SOMA.CK.2

Bewältigung persistierender somatischer Symptome bei chronischer Nierenerkrankung: Eine personalisierte, mechanismenbasierte psychobehaviorale Intervention mittels Single-Case Experimental Design

Hintergrund

Das Auftreten von persistierenden somatischen Symptomen (PSS) bei Patient:innen mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) ist häufig. PSS sind assoziiert mit reduzierter Lebensqualität und können Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen. Trotz der hohen Prävalenz und Relevanz ist die Pathogenese von PSS in CKD unzureichend verstanden und es gibt keine spezifischen evidenzbasierten Behandlungsstrategien.

Ergebnisse 1. Förderphase

In der prospektiven Mixed-Methods-Kohortenstudie SOMA.CK zeigte sich bei einem Drittel der Patient:innen mit nicht-dialysepflichtigen (ND)-CKD eine hohe Symptombelastung, die mit einer geringeren Lebensqualität, stärkeren Beeinträchtigung, höheren psychischen Belastung, ungünstigeren Symptombewältigung und reduzierter Nierenfunktion assoziiert war. Multivariable Modelle identifizierten zentrale biopsychosoziale Prädiktoren des SOMACROSS-Arbeitsmodells, darunter Erwartungen, Depressivität, körperliche Inaktivität und Komorbidität. Eine Analyse von biologischen Prädiktoren zeigte eine Assoziation des inflammatorischen Markers suPAR mit Symptombelastung beim 6- und 12-Monats-Follow-Up. Die zudem durchgeführten epigenetischen Untersuchungen deckten Unterschiede zwischen Patient:innen mit hoher, vs. niedriger Symptombelastung auf. Experimentelle und qualitative Studien bestätigten die Notwendigkeit eines gezielten biopsychosozialen Ansatzes.

Ziele

SOMA.CK.2 prüft die Wirksamkeit einer personalisierten, mechanismenbasierten psychobehavioralen Intervention zur Reduktion von Symptombelastung bei CKD mithilfe eines Single-Case Experimental Designs (SCED). Gleichzeitig wird das langfristige Zusammenspiel von PSS, Nierenfunktion, psychosozialen Risikofaktoren und Biomarkern untersucht, indem die FP1-Kohorte weiterverfolgt und Prädiktoren in einer neuen Kohorte mit terminaler Niereninsuffizienz unter Hämodialyse-Therapie validiert werden. Arbeitsprogramm SOMA.CK.2 kombiniert eine Kohortenstudie mit einer eingebetteten Interventionsstudie. Die Kohortenstudie untersucht Prädiktoren der Symptombelastung in der FP1-Kohorte (n = 211) nach 4 und 5 Jahren und validiert diese in der Hämodialyse-Kohorte (n = 100) zu Baseline, nach 6 und 12 Monaten. Erfasst werden biologische Faktoren (Nierenfunktion, Komorbidität, suPAR) und psychosoziale Faktoren (Erwartungen, dysfunktionale Symptombewältigung, Verhalten, psychische Belastung). Die Interventionsstudie nutzt ein repliziertes und randomisiertes Single-Case Experimental Design (SCED), bei dem Ecological Momentary Assessment (EMA) zur Ableitung personenspezifischer Netzwerke für die personalisierte Intervention dient. Zehn Personen mit hoher PSS (fünf pro Kohorte) erhalten bis zu drei Module, die (1) dysfunktionale Erwartungen, (2) maladaptive symptombezogene Prozesse und (3) Vermeidung/Inaktivität adressieren. EMA erfasst Veränderungen in Zielmechanismen, langfristige Effekte werden nach 3, 6 und 12 Monaten geprüft.

Erwartete Auswirkungen

SOMA.CK.2 überführt die Erkenntnisse aus FP1 in die Praxis, präzisiert Mechanismen CKD-bedingter Symptombelastung und testet eine personalisierte Intervention. Das Projekt liefert einen Machbarkeitsnachweis für mechanismenbasierte psychobehaviorale Ansätze und informiert zukünftige klinische Studien. Es trägt zum Ziel von SOMACROSS.2 bei, datengetriebene Interventionen für chronische symptomatische Erkrankungen zu entwickeln.

SOMA.CK.2 Studiendesign