Bunte Pillen auf einem blauen Tablett

S3-Leitlinienprojekt: Beratung zur Vitamin-D Supplementierung

(AWMF-Register-Nr. 053 – 056)

Hintergrund

Bei Vorliegen von definierten osteologischen Krankheitsbildern, wie beispielsweise Rachitis oder einer Osteoporose liegen eindeutige Nutzennachweise für eine Vitamin-D-Supplementierung vor, die in den entsprechenden AWMF-Leitlinien adressiert werden. Ein Vitamin-D-Mangel wird zudem mit verschiedenen extra-skelettalen Krankheitsbildern in Verbindung gebracht.

Es finden sich eine hohe Zahl von klinischen Studien, die die Assoziation von erniedrigten Vitamin-D-Spiegeln und dem Vorliegen eines definierten Krankheitsbildes beschäftigen. Z.B. Asthma bronchiale, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Depression oder Multiple Sklerose. In vielen Leitlinien zur Versorgung dieser Krankheitsbilder wird daher das Thema Vitamin-D-Supplementierung behandelt.

Jedoch stellen Fragen von gesunden – also nicht vorerkrankten – nicht-schwangeren Erwachsenen zur Vitamin-D-Supplementierung einen häufigen primärmedizinischen Beratungsanlass dar.

Ziele

•​ Ärzt:innen bei der evidenz-basierten Beratung der oben genannten Gruppe zu unterstützen

•​ Über-, Unter- und Fehlversorgung zu reduzieren und damit einhergehend Patient:innen vor möglichen unerwünschten Arzneimittelnebenwirkungen (irreversiblen) Schäden zu schützen

•​ Unnötige Kosten zu vermeiden – sowohl zu Lasten der Solidargemeinschaft als zu Lasten der Patient:innen

Methodik

Nach entsprechender Bewerbung erhielt das Projekt eine Förderung: die Autor:innen wurde bei der Evidenzrecherche durch Mitarbeiter:innen des Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) unterstützt. Hierbei lag der Fokus auf der Beantwortung der folgenden Schlüsselfragen:

Was sind Benefits einer oralen Vitamin D Einnahme von gesunden, nicht schwangeren, nicht postmenopausalen Erwachsenen im Alter von 18-49 Jahren?

Wie ist das Schadenspotential und was sind unerwünschte Nebenwirkungen einer oralen Vitamin D Einnahme von gesunden, nicht schwangeren, nicht postmenopausalen Erwachsenen im Alter von 18-49 Jahren?

Die Leitlinie geht aber inhaltlich darüber hinaus und wird auch den Umgang mit Laborwerten adressieren. Zudem überprüfen die Autor:innen, inwiefern Empfehlungen aus der im Juni 2024 erschienenen US-amerikanische Leitlinie der Endocrine Society angepasst oder übernommen werden können.

Geplante Fertigstellung: März 2026

Leitlinien-Koordination:

Dr.med. Jan Oltrogge-Abiry, Dr.med. Katharina Schmalstieg-Bahr