Hinderliche und förderliche Faktoren der Empathieentwicklung im Zahnmedizinstudium (HEFEZ)
Marisa Emadi, Maren Ehrhardt, Nadine Janis Pohontsch
Hintergründe und Ziele
Empathie wird als zentraler Bestandteil einer patient:innenzentrierten Versorgung angesehen, die im Kontext der modernen Medizin als ein fundamentales Prinzip gilt. Im zahnmedizinischen Kontext weisen Studien auf eine starke Korrelation zwischen Empathie und Patientenzufriedenheit hin. Zudem wird ein linearer Zusammenhang zwischen Empathie und positiven Behandlungsergebnissen beschrieben. Ausgehandelte Behandlungspläne, reduzierte Zahnarztangst, emotionales Wohlbefinden, Vertrauen und Therapietreue sind ebenso mit Empathie assoziiert. Vor diesem Hintergrund sollte die Förderung von Empathie ein integraler Bestandteil der zahnmedizinischen Ausbildung sein, um sowohl das Wohlbefinden der Patient:innen als auch den langfristigen Behandlungserfolg nachhaltig zu verbessern.
Der erste Modellstudiengang Zahnmedizin in Deutschland am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zielt mit der longitudinalen Integration zahnärztlicher Kommunikationskompetenz ab dem 2. Semester des Curriculums darauf ab, Kommunikationskompetenzen und Empathie von Zahnmedizinstudierenden zu stärken.
Ziel des Projekts ist es, hinderliche und förderliche Faktoren der Empathieentwicklung im Zahnmedizinstudium aus der Perspektive der Studierenden am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) zu identifizieren.
Design und Methodik
Es werden 20 semi-strukturierte, leitfadengestützte qualitative Interviews mit Zahnmedizinstudierenden des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf durchgeführt. Studierende ab dem 7. Semester bis zum Studienabschluss des iMED DENT Studiengangs werden in die Studie einbezogen.
Die Interviews werden digital aufgezeichnet und wörtlich transkribiert. Die Analyse der erhobenen Daten erfolgt mittels strukturierender Inhaltsanalyse mit deduktiv-induktiver Kategorienbildung nach Kuckartz und Rädiker unter Verwendung der Software MAXQDA.
Erwartete Ergebnisse
Die Ergebnisse der qualitativen Interviews sollen Aufschluss darüber geben, wie die Studierenden verschiedene Elemente des Curriculums sowie die Struktur des Studiengangs im Hinblick auf ihre Empathieentwicklung bewerten.
Geplante Ergebnisverwertung
Die Erkenntnisse dieser qualitativen Studie werden in einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlicht werden. Diese Erkenntnisse können mögliche Ansatzpunkte zur Optimierung oder, falls erforderlich, zur Neukonzeption von Lehrangeboten sowie zur insgesamt empathieförderlichen Gestaltung der zahnmedizinischen Ausbildung liefern.
Förderer: Dissertationsprojekt ohne Förderung
Laufzeit: April 2025 bis Dezember 2027
Ansprechpartnerin: PD Dr. Nadine Janis Pohontsch