Deutsches Aortenzentrum Hamburg

Erkrankungen der Hauptschlagader (lat. aorta) stellen eine interdisziplinäre Herausforderung in der Diagnostik und Behandlung dar. Krankhafte Erweiterungen (Aneurysmen) und Aufspaltungen (Dissektionen) der Hauptschlagader zeigen in der demographischen Entwicklung eine exponentielle Zunahme, ähnlich anderen kardiovaskulären Erkrankungen. Eine spezialisierte Schnittbilddiagnostik und verfeinerte Behandlungstechniken mit modernen Implantaten, Hybridprothesen und angepassten Narkosetechniken stellen im Zeitalter einer rasanten Entwicklung von Medizintechnik eine hohe interdisziplinäre Herausforderung dar.

Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen von Aortenerkrankungen, verschiedenen Behandlungsmethoden und der betroffenen Körperregionen von Aortenklappe bis zum Becken, werden Aortenerkrankungen von mehreren medizinischen Fachgebieten betreut. Gefäßmedizin, Herzchirurgie und Kardiologie sind die wesentlichen Kliniken in der Betreuung von Patienten mit Aortenerkrankungen. Eine vernetzte Vorgehensweise dieser Disziplinen ist die ideale Voraussetzung für eine kompetente Behandlung von Aortenerkrankungen in ihrer Gesamtheit. Diese enge interdisziplinäre Zusammenarbeit wird seit mehreren Jahren im Universitären Herzzentrum Hamburg in der Behandlung von Aortenerkrankungen praktiziert.

Sie hat im September 2012 dazu geführt, dass das Deutsche Aortenzentrum Hamburg gegründet wurde. Seit Gründung des Deutschen Aortenzentrums haben die Zahlen von konservativ und operativ behandelten Patienten mit Aortenerkrankungen erheblich zugenommen. Das Deutsche Aortenzentrum Hamburg wird als überregionales Zentrum zur Behandlung von Aortenerkrankungen in ganz Deutschland wahrgenommen mit einem hohen Anteil an überregionalen Zuweisungen.

In der Behandlung von thorako-abdominellen Aortenaneurysmen sowie Post-Dissektionsaneurysmen der Aorta haben insbesondere endovaskuläre Therapieverfahren mit dem Einsatz von gefensterten und verzweigten Aortenstentprothesen einen besonderen Stellenwert und haben offene Operationsverfahren auf Grund der geringeren Invasivität verdrängt. Unter der Leitung von Prof. Dr. T. Kölbel haben diese Operationsverfahren am Deutschen Aortenzentrum Hamburg erheblich zugenommen. Moderne Therapieverfahren und Implantate werden hier in enger Kooperation mit der Industrie entwickelt und zum Nutzen der hier behandelten Patienten eingesetzt.

Genetische Ursachen von Aortenerkrankungen sind besonders bei jungen Patienten eine häufige Ursache von krankhaften Erweiterungen (Aneurysmen) und Aufspaltungen (Dissektionen) der Aorta. Eine Vielzahl von Genen und Syndromen sind für die Ausbildung von Aortenerkrankungen verantwortlich. Insbesondere scheint bei vielen Patienten mit Manifestation einer Aortenerkrankung oberhalb des 35. Lebensalters eine genetische Komponente häufiger zu sein als bislang angenommen. Die besondere Betreuung von Patienten mit genetisch verursachten Aortenerkrankungen wird seit über 20 Jahren durch die Marfan-Sprechstunde unter der Leitung von Prof. Dr. Y. v. Kodolitsch durchgeführt. Diese auf die besonderen Erfordernisse von genetisch erkrankten Patienten ausgerichtete Spezialsprechstunde ist eine wichtige Bereicherung des Deutschen Aortenzentrum Hamburg, die auch aufwendige genetische Untersuchungen ermöglicht.

Ziel der neuen Organisationsstruktur ist es, den Herausforderungen durch neu eingeführte Techniken und Technologien im Deutschen Aortenzentrum Hamburg Rechnung zu tragen und auch weiterhin bei technischen Neuentwicklungen und modernen Behandlungsmethoden eine international führende Rolle einzunehmen.

Sprechstunde

Donnerstags: 8.30 - 15 Uhr

Termine nach telefonischer Vereinbarung bei Frau Timm unter:

+49 (0) 40 7410 - 58609

aortenzentrum@uke.de

Ärzte

  • Leitender Arzt
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