27.05.2026        FORSCHUNG

Neues aus der Forschung

Stiftungsprofessur für Cancer Survivorship und supportive Onkologie für Frau Prof. Dr. Marianne Sinn | Studie zeigt Sicherheit und Verträglichkeit von Favipiravir bei Infektion mit Lassa-Virus | Weiterförderung von SFB Transregio 333 zur Erforschung von Braunem Fett | Risikoprofil erwachsener Frühgeborener erstellt

Stiftungsprofessur für Cancer Survivorship und supportive Onkologie für Frau Prof. Dr. Marianne Sinn

Oberärztin Prof. Dr. Marianne Sinn aus der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hat eine Stiftungs-Professur für Cancer Survivorship und supportive Onkologie erhalten. Gefördert wird die Professur für die nächsten fünf Jahre mit insgesamt 1,125 Millionen Euro von der Hamburger Krebsgesellschaft e.V.. Ziel der Professur ist es, das Thema Cancer Survivorship, also Leben nach Krebs, maßgeblich weiterzuentwickeln. Etwa fünf Millionen Menschen nach einer Krebserkrankung leben in Deutschland. Multimodale Therapiekonzepte ermöglichen inzwischen eine verbesserte Prognose und Überlebenschancen nach einer Krebserkrankung. Sie erhöhen aber auch das Risiko von therapieassoziierten Spät- und Langzeitfolgen – dazu zählen körperliche und psychische Belastungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hormonstörungen, Fatigue oder Depressionen. Zur Nachsorge gehören daher nicht nur das Verhindern einer erneuten Krebserkrankung, sondern auch die Unterstützung bei einem gesunden Lebensstil, Prävention und Vorsorge sowie die Förderung der Gesundheitskompetenz. Das Universitäre Cancer Center Hamburg (UCC Hamburg) des UKE beschäftigt sich in enger Kooperation mit der Hamburger Krebsgesellschaft e.V. schon seit vielen Jahren unter anderem im Rahmen des „Hamburger Leben nach Krebs“-Programms intensiv mit diesem Thema. Mit der Professur sollen Versorgung und Forschung nun weiterentwickelt und noch enger verzahnt werden.

Kontakt für Rückfragen: Prof. Dr. Marianne Sinn , II. Medizinische Klinik und Poliklinik (Onkologie, Hämatologie, Knochenmarktransplantation mit Abteilung für Pneumologie)

Studie zeigt Sicherheit und Verträglichkeit von Favipiravir bei Infektion mit Lassa-Virus

Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) haben erstmals eine randomisierte klinische Studie zur Wirksamkeit des Wirkstoffkandidaten Favipiravir bei der Infektionskrankheit Lassafieber durchgeführt. Favipiravir ist ein antiviraler Wirkstoff, der ursprünglich zur Behandlung von Influenza entwickelt wurde. Er hemmt die Virusvermehrung in einer Vielzahl von RNA-Viren, zu denen auch das Lassa-Virus gehört. Die Wissenschaftler:innen evaluierten in der Studie die Sicherheit und Verträglichkeit von Favipiravir bei Patient:innen mit Lassafieber im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie mit Ribavirin und erfassten die antivirale Wirkstoffmenge im Blut der Patient:innen. Dabei zeigte sich, dass Favipiravir eine sichere und verträgliche Alternative zum aktuellen Behandlungsstandard sein kann. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler:innen in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht.

Das Lassa-Virus löst beim Menschen Lassafieber aus, eine schwere Infektionskrankheit, die in Westafrika heimisch ist. Sie gehört zur Gruppe der viral-hämorrhagischen Fieber, das heißt, sie kann innere Blutungen auslösen. Bisher gibt es keine Impfung gegen das Lassa-Virus.

Publikation: Erameh C., Okwaraeke K et al. Favipiravir for Lassa fever: an open-label, randomized controlled phase II trial. Nature Medicine. 2026.

DOI: https://doi.org/10.1038/s41591-026-04402-w

Kontakt für Rückfragen: Prof. Dr. Michael Ramharter , I. Medizinische Klinik und Poliklinik (Gastroenterologie mit Sektionen Infektiologie und Tropenmedizin), und Dr. Mirjam Groger ( mirjam.groger@ctm.bnitm.de )

Weiterförderung von SFB Transregio 333 zur Erforschung von Braunem Fett

Der Sonderforschungsbereich (SFB) Transregio 333 „BATenergy“, der unter der Leitung von Forschenden aus dem Institut für Biochemie und Molekulare Zellbiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Universität Bonn die grundlegenden Mechanismen des „guten“ Fettgewebes im Körper entschlüsseln möchte, wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für eine weitere Förderperiode verlängert. Ziel des SFB Transregio 333 ist es zu verstehen, wie dieses Fett den Stoffwechsel beeinflusst und wie daraus neue Therapien gegen Übergewicht, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelt werden könnten. Denn anders als normales Fett speichert dieses sogenannte Braune Fett Energie nicht nur, sondern kann Kalorien verbrennen und Wärme erzeugen. Die Forschenden untersuchen, wie Braunes Fett mit anderen Organen wie Leber, Darm und Gehirn kommuniziert, wie verschiedene Zelltypen innerhalb des Fettgewebes zusammenarbeiten und welche molekularen Prozesse dafür sorgen, dass Fettzellen Energie verbrennen. In der kommenden Förderperiode liegt der Fokus vor allem auf der Darstellung der Signalwege, die die menschlichen thermogenen Fettzellen regulieren und auf präklinischen Modellen, die das Gewebe nachbilden. Die DFG fördert den SFB Transregio 333 bis 2029 mit insgesamt rund 10,3 Millionen Euro, von denen etwa 2,4 Millionen Euro ans UKE gehen.

Kontakt für Rückfragen: Prof. Dr. Jörg Heeren , Institut für Biochemie und Molekulare Zellbiologie

Risikoprofil erwachsener Frühgeborener erstellt

Erst seit rund 35 Jahren können Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1500 Gramm erfolgreich behandelt werden. Daher ist der Versorgungsbedarf erwachsener Frühgeborener noch nicht vollständig erforscht. Wissenschaftler:innen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben nun Longitudinal- und Registerstudien ausgewertet und ein erstes Risikoprofil für erwachsene Frühgeborene erstellt. Sie rechnen mit pulmonalen, kardiorenalmetabolischen, neurosensorisch-kognitiven und psychosozialen Risiken für diese Patient:innengruppe. Außerdem gehen sie von einer Tendenz zur beschleunigten Alterung sowie einer Neigung zum sozialen Rückzug aus. Wegen der Vielfalt an Spätfolgen werde der Allgemeinmedizin eine wichtige Koordinationsfunktion in der ganzheitlichen Betreuung der betroffenen Patient:innen zukommen. Ihre Studie haben sie in der Zeitschrift für Allgemeinmedizin veröffentlicht.

Publikation: Singer D. Erwachsene Frühgeborene. Risikoprofil und Versorgungsbedarf einer neuen Patientengruppe. Zeitschrift für Allgemeinmedizin. 2026.

DOI: https://doi.org/10.1007/s44266-026-00541-y

Kontakt für Rückfragen: Prof. Dr. Dominique Singer, Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, dsinger@uke.de


Unternehmenskommunikation

Telefon:+49 (0) 40 7410 - 56061
Fax:+49 (0) 40 7410 - 54932
E-Mail:presse@uke.de
Adresse:Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
GB Unternehmenskommunikation
Martinistraße 52, Gebäude O35
20246 Hamburg