Impfung

Information zur SARS-CoV-2 (Corona-Virus) Impfung

(Stand 12.03.21)

Liebe Patientin, lieber Patient!

Verständlicherweise erreichen uns derzeit viele Anfragen von Organtransplantierten zur anstehenden Schutzimpfung gegen SARS-CoV-2. Wir stellen hier für Sie unseren aktuellen Kenntnisstand dar.

Bitte beachten Sie, dass sich die Pandemie sehr dynamisch entwickelt und die Gegebenheiten sich laufend ändern.

Die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA hat eine Zulassung für die Impfstoffe der Hersteller BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson&Johnson erteilt. Seit dem 27.12.2020 werden in Deutschland die ersten Personen geimpft. Im Laufe des Jahres wird die Zulassung weiterer Impfstoffe anderer Hersteller erwartet.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat eine Stellungnahme zur Priorisierung für Risikogruppen veröffentlicht. Hieraus hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eine Impfverordnung verfasst und Mitte Dezember 2020 in Kraft gesetzt und am 08.02.2021 aktualisiert. ( (Lesen Sie hier die Verordnung im Wortlaut) ). Diese definiert Personengruppen mit „höchster Priorität“, „hoher Priorität“ und „erhöhter Priorität“ für eine Schutzimpfung.

Nach dieser Verordnung sollen die meisten unserer transplantierten Patienten/- innen in der Gruppe 2 („hohe Priorität“) geimpft werden, außer, sie sind wegen z.B. höherem Alter oder beruflich bedingt in der höchsten Gruppe. In der Gruppe 2 ("hohe Priorität") werden auch alle unsere Patienten/-innen auf den Wartelisten geimpft.

Derzeit können Patienten/-innen noch nicht im UKE geimpft werden, sondern die Impfungen finden ausschließlich in den lokalen Impfzentren statt. Hierfür können Sie einen Impftermin über die Telefon-Hotline 116117 oder über die Impf-Internetseite Ihres Bundeslandes buchen ( Hier der Link zum Impfterminservice ). Zur Impfung benötigen Sie ein entsprechendes Attest, welches wir gerne für Sie ausstellen können. Nach groben Schätzungen wird die Gruppe mit hoher Priorität ab Ende März/Anfang April 2021 geimpft werden können.

Beachten Sie zum Thema Impfung auch die FAQs auf der Seite des Robert-Koch-Instituts .

Es wurden bisher Studien für die ersten vier Impfstoffe (der Firmen Pfizer/Biontech, Moderna, AstraZeneca und des russischen Impfstoffes Sputnik V) publiziert. Mehrere Fachgesellschaften - darunter die Deutsche Transplantationsgesellschaft - haben hierzu Stellungnahmen verfasst.

Zum jetzigen Zeitpunkt gehen die Fachgesellschaften davon aus, dass alle auf mRNA basierenden Impfstoffe (z.B. von den Firmen BioNTech/Pfizer, Moderna, Curevac) für unsere Patienten sicher sein sollten, da es sich um sogenannte „Totimpfstoffe“ handelt. Gemäß britischer Zulassung (29.12.2020) des in Oxford entwickelten, von AstraZeneca vertriebenen Impfstoffes, der auf einem Schimpansen-Adenovirus (ChADV) beruht, kann sich dieser sogenannte "Vektorimpfstoff" in geimpften Patienten/innen ebenfalls nicht vermehren und sollte für transplantierte Patienten/innen daher sicher sein. Für den von Johnson & Johnson entwickelten, auf einem Adenovirus (ADV26) basierenden Impfstoff oder dem durch die Presse gegangenen in Russland entwickelten Impfstoff (Sputnik V), welcher auf zwei unterschiedlichen rekombinanten Adenoviren beruht, handelt es sich ebenfalls um sogenannte Vektorimpfstoffe. Auf Grund der bereits bei anderen Indikationen getesteten adenoviralen Vektoren der beiden oben genannten Impfstoffe, wird für diese ebenfalls angenommen, dass sie für transplantierte Patienten/innen sicher sind.

Wie hoch der Impfschutz bei transplantierten Patienten sein wird, ist bisher nicht bekannt, so dass unabhängig von der Impfung weiterhin alle AHA+A+L-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske (am besten FFP2), Corona-Warnapp herunterladen und regelmäßig lüften) beachtet werden sollten.

Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren liegen bisher keine Daten über Sicherheit und Effektivität der Impfungen vor, so dass Sie ggf. vorher diesbezüglich mit uns Kontakt aufnehmen sollten.

Generell sollten sich transplantierte Patienten/-innen darüber hinaus gemäß den aktuellen Empfehlungen der ständigen Impfkommission (STIKO) impfen lassen, der aktuelle Schwerpunkt liegt weiter auf der Influenza- und Pneumokokkenimpfung. Hierfür bieten wir Ihnen in der Leber- und Nierentransplantationsambulanz des UKE (Gebäude O 10 im Erdgeschoss) weiterhin unsere offene Impfsprechstunde am Mittwoch von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr an, zu der Sie auch ohne Termin mit Ihrer Krankenkassenkarte zur Impfberatung kommen können bzw. uns auch telefonisch unter 040-7410-27908 kontaktieren können.

Dieses Infoblatt wird laufend aktualisiert.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr UTC-Team am UKE

Corona-Merkblatt für Patienten der Leber-Tx-Ambulanz: