Impfung

Information zur SARS-CoV-2 (Corona-Virus) Impfung

(Stand 12.11.21)

Liebe Patientin, lieber Patient!

Verständlicherweise erreichen uns derzeit viele Anfragen von Organtransplantierten zur Schutzimpfung gegen SARS-CoV-2.

Wir stellen hier für Sie unseren aktuellen Kenntnisstand dar. Bitte beachten Sie, dass sich die Pandemie sehr dynamisch entwickelt und die Gegebenheiten sich laufend ändern.

Die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA hat bisher eine Zulassung für die Impfstoffe der Hersteller BionTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson&Johnson erteilt. Die Entwicklung und Testung weiterer Impfstoffe u.a. auch zweier Totimpfstoffe (der Firmen Novavax und Valneva) hat begonnen, über ein Zulassungsdatum ist aktuell noch nichts bekannt.

Beachten Sie zum Thema Impfung auch die FAQs auf der Seite des Robert-Koch-Instituts.

Zum jetzigen Zeitpunkt gehen die Fachgesellschaften und wir davon aus, dass alle auf mRNA basierenden Impfstoffe (z.B. von den Firmen BionTech/Pfizer, Moderna) und die Vektorimpfstoffe (AstraZeneca, Johnson&Johnson und der russ. Impfstoff Sputnik V) für unsere Patient:innen sicher sein sollten, da es sich um sogenannte „Totimpfstoffe“ handelt. Der Impfstoff von AstraZeneca und der Impfstoff von Johnson & Johnson werden wegen seltener, aber gefährlicher Nebenwirkungen (Abfall der Blutplättchen, Thrombosen der Hirnvenen) von der STIKO nur für ältere Patient:innen über 60 Jahren empfohlen. Bei Patient:innen unter 30 Jahren sollte gemäß Empfehlung der STIKO nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer eingesetzt werden, da die -absolut zwar sehr geringen- Fallzahlen an Herzmuskelentzündung nach mRNA-Impfung bei dem Impfstoff von Moderna höher sind.

Die als Impfantwort gemessenen Antikörperwerte bei transplantierten Patienten sind leider niedriger als in der Normalbevölkerung, so dass unabhängig von der Impfung weiterhin alle AHA+A+L-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske [am besten FFP2], Corona-Warn-App herunterladen und regelmäßig lüften) beachtet werden sollten. Im Oktober 2021 entschied sich die STIKO zur Empfehlung einer dritten Impfung für immunsupprimierte Patient:innen (wie in Frankreich und den USA). Diese kann 4 Wochen nach Zweitimpfung durchgeführt werden. Wir empfehlen außerdem die Impfung aller Haushaltsangehörigen älter als 12 Jahre, um den Schutz der immunsupprimierten Patient:innen zu erhöhen.

Für Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren sind von BionTech/Pfizer und Moderna Studiendaten für eine Zulassung bei der EMA eingereicht worden. Wir erwarten eine Entscheidung vor Weihnachten 2021. Sollte eine Risikokonstellation bei Ihnen vorliegen, nehmen, Sie ggf. vorher diesbezüglich bereits mit uns Kontakt auf. Ab 12 Jahren empfiehlt die STIKO die Impfung von Kindern und Jugendlichen mit dem Impfstoff von BionTech/Pfizer.

Sollten Sie als Transplantierte:r Symptome einer COVID-19 Erkrankung bekommen oder Kontakt zu einer/m Infizierten gehabt haben, lassen Sie sich bitte umgehend testen und nehmen Sie Kontakt mit der für Sie zuständigen Transplantambulanz auf. In Zusammenarbeit mit unserer Infektiologie würden wir in Abhängigkeit Ihres Risikoprofils dann über eine (aktuell noch off-label) Gabe von Casirivimab und Imdevimab (monoklonale Antikörper gegen SARS-CoV-2) entscheiden.

Generell sollten sich transplantierte Patient:innen darüber hinaus gemäß den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) impfen lassen. Hierfür bieten wir Ihnen in der Leber- und Nierentransplantationsambulanz des UKE (Gebäude O 10 im Erdgeschoss) weiterhin unsere offene Impfsprechstunde am Mittwoch von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr an, zu der Sie auch ohne Termin mit Ihrer Krankenkassenkarte zur Impfberatung kommen können bzw. uns auch telefonisch unter 040-7410-27908 kontaktieren können. Aktuell im Vordergrund steht die Impfung gegen Influenza und die Pneumokokkenimpfung.

Dieses Infoblatt wird laufend aktualisiert.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr UTC-Team am UKE