Körper formen

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Der Alchemist, Kirsten Krüger
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Herzkanne, Kirsten Krüger
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Haarpilz, Kirsten Krüger
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Venusmaschine, Kirsten Krüger

Veranstaltungsreihe des Medizinhistorischen Museums Hamburg und des Interdisziplinären Ethikseminars, Sommersemester 2020

Die Veranstaltungsreihe ist auf unbestimmte Zeit verschoben!

Ausgangspunkt der Veranstaltungsreihe „Körper formen“ sind Arbeiten der Künstlerin Kirsten Krüger, der das Medizinhistorische Museum Hamburg ab April 2020 eine Sonderausstellung mit dem Titel „Venusmaschine“ widmet. Ihre narrativen und abstrakten Arbeiten spielen mit der Imitation natürlicher Materialien und Formen.

Damit inspirieren sie auch zu Fragen nach der Verfasstheit des menschlichen Körpers. Im Dialog mit den Modellen und Exponaten des Museums verweisen die Arbeiten von Kirsten Krüger darauf, dass Körper nicht einfach gegeben sind, sondern dass sie durch Prozesse der Beschreibung, Abformung, Modellierung, Nachbildung hergestellt und hervorgebracht werden. Zugleich ist diesen Prozessen der Hervorbringung auch die Produktion von spezifischem Wissen über Körper eingeschrieben.

Ein kunsthistorischer Vortrag über die chinesische Praxis des „Füßebindens“ als eine Art der Modellierung von Körpern und ein medizinischer Vortrag über die aktuellen Möglichkeiten zur Veränderung des menschlichen Genoms führen gemeinsam mit einer philosophisch-literarischen Lesung neue Perspektiven auf den Körper aus den Bereichen Kunst und Literatur, historischer Bildwissenschaft und medizinischer Forschung zusammen.

Vor den Veranstaltungen am 14. Mai, 4. Juni und 25. Juni können die Dauerausstellung des Museums sowie die Sonderausstellung ab 18 Uhr kostenlos besichtigt werden.


Donnerstag, 23. April 2020, 18.30 Uhr

Eröffnung der Ausstellung „Venusmaschine“ mit Skulpturen der Künstlerin Kirsten Krüger


Samstag, 25. April 2020, 22.30 Uhr

Lange Nacht der Museen: Ausstellungsgespräch Gespräch mit der Künstlerin Kirsten Krüger und Prof. Dr. Philipp Osten (Direktor des Medizinhistorischen Museums Hamburg) in der Ausstellung „Venusmaschine“.


Donnerstag, 14. Mai 2020, 18.30 Uhr

„Von Gestalten zu künden, die in neue Körper verwandelt wurden, treibt mich der Geist.“
Eine Lesung zu Unsterblichkeit, ewiger Jugend und hybriden Körpern zwischen Utopie und Forschung. Mit Christoph Grissemann und einer Einführung von Dr. Monika Ankele

Die Lesung versammelt Texte von Wissenschaftler/innen und Schriftsteller/innen, die das Geheimnis um die ewige Jugend gelöst glaubten, Mischwesen aus Mensch und Tier zu Leben erweckten und vehement für die Abschaffung der Sterblichkeit eintraten. Mit Texten von Alexander Bogdanov, Mary Shelley, Eugen Steinach, Ludwig Levy-Lenz u.a


Donnerstag, 4. Juni 2020, 18.30 Uhr

Füße formen. Zur Modellierung von Körpern zwischen China und Europa
Vortrag von Prof. Dr. Jasmin Mersmann, Professorin für Kunstgeschichte an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz

Zahlreiche anatomische Sammlungen enthalten Präparate, Abgüsse und Bilder sogenannter Lotusfüße, der gebundenen Füße chinesischer Frauen. Der Vortrag untersucht die Biographie dieser Objekte vor dem Hintergrund der medizinischen, ethnographischen und emanzipatorischen Diskurse zur Modellierung weiblicher Körper im kolonialen Zeitalter. Ziel ist eine entangled history der Praktiken des Füßebindens und Korsettierens vom 16. bis zum 20. Jahrhundert.


Donnerstag, 25. Juni 2020, 18.30 Uhr

Die Genschere CRISPR/Cas – Chancen und Risiken ihres Einsatzes in
der Keimbahn bei der menschlichen Fortpflanzung

Vortrag von Dr. Annika Hardt, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bereich „Ethik in der Informationstechnologie“ der Universität Hamburg

2018 wurden in China die ersten in den Keimzellen per CRISPR/Cas-Methode geneditierten menschlichen Zwillingsmädchen geboren. Die Diskussion um diese Art der Reproduktionsmedizin ist längst nicht abgeschlossen und die Begründungsmuster stellen sich komplex dar. In ihrem Vortrag gibt Annika Hardt einen Einblick in die wichtigsten Argumentationen und Zusammenhänge, um auf grundlegende Schwierigkeiten aufmerksam zu machen und die notwendigen gesellschaftlichen Debatten zu fördern. Ihr Buch „Technikfolgenabschätzung des CRISP/Cas-Systems“ wurde 2019 mit dem Opus Primum Förderpreis der VolkswagenStiftung für die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation ausgezeichnet.

Koordination: Dr. Monika Ankele, m.ankele@uke.de

Medizinhistorisches Museum Hamburg
Martinistraße 52 (Gebäude N30b auf dem Gelände des UKE, nahe Seiteneingang Frickestraße/Ecke Schedestraße)
20246 Hamburg
Wegefindung

Der Eintritt ist frei.