DFG Forschungsgruppe FOR 5211 - SOMACROSS.2

SOMACROSS.2 – Persistent SOMAtic Symptoms ACROSS Diseases: From Risk Factors to Modification

Nachdem in der ersten Förderphase der DFG-geförderten Forschungsgruppe FOR 5211 SOMACROSS zentrale Risikofaktoren und Mechanismen für die Entstehung und Chronifizierung persistierender somatischer Symptome identifiziert wurden, steht in SOMACROSS.2 nun die gezielte Veränderung dieser Mechanismen im Forschungsinteresse. In der ersten Förderphase konnte gezeigt werden, dass sowohl krankheitsspezifische als auch krankheitsübergreifende biologische, psychologische und soziale Faktoren zur Persistenz körperlicher Beschwerden beitragen.

SOMACROSS.2 baut auf diesen Ergebnissen auf. Ziel der zweiten Förderphase ist es, gezielte, mechanismenbasierte Interventionen zu entwickeln und zu prüfen. Dabei wird untersucht, ob die Veränderung zentraler Risikofaktoren und Mechanismen zu einer messbaren Verbesserung persistierender somatischer Symptome führt. Damit soll ein wichtiger Schritt von der Beobachtung und Vorhersage chronischer Beschwerden hin zu einer verbesserten, evidenzbasierten Versorgung der Patient:innen erfolgen. Darüber hinaus untersucht SOMACROSS.2 weitere Einflussfaktoren, darunter soziale Determinanten, Peer Support, diagnostische Prozesse bei unklaren Erkrankungen sowie biologische Mechanismen wie inflammatorische Marker, Mikrobiom, Epigenetik und weitere Biomarker.

Gemeinsame Interventionsmodule über Erkrankungen hinweg

Ein zentrales Element von SOMACROSS.2 sind modulare psychologische Interventionen, die in mehreren Projekten eingesetzt und erprobt werden. Die Module richten sich gezielt auf Mechanismen, die in der ersten Förderphase als besonders bedeutsam für die Aufrechterhaltung persistierender somatischer Symptome identifiziert wurden:

  • SOMA.EXPECT adressiert ungünstige Symptomerwartungen und krankheitsbezogene Ängste
  • SOMA.SYMP fokussiert auf symptombezogene Aufmerksamkeit, Katastrophisieren, Belastung und dysfunktionale Krankheitsverarbeitung
  • SOMA.COPE stärkt den Umgang mit emotionaler Belastung und depressiven Symptomen
  • SOMA.ENGAGE unterstützt Aktivierung, Selbstwirksamkeit und einen hilfreichen Umgang mit Schon- und Vermeidungsverhalten

Durch die Anwendung dieser Module über verschiedene Krankheitsbilder hinweg soll untersucht werden, welche Behandlungsansätze transdiagnostisch wirksam sind und welche Mechanismen krankheitsspezifisch angepasst werden müssen.

SOMACROSS.2 Forschungsmodell

In SOMACROSS.2 werden die bestehenden Projekte der ersten Förderphase weitergeführt und durch ein neues Projekt ergänzt. Untersucht werden Patient:innen mit autoimmunen Lebererkrankungen (SOMA.LIV.2), chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Reizdarmsyndrom (SOMA.GUT.2), chronischer Nierenerkrankung (SOMA.CK.2), chronischem Pruritus und atopischer Dermatitis (SOMA.PRU.2), somatischer Belastungsstörung (SOMA.SSS.2), Reizdarmsyndrom und Endometriose (SOMA.SOC.2) sowie Patient:innen mit bislang unklarer Diagnose im Kontext seltener Erkrankungen (SOMA.RARE). Die Projekte kombinieren randomisierte kontrollierte Studien, Pilotstudien, Single-Case-Studien, prospektive Kohortenstudien, qualitative Forschung sowie moderne Methoden wie Ecological Momentary Assessment, Wearables und Biomarkeranalysen. Untersucht werden unter anderem inflammatorische Marker, Mikrobiom, Epigenetik, suPAR und hautbezogene Biomarker.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf der Einbindung von Patient:innen. Ein transdiagnostischer Patient:innenbeirat begleitet SOMACROSS.2 und unterstützt unter anderem bei der Gestaltung von Studienmaterialien, der Weiterentwicklung von Interventionen, der Rekrutierung sowie der patientenorientierten Vermittlung von Forschungsergebnissen.

Sprecher der Forschungsgruppe ist Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Bernd Löwe, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. An SOMACROSS.2 beteiligt sind Wissenschaftler:innen und Ärzt:innen aus der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie, Gastroenterologie, Hepatologie, Nephrologie, Dermatologie, Medizinischen Soziologie, Biometrie und Epidemiologie sowie der Klinischen Psychologie.

Die weiteren an der zweiten Förderphase beteiligten UKE-Projektleiter:innen sind: Dr. Anne Toussaint und Dr. Kerstin Maehder (Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, UKE), Prof. Dr. Christoph Schramm und Dr. Fabian Braun (Martin Zeitz Centrum für Seltene Erkrankungen sowie I. bzw. III. Medizinische Klinik und Poliklinik, UKE), Prof. Dr. Samuel Huber (I. Medizinische Klinik und Poliklinik, UKE), Prof. Dr. Tobias B. Huber (III. Medizinische Klinik und Poliklinik, UKE), Prof. Dr. Stefan W. Schneider (Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, UKE), PD Dr. Angelika Weigel (Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, UKE), Prof. Dr. Olaf von dem Knesebeck (Institut für Medizinische Soziologie, UKE), Dr. Natalie Uhlenbusch (Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, UKE) sowie Prof. Dr. Antonia Zapf (Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, UKE).

Drüber hinaus bestehen wissenschaftliche Kooperationen mit Projektleiter:innen und Kooperationspartner:innen des Universitätsklinikums Münster, insbesondere Prof. Dr. Dr. h.c. Sonja Ständer vom Kompetenzzentrum Chronischer Pruritus, sowie mit Prof. Dr. Meike Shedden Mora von der Medical School Hamburg (Klinische Psychologie).

Working Model des Gesamtprojekts