25.09.2026 AKTUELLES
Weltstillwoche: Was wichtig für Mutter und Kind ist
Fragen an… Ann-Kristin Kurth
Stillen schafft Nähe und bietet gesundheitliche Vorteilte für Mutter und Kind. Doch vor allem in der ersten Zeit nach der Geburt haben Eltern viele Fragen rund ums Stillen. Die Weltstillwoche vom 28. September bis zum 4. Oktober rückt das Thema deshalb jedes Jahr in den Fokus und steht dieses Mal unter dem Motto „Stillen. Deine Superkraft“. Ann-Kristin Kurth, Still- und Laktationsberaterin am UKE, beantwortet die häufigsten Fragen – vom richtigen Anlegen bis zur Ernährung und Medikamenten in der Stillzeit.
Klappt Stillen eigentlich immer von Anfang an?
Ann-Kristin Kurth: Stillen ist etwas Natürliches. Trotzdem müssen Mutter und Kind es häufig erst gemeinsam lernen. Gerade in den ersten Tagen können viele Fragen aufkommen: Wie lege ich mein Baby richtig an? Trinkt es genug? Was ist, wenn es wehtut? Wichtig ist, sich bei Unsicherheiten frühzeitig Unterstützung zu holen. Still- und Laktationsberater:innen können gemeinsam mit der Mutter schauen, wo bei Schwierigkeiten mögliche Ursachen liegen und was individuell helfen kann. Auch am UKE begleiten speziell ausgebildete Still- und Laktationsberater:innen Mütter und ihre Kinder nach einer Geburt im UKE.
Woran erkenne ich, ob mein Baby genug Muttermilch bekommt?
Das ist eine der häufigsten Sorgen frischgebackener Eltern. Hinweise geben unter anderem die Gewichtsentwicklung, regelmäßige Ausscheidungen und der Allgemeinzustand des Kindes. Neugeborene haben noch keinen festen Mahlzeitenplan, es ist sinnvoll, nach Bedarf zu stillen und auf frühe Hungerzeichen des Kindes zu achten – zum Beispiel, wenn das Baby den Kopf suchend hin und herbewegt oder an seinen Händen saugt. Gerade am Anfang kann es sein, dass das Neugeborene sehr häufig und mehrmals nur kurz trinkt. Das ist kein Grund zur Sorge – entscheidend ist weniger der Blick auf die Uhr als darauf, ob das Kind effektiv trinkt, sich altersgerecht entwickelt und ausreichend zunimmt.
Was darf ich während der Stillzeit essen und trinken?
Stillende müssen in der Regel keine besondere Diät einhalten. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung versorgt Mutter und Kind gut. Viele Lebensmittel, auf die während der Schwangerschaft verzichtet werden musste, sind wieder möglich. Auch pauschal Lebensmittel wegzulassen, weil sie beim Baby Blähungen verursachen könnten, ist normalerweise nicht notwendig. Wichtig ist, ausreichend zu trinken. Auf Alkohol und Nikotin ist weiterhin absolut zu verzichten, auch Koffein sollte nur in moderaten Mengen konsumiert werden. Bei individuellen Beschwerden oder Unsicherheiten empfiehlt sich eine fachliche Beratung.
Was tun, wenn das Stillen schwierig ist oder Schmerzen verursacht?
Schmerzen beim Stillen sollten nicht einfach ausgehalten werden. Häufig lässt sich beispielsweise durch eine andere Stillposition oder ein verändertes Anlegen schon viel erreichen. Hinter Schwierigkeiten können aber unterschiedliche Ursachen stecken, die individuell betrachtet werden sollten. Wichtig ist deshalb: Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen dafür, dass Stillen „nicht klappt“. Es gibt auch Situationen, in denen Stillen trotz Unterstützung nicht oder nur teilweise möglich ist. Dann geht es nicht darum, Druck aufzubauen, sondern eine gute und sichere Lösung für Mutter und Kind zu finden.
Und was passiert, wenn für ein Frühgeborenes noch keine eigene Frauenmilch zur Verfügung steht?
Gerade für sehr kleine Frühgeborene oder kranke Neugeborene ist Frauenmilch besonders wertvoll. Nach einer Frühgeburt kann es aber vorkommen, dass die Milchbildung der Mutter zunächst noch nicht ausreicht oder überhaupt noch keine Milch gebildet wird. In solchen Situationen kann im UKE nach medizinischer Indikation gespendete Frauenmilch eingesetzt werden. Dafür gibt es im UKE eine eigene Frauenmilchbank: Hier wird Milch von geeigneten Spenderinnen – alles Mütter, die selbst im UKE entbunden haben – gesammelt, geprüft und für die Versorgung aufgearbeitet. Parallel unterstützen wir die Mütter dabei, ihre eigene Milchbildung aufzubauen.
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