Arbeitsbereich Leitlinien
- Einleitung
- Aktuelle Projekte
- Publikationen
- Abgeschlossene Projekte
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Einleitung
Der Arbeitsbereich „Leitlinien“ des Instituts für Allgemeinmedizin beschäftigt sich mit der Entwicklung und methodischen Begleitung evidenzbasierter Leitlinien für die hausärztliche Versorgung. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch aufzubereiten und praxisnahe Empfehlungen für eine qualitativ hochwertige und patientenorientierte Medizin bereitzustellen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Bewertung wissenschaftlicher Evidenz sowie der Entwicklung und Aktualisierung von Leitlinien nach anerkannten Qualitätsstandards. Dabei werden insbesondere komplexe Versorgungssituationen wie Multimorbidität, Arzneimitteltherapiesicherheit sowie Über- und Unterversorgung berücksichtigt. Zudem fördert der Arbeitsbereich patientenzentrierte Entscheidungsprozesse und die Umsetzung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse in die hausärztliche Praxis.
Leitlinien-Koordination:
Dr.med. Jan Oltrogge-Abiry, Dr.med. Katharina Schmalstieg-Bahr, Cathleen Muche-Borowski, Dr. Dagmar Lühmann
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Aktuelle Projekte
DEGAM-Leitlinienentwicklungstelle
Die DEGAM-Leitlinienentwicklungsstelle unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin bei der Erstellung evidenzbasierter Leitlinien für die hausärztliche Praxis. Sie bietet methodische Unterstützung für die systematische Literaturrecherche, die Aufbereitung von Evidenztabellen und die Einhaltung von Qualitätskriterien. Aktuell arbeitet die DEGAM an 30 hausärztlichen Leitlinien und ist an über 90 interdisziplinären Leitlinien beteiligt, um die medizinische Versorgung durch evidenzbasierte Empfehlungen kontinuierlich zu verbessern.
MULTImprove – Aktualisierung und Umwandlung in eine „Living Guideline" der Leitlinie Multimorbidität der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
MULTImprove ist ein vom Innovationsfonds des G-BA gefördertes Projekt für die Aktualisierung und Umwandlung der Leitlinien in eine „Living Guideline“ der Leitlinie Multimorbidität der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM).
Externe Expertise für Projekte des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG)
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) führt unabhängige, evidenzbasierte Bewertungen von medizinischen Maßnahmen durch und bindet externe Expert:innen in verschiedene Projekte ein. Das IPA unterstützt das IQWiG als externe Expertengruppe in der Analyse von Leitlinien und der Bewertung von Behandlungsmethoden, Arzneimitteln und Diagnoseverfahren. Bisherige Ergebnisse umfassen unter anderem die Bewertung von Disease-Management-Programmen und die Analyse der Effektivität von Implementierungsmaßnahmen.
Multimorbidität und Leitlinien
Multimorbidität stellt eine zunehmende Herausforderung in der Versorgung älterer Patienten dar, da es kaum evidenzbasierte Leitlinien gibt, die die komplexen Versorgungsbedarfe dieser Gruppe berücksichtigen. In einem interdisziplinären Team und mit der Beteiligung von Patientenvertretungen werden neue, evidenzbasierte Empfehlungen entwickelt, um die Versorgung multimorbider Patientinnen und Patienten zu verbessern.
In der S3-Leitlinie „Multimorbidität“ wurde u.a. ein innovativer Meta-Algorithmus entwickelt, der unter Einbeziehung von externen Evidenzen und klinischer Expertise eine individuelle, ganzheitliche Versorgung ermöglicht. Dabei werden nicht nur medizinische Aspekte berücksichtigt, sondern auch die Wünsche und Präferenzen der Patienten. Ziel ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern, ihre Selbstbestimmung zu fördern und die Arzneimitteltherapiesicherheit zu optimieren.
S2e-Leitlinie „Schutz vor Über- und Unterversorgung“ – gemeinsam entscheiden
Die S2e-Leitlinie „Schutz vor Über- und Unterversorgung“ der DEGAM zielt darauf ab, Handlungsempfehlungen für den hausärztlichen Bereich zu priorisieren und die unterschiedlichen Perspektiven von Leitlinienautorinnen und-autoren und anderen Expertinnen und Experten zu berücksichtigen. Durch einen systematischen Abstimmungsprozess wurden seit der Erstpublikation der Leitlinie im Jahr 2017 über 1000 Empfehlungen aus bestehenden DEGAM- und Nationalen Versorgungsleitlinien extrahiert und nach Relevanz für Über- oder Unterversorgung bewertet. Ziel ist es, Kernempfehlungen zu identifizieren, die für eine intensivere Diskussion zwischen ärztlich Tätigen, Patientinnen und Patienten und weiteren Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen besonders wichtig sind.
S1-Leitlinienprojekt: Klimasensible Gesundheitsberatung für hausärztliche Praxen
Das S1-Leitlinienprojekt: Klimasensible Gesundheitsberatung für hausärztliche Praxen soll Hausärzt:innen klimasensible Beratungs- und Therapieansätze im Praxisalltag aufzeigen und Handlungsoptionen für eine klimasensible Gesundheitsberatung geben.
Als erste Anlaufstelle im Gesundheitswesen haben Hausärzt:innen die Möglichkeit, Risiken zu erklären, wissenschaftliche Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie einzubeziehen und Empfehlungen zu geben, die sowohl die individuelle Gesundheit stärken als auch zur Reduktion von Treibhausgasen beitragen – etwa durch Ernährung nach der Planetary Health Diet oder klimafreundlichere Medikamentenwahl. Die Leitlinie basiert auf dem von der DBU geförderten Projekt ELKGE und soll praxisnahe Handlungsoptionen für eine wirksame, klimasensible Gesundheitsberatung im hausärztlichen Alltag bereitstellen.
Aktualisierung der S3-Leitlinie „Halsschmerzen“
Die S3-Leitlinie „Halsschmerzen“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin zielt darauf ab, evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für die primärärztliche Versorgung von Halsschmerzen zu liefern – mit dem Ziel, eine fachlich fundierte, patientenorientierte und ressourcenschonende Versorgung zu ermöglichen. Durch die Aktualisierung der bestehenden S3-Leitlinie Halsschmerzen soll sie an den aktuellen Stand der Evidenz angepasst werden.
S3-Leitlinienprojekt: Beratung zur Vitamin-D Supplementierung
Ob gesunde Erwachsene von einer Vitamin-D-Supplementierung profitieren, ist oft unklar – in der Praxis aber ein häufiges Thema. Die neue Leitlinie bringt Ordnung in die widersprüchliche Studienlage und bewertet systematisch Nutzen und mögliche Schäden der Einnahme für 18- bis 49-Jährige ohne Vorerkrankungen. Sie unterstützt Ärzt:innen dabei, sicher und evidenzbasiert zu beraten, unnötige Risiken zu vermeiden und eine angemessene Versorgung zu gewährleisten.
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Publikationen
Kühlein T, Laux G, Gutscher A, Szecsenyi J: Kontinuierliche Morbiditätsregistrierung in der Hausarztpraxis. Vom Beratungsanlass zum Beratungsergebnis. München: Urban & Vogel 2008; 48.
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Abgeschlossene Projekte
Frühere Projekte
Umsetzung von Leitlinien - hinderliche und förderliche Faktoren
Warum werden medizinische Leitlinien in der Praxis häufig nicht konsequent umgesetzt? Die Studie analysiert hinderliche und förderliche Faktoren der Leitlinienimplementierung und untersucht, wie individuell angepasste Maßnahmen die Anwendung evidenzbasierter Empfehlungen im Gesundheitswesen verbessern können.
Medizinische Leitlinien und Individualisierung
Wie können medizinische Leitlinien den individuellen Bedürfnissen multimorbider Patientinnen und Patienten gerecht werden? Die Studie untersucht, wie Komorbidität und Multimorbidität bislang in deutschen Leitlinien berücksichtigt werden und entwickelt Ansätze, um individuelle Krankheitskonstellationen systematisch in die Leitlinienentwicklung zu integrieren.
Systematische Leitlinienrecherche und -bewertung sowie Extraktion neuer und relevanter Empfehlungen für die DMP COPD und Asthma bronchiale
Wie können Disease-Management-Programme für COPD und Asthma bronchiale auf dem neuesten Stand der Wissenschaft gehalten werden? Die Studie identifiziert und bewertet aktuelle evidenzbasierte Leitlinien, um neue und relevante Empfehlungen für die Weiterentwicklung der DMP-Richtlinien systematisch aufzubereiten und potenziellen Aktualisierungsbedarf sichtbar zu machen.
Aktualisierung der DEGAM-Leitlinie Schlaganfall
Die Aktualisierung der DEGAM-Leitlinie Schlaganfall verfolgt das Ziel, zentrale Empfehlungen an den aktuellen Stand der Evidenz anzupassen und bislang unzureichend berücksichtigte Versorgungsaspekte stärker in den Fokus zu rücken. Durch systematische Literaturrecherche, interdisziplinäre Konsensverfahren und eine stärkere Ausrichtung auf den hausärztlichen Versorgungsalltag soll die Leitlinie die Betreuung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten nachhaltig verbessern.
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