Impfung

Information zur SARS-CoV-2 (Corona-Virus) Impfung

(Stand 09.09.21)

Liebe Patientin, lieber Patient!


Verständlicherweise erreichen uns derzeit viele Anfragen von Organtransplantierten zur Schutzimpfung gegen SARS-CoV-2.

Wir stellen hier für Sie unseren aktuellen Kenntnisstand dar. Bitte beachten Sie, dass sich die Pandemie sehr dynamisch entwickelt und die Gegebenheiten sich laufend ändern.

Die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA hat eine Zulassung für die Impfstoffe der Hersteller BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson&Johnson erteilt. Seit dem 27.12.2020 wird in Deutschland geimpft. Die Entwicklung und Testung weiterer Impfstoffe hat begonnen, über ein Zulassungsdatum ist aktuell noch nichts bekannt.

Sie können einen Impftermin über die Telefon-Hotline 116117 oder über die Impf-Internetseite Ihres Bundeslandes buchen ( Hier der Link zum Impfterminservice ). Alternativ ist eine Impfung bei Ihrem:r Hausarzt:ärztin möglich. Stationäre Patient:innen können aktuell auch im UKE geimpft werden.

Beachten Sie zum Thema Impfung auch die FAQs auf der Seite des Robert-Koch-Instituts.

Studien für die ersten fünf Impfstoffe (der Firmen Pfizer/BionTech, Moderna, AstraZeneca Johnson & Johnson und des russischen Impfstoffes Sputnik V) wurden bisher publiziert. Mehrere Fachgesellschaften, darunter die Deutsche Transplantationsgesellschaft (DTG), haben hierzu Stellungnahmen verfasst.

Zum jetzigen Zeitpunkt gehen die Fachgesellschaften und wir davon aus, dass alle auf mRNA basierenden Impfstoffe (z.B. von den Firmen BionTech/Pfizer, Moderna, Curevac) für unsere Patient:innen sicher sein sollten, da es sich um sogenannte „Totimpfstoffe“ handelt. Gemäß britischer Zulassung (29.12.2020) des in Oxford entwickelten, von AstraZeneca vertriebenen Impfstoffes, der auf einem Schimpansen-Adenovirus (ChADV) beruht, kann sich dieser sogenannte Vektorimpfstoff in geimpften Patient:innen ebenfalls nicht vermehren und sollte für transplantierte Patient:innen daher sicher sein. Für den von Johnson & Johnson entwickeltem, auf einem Adenovirus (ADV26) basierenden Impfstoff oder dem in Russland entwickelten Impfstoff (Sputnik V), welcher auf zwei unterschiedlichen rekombinanten Adenoviren beruht, handelt es sich ebenfalls um sogenannte Vektorimpfstoffe. Auf Grund der bereits bei anderen Indikationen getesteten adenoviralen Vektoren der beiden oben genannten Impfstoffe, wird für diese ebenfalls angenommen, dass sie auch für Transplantierte sicher sind. Der Impfstoff von AstraZeneca und der Impfstoff von Johnson & Johnson werden wegen seltener aber gefährlicher Nebenwirkungen (Abfall der Blutplättchen, Thrombosen der Hirnvenen) von der STIKO nur für ältere Patient:innen empfohlen.

Die als Impfantwort gemessenen Antikörperwerte bei transplantierten Patienten sind leider niedriger als in der Normalbevölkerung, so dass unabhängig von der Impfung weiterhin alle AHA+A+L-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske (am besten FFP2), Corona-Warnapp herunterladen und regelmäßig lüften) beachtet werden sollten. Die Frage einer dritten Impfung für immunsupprimierte Patient:innen (wie in Frankreich und den USA) wird aktuell in der STIKO diskutiert. Die Fachgesellschaften haben hierzu entsprechende Eingaben gemacht, über die hoffentlich bald entschieden wird.

Die aktuelle Datenlage unterstützt aus medizinischer Sicht eine dritte Impfung für transplantierte Patient:innen (Kamar N et al. NEJM 2021, Hall et al NEJM 2021, Benotmane et al. JAMA 2021). Bei Fragen hierzu vereinbaren Sie bitte bei der für Sie zuständigen Ambulanz einen Termin, um das für Sie optimale Vorgehen zu besprechen.

In diesem Zusammenhang beteiligt sich unser Zentrum an der deutschlandweiten BMBF-geförderten COVIM-Studie, in der diese Aspekte für Nierentransplantierte und Dialysepatient:innen näher untersucht werden ( https://covim-netzwerk.de/ ). Eine Teilnahme ist über unsere Studienambulanz möglich, kontaktieren Sie uns gerne für weitere Informationen ( Kontakt UTC-Studienambulanz ).

Für Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren liegen bisher keine Daten über Sicherheit und Effektivität der Impfungen vor, so dass Sie ggf. vorher diesbezüglich mit uns Kontakt aufnehmen sollten. Ab 12 Jahren empfiehlt die STIKO die Impfung von Kindern und Jugendlichen bei Vorliegen von Vorerkrankungen mit den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna.

Generell sollten sich transplantierte Patienten/-innen darüber hinaus gemäß den aktuellen Empfehlungen der ständigen Impfkommission (STIKO) impfen lassen. Hierfür bieten wir Ihnen in der Leber- und Nierentransplantationsambulanz des UKE (Gebäude O 10 im Erdgeschoss) weiterhin unsere offene Impfsprechstunde am Mittwoch von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr an, zu der Sie auch ohne Termin mit Ihrer Krankenkassenkarte zur Impfberatung kommen können bzw. uns auch telefonisch unter 040-7410-27908 kontaktieren können.

Dieses Infoblatt wird laufend aktualisiert.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr UTC-Team am UKE

Corona-Merkblatt für Patienten der Leber-Tx-Ambulanz: