Vorstellung der Station K2a des Kinder-UKE
Sandra Meyer ist Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin im Kinder-UKE. Sie hat von 2011 bis 2015 am UKE in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften das Duale Studium Pflege absolviert und ihren Bachelorabschluss erhalten. Seit der Eröffnung des neuen Kinder-UKE ist sie nun stellvertretende Stationsleitung auf der Station K2a.
Was gefällt dir am neuen Kinder-UKE?
Vieles ist gerade in Bezug auf das Gebäude deutlich besser. Damit meine ich vor allem die Größe der Stationen oder auch die Ausstattung der einzelnen Zimmer. Natürlich musste man sich am Anfang deutlich umgewöhnen und alles musste seinen Platz finden. Mittlerweile aber habe ich das Gefühl, dass wir angekommen sind. Unsere Station hat mit dem Wechsel auch ein Krankheitsbild dazu bekommen, was es nochmal spannender macht.
Welche medizinischen Schwerpunkte habt ihr?
Die Kinderkardiologie, Urologie und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie haben ihre Betten hier. Dazu kommt noch die Kinderchirurgie mit allen Bereichen. Alle Bauchoperationen, wie Zwerchfellhernien oder Atresien kommen Post-OP dann zu uns. Aber auch die Überwachung bei einem Schädelhirntrauma übernehmen wir. Oder eben Brüche oder Schnittverletzungen, eigentlich alles, was operativ versorgt werden muss, liegt bei uns.
Was macht deine Arbeit für dich besonders spannend?
Ein großer Punkt ist die Vielfalt an medizinischen Krankheitsbildern, die wir bei uns versorgen. Dann finde ich gerade die Verlegung von der Intensivstation zu uns besonders spannend. Dabei ganz besonders die Cardio-Verlegung, also die Kinder, die dann noch Drainagen haben oder Schrittmacher-Kabel, ZVK, 24-Stunden-Monitoring dran haben und dadurch natürlich auch sehr aufwendig in der Pflege sind. Da gut man dann auch noch mit dem medizinischen Blick drauf. Man ist als Pflegekraft ja auch eine wichtige Ergänzung zum behandelnden Arzt, weil wir 24 Stunden bei dem jeweiligen Patienten sind. So können wir dann mit unseren Erfahrungen auch direkt mit den Ärzten kommunizieren und Vorschläge machen. "Wollen wir nicht eine Infusion anhängen, weil der Patient oder die Patientin nicht genügend trinkt?" Und da werden wir auch wirklich gehört und ernst genommen, wodurch man sich und seine Arbeit auch sehr wertgeschätzt fühlt.
Das heißt, dass ihr auch viel mit medizinischen Geräten arbeitet?!
Genau, das sind größtenteils dann die Monitore zur Patientenüberwachung. Die meisten Kinder sind vor allem nachts an den Monitor angeschlossen. Teilweise arbeiten wir auch mit Absaugungen, Sauerstofftherapien oder externen Schrittmachern. Beatmungen machen wir allerdings gar nicht.
Was sind deine Arbeitsschwerpunkte als stellvertretende Stationsleitung?
Wie bei jeder Pflegekraft ist ein Arbeitsschwerpunkt das Aufziehen von Medikamenten. Jedes Kind bekommt dabei – im Gegensatz zu Erwachsenen oder größeren Kindern – eine individuell angepasste Medikation. Dabei muss man natürlich viel rechnen, weshalb Dreisatz bei uns das A und O ist.
Ansonsten bin ich natürlich auch viel mit der Organisation der Station beschäftigt. Wir haben immer eine Schichtleitung, die meistens die Stellvertretung, also ich, oder die Leitung selbst übernehmen. Dabei geht es vor allem darum, die Aufnahmen zu planen. Wir haben am Tag bis zu acht Aufnahmen und von unseren 22 Betten hier sind meistens alle belegt, sodass da natürlich viel geplant sein muss. Wo gibt es Möglichkeiten der Verlegung? Welche Kinder werden entlassen? Das ist für mich ein sehr großer Arbeitsschwerpunkt.
Wie würdest du euer Team hier auf der Station beschreiben?
Wir sind insgesamt 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier auf der Station. Dabei gibt es natürlich auch immer mal wieder Schwierigkeiten, aber grundsätzlich verstehen wir uns sehr gut. Wir sind ein sehr junges Team und das macht es von meinem Gefühl manchmal einfacher, wenn man die gleichen Interessen hat. Wir unternehmen auch gerne privat mal was zusammen, wie Sommerfeste oder Weihnachtsfeiern, aber auch einfach mal spontan außer der Reihe. Das machen wir auch oft gemeinsam mit den Ärzten. Die sind im gleichen Alter, wie wir, weshalb wir uns wirklich gut verstehen und auch in einer flachen Hierarchie zusammenarbeiten.
Was ist dein bisher schönstes Erlebnis bei der Arbeit hier auf Station?
Gerade zu den kardiologischen Patientinnen und Patienten baut man häufig eine sehr enge Beziehung auf. Sie kommen meistens als Baby oder als kleine Kinder hierher und wir begleiten sie dann die ganze Zeit. Oft sind sie auch mal wochenlang am Stück hier, sodass man sich auch wirklich gut kennenlernt. Wenn die dann nach gewisser Zeit wiederkommen und das auch noch in einem guten Allgemeinzustand, ist das ein wirklich tolles Gefühl.
Es war wirklich schön zu sehen, wie glücklich die Kinder waren, als Max Giesinger hier in der Klinik war. Gerade die Freude des Kindes zu sehen, das seit einem Jahr isoliert in einem Zimmer war, war unglaublich rührend. Beide Seiten hatten fast Tränen in den Augen.
Ich habe auch gerade ein Mädchen wieder gesehen, die vor einem Jahr eine Herztransplantation bekommen hat. Es sah zunächst gar nicht gut aus und jetzt hat sie eine Karte aus der Reha geschrieben, dass es ihr richtig gut gehe. In solchen Momenten weiß ich dann immer, warum ich diesen Job mache.