12.05.2026        FORSCHUNG

Neues aus der Forschung

Zweite Förderperiode für Forschungsgruppe zu Grundlagen der kognitiven Flexibilität

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die Forschungsgruppe 5159 unter Leitung von Wissenschaftler:innen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) für weitere vier Jahre mit insgesamt 6,5 Millionen Euro. Ziel der Forschenden ist es, die dynamischen Prinzipien der präfrontalen Verarbeitung zu entschlüsseln, die der kognitiven Flexibilität zugrunde liegen. So sollen die Merkmale intra- und interindividueller Verhaltensvariabilität entschlüsselt, deren Quellen identifiziert und diese auf dynamische Repräsentationen und Aktivitätsmuster im präfrontalen Cortex (PFC) abgebildet werden. Der PFC ist der vordere Teil des Frontallappens im Gehirn und wird als zentrale Gehirnregion für kognitive Flexibilität angesehen. Die Fähigkeiten, diverse Aufgaben in schneller Abfolge auszuführen oder fortlaufend neue Strategien zu entwickeln, sind nicht von Geburt an vorhanden, sondern entwickeln sich mit dem Erwachsenwerden. Der Abbau dieser Fähigkeiten stellt den Kern vieler Krankheiten dar. „Wir möchten zum Verständnis der Überlebensstrategien von Säugetieren beitragen, die dann als Grundlage für zukünftige Untersuchungen krankheitsbedingter Störungen kognitiver Flexibilität fungiert“, sagt die Sprecherin der Forschungsgruppe und Direktorin des Instituts für Entwicklungsneurowissenschaften des UKE, Prof. Dr. Ileana Hanganu-Opatz.

Kontakt für Rückfragen: Prof. Dr. Ileana Hanganu-Opatz , Institut für Entwicklungsneurowissenschaften

Modellierungsstudie: Abnehm-Medikamente als Primärprävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Forschende des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung haben unter der Leitung von Wissenschaftler:innen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) erstmals mithilfe eines Modellansatzes untersucht, welchen potenziellen Nutzen Medikamente zur Gewichtsreduktion, sogenannte GLP 1 Rezeptoragonisten, in der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben könnten. Dabei kam heraus, dass Menschen mit einem hohen Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung den höchsten Nutzen einer vorbeugenden Therapie haben könnten. Wichtig ist aber, dass es sich nicht um eine klinische Studie handelt, sondern um eine Modellierung, aus der keine direkte klinische Konsequenz abgeleitet werden kann. „Unsere Ergebnisse können aber dabei helfen, zukünftige randomisierte Studien gezielt zu planen und geeignete Patient:innengruppen zu identifizieren“, sagt Prof. Dr. Christina Magnussen, Letztautorin und stellvertretende Direktorin der Klinik und Poliklinik für Kardiologie des UKE. Ihre Ergebnisse haben die Forschenden im Fachmagazin Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht.

Für die Analyse werteten die Forschenden Daten von mehr als 610.000 Personen ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung aus. Sie entwickelten ein Modell für das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod und simulierten die in einer vorherigen Studie (SELECT-Studie) beobachteten Effekte einer GLP 1-Therapie – etwa auf Gewicht, Blutdruck, Blutzucker, Blutfette und Entzündungsmarker. So konnten die Forschenden abschätzen, wie sich das Risiko verändern würde.

Publikation: Schrage et al. Emulated Effects of Glucagon-Like Peptide 1 Receptor Agonist Therapy in the General Population. Journal of the American College of Cardiology. 2026.

DOI: https://doi.org/10.1016/j.jacc.2026.01.055

Kontakt für Rückfragen: Prof. Dr. Christina Magnussen , Klinik und Poliklinik für Kardiologie

Globales Konsortium untersucht optimale Therapiestrategie bei spontaner Koronararteriendissektion

In einer internationalen multizentrischen Studie untersuchen Wissenschaftler:innen des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung unter Leitung von Forschenden des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) die optimale Therapieform bei der spontanen Koronararteriendissektion (SCAD). SCAD ist eine besondere Form des Herzinfarkts, die vor allem Frauen betrifft. Konkret sollen in der SCAD-ALIGN-Studie zwei blutverdünnende Therapiestrategien in einer randomisierten Studie systematisch verglichen werden. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, evidenzbasierte Therapieempfehlungen für die Behandlung von SCAD zu entwickeln und die Versorgung betroffener Patient:innen weltweit zu verbessern. Bislang werden Patient:innen mit SCAD häufig nach den allgemeinen Leitlinien für das akute Koronarsyndrom – also einem anderen Krankheitsbild – behandelt. Dazu gehört in der Regel auch eine Plättchenhemmung, also eine blutverdünnende Therapie. Die Studie wird im Rahmen des Global Cardiovascular Research Funder Forums und aufgrund der Seltenheit der Erkrankung über Ländergrenzen hinweg durchgeführt.

Die spontane Koronararteriendissektion ist eine seltene Ursache des akuten Koronarsyndroms, bei der der Herzmuskel nicht ausreichend mit Blut versorgt wird. Sie betrifft überwiegend Frauen im Alter zwischen 30 und 55 Jahren und tritt in der Regel ohne Arterienverkalkung auf.

Kontakt für Rückfragen: Prof. Dr. Stefan Blankenberg , Klinik und Poliklinik für Kardiologie


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