Ein HNO-Arzt untersucht ein Kind

Aktualisierung der S3-Leitlinie „Halsschmerzen“

Die S3-Leitlinie „Halsschmerzen“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin zielt darauf ab, evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für die primärärztliche Versorgung von Halsschmerzen zu liefern – mit dem Ziel, eine fachlich fundierte, patientenorientierte und ressourcenschonende Versorgung zu ermöglichen. Durch die Aktualisierung der bestehenden S3-Leitlinie Halsschmerzen soll sie an den aktuellen Stand der Evidenz angepasst werden.

Hauptautor:innen der Leitlinie: Dr. med. Jan Hendrik Oltrogge-Abiry, Dr. med. Jan Dietrich Philipp Köster, Dr. med. Patrick Trotz

Entwicklungsstelle Leitlinien der DEGAM: Dr. rer. hum. biol. Cathleen Muche-Borowski

Geschäftsstelle Leitlinien der DEGAM: Dipl.-Berufspäd. Peggy Borchers, Franziska Brosse

Hintergrund und Ziele

Halsschmerzen stellen in der hausärztlichen und allgemeinmedizinischen Praxis ein häufiges Symptom im Rahmen der Konsultationen der Patient:innen dar (#1).

Ziele der Leitlinie sind Überdiagnostik und Überversorgung beim Symptom Halsschmerz zu vermeiden und somit den nicht nutzengerechten Antibiotikaverbrauch bei Patienten mit banalen Atemwegsinfekten zu senken (#2).

Außerdem soll die Leitlinie dazu beizutragen, Patienten mit einem geringen Risiko für eine bakterielle Atemwegserkrankung besser zu identifizieren, um die Verordnungen von Antibiotika zu vermeiden und Ärzt:innen sowie Patient:innen eine gemeinsame Entscheidungsfindung auf der Grundlage der zur Verfügung gestellten Informationen zu ermöglichen (#2).

Die Aktualisierung der Leitlinie verfolgt zudem das Ziel neue Diagnostik- oder Therapieansätze zu integrieren und damit eine evidenzbasierte Entscheidungsunterstützung für hausärztlich tätige Allgemeinmediziner:innen und Internist:innen sowie HNO-ärztliche Spezialistinnen zu bieten.

Methodik

Das methodische Vorgehen entspricht dem Regelwerk der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen und Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF, #3. Hierzu werden zunächst Ziele und Schlüsselfragen festgelegt. Danach folgen eine systematische Recherche, Bewertung und Zusammenfassung der wissenschaftlichen Literatur sowie vorhandener Leitlinien. Auf dieser Grundlage werden aktualisierte Empfehlungen erarbeitet, die Leitliniendokumente angepasst und in einem formalen Konsensverfahren abgestimmt.

▪ Systematische Literatursuche neuer Quell-Leitlinien und Updates von Quell-Leitlinien.

▪ Systematische Bewertung dieser Leitlinien mittels AGREE-II-Instrument.

▪ Suche nach aggregierter Evidenz (systematische Übersichtsarbeiten) und deren Bewertung mittels AMSTAR-II

▪ Ggf. Umstrukturierung der Kapitel sowie AWMF-konforme Formulierung der konsentierten Empfehlungen.

Weiteres Vorgehen

Für das weitere Vorgehen der Aktualisierung ist vorgesehen, die bestehende Leitlinie (#2) unter Berücksichtigung der neuen Evidenzlage zu überarbeiten, bestehende Empfehlungen zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen sowie eine Implementierung im hausärztlichen Versorgungsalltag zu erleichtern.

Publikationen

Kühlein T, Laux G, Gutscher A, Szecsenyi J: Kontinuierliche Morbiditätsregistrierung in der Hausarztpraxis. Vom Beratungsanlass zum Beratungsergebnis. München: Urban & Vogel 2008; 48.

DEGAM Leitlinie: S3 053-010 Halsschmerzen

AWMF-Regelwerk Leitlinien