Immunology (2025).

Umzug in den Neubau

Ab dem 1. Juni beginnt der Umzug bei laufendem Betrieb in den Neubau. Zunächst werden die patient:innenfernen Bereiche wie Administration, Forschung, Ambulanzen und Funktionsbereiche im neuen Gebäude eingerichtet, danach folgt der Umzug der Stationen, die ab 25. Juni vollständig im neuen Gebäude O60 zu finden sein werden. Rund 1000 Mitarbeitende werden in den Neubau umziehen.

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Weitere Informationen: www.uke.de/neubau-ost60


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