Safin – 3. Semester – Humanmedizin

Safin - Zwischen Neuorientierung und Dankbarkeit ins Medizinstudium

Safin ist in Niedersachsen aufgewachsen. Seine Eltern kamen in den 90er-Jahren aus Bangladesch nach Deutschland, machten hier Ausbildungen und bauten sich ein neues Leben auf. Safin ist dankbar für das Fundament, das sie gelegt haben.

Es ist ein großes Privileg, dass ich all die Chancen nutzen kann, die sie mir ermöglicht haben.

2022 hat Safin sein Abitur gemacht: Ich habe aber ehrlich gesagt nie wirklich darüber nachgedacht, was ich danach machen möchte, erzählt er. Schule fiel ihm leicht, er fühlte sich dort wohl, aber die Frage nach dem eigenen Weg stellte sich erst, als das Kapitel Schule endgültig vorbei war.

Er begann zunächst ein Zahnmedizinstudium in Kiel. Ich habe mich da ein bisschen ausprobiert, ohne große Erwartungen. Doch je stärker er sich mit den Inhalten auseinandersetzte, desto klarer wurde ihm: Er wollte in die Humanmedizin.

„Ich habe mit der Zeit gemerkt, wie spannend es ist, sich mit all den verschiedenen Themen rund um den Menschen zu beschäftigen.“
Safin Humanmedizinstudent aus dem 3. Semeseter

Der Wechsel nach Hamburg war jedoch alles andere als einfach. Wie für viele andere auch war der Erhalt eines Studienplatzes die größte Herausforderung.

Wenn man nach der Schule eigentlich nie geplant hatte, Medizin zu studieren, dann hat man sich vorher auch nicht gezielt darauf vorbereitet und es fehlen einem anfangs einfach die Grundlagen dafür.

Plötzlich musste er sich mit Auswahlverfahren, Tests und komplexen Zugangsvoraussetzungen auseinandersetzen. Man muss alles selbst herausfinden, woher man die Materialien bekommt, wie die Tests funktionieren, wie man sich vorbereitet.
Doch Safin ließ sich nicht beirren. Mit Online-Plattformen, viel Übung und dem Mut, neu anzufangen, schaffte er es schließlich.

Unterstützung bekam er vor allem von seiner Familie. Aber der entscheidende Schritt kam von innen.

„Wenn man aus einem anderen Studium kommt und sich neu fokussiert, dann macht man es komplett für sich selbst. Die Motivation muss aus einem selbst heraus entstehen.“

Seine Vorbereitung auf die Auswahltests beschreibt er pragmatisch: üben, verstehen, dranbleiben.

Es ist Schulstoff, man muss sich nur damit auseinandersetzen und sich genügend Zeit geben.

Und er weiß: Jede:r muss seinen eigenen Weg finden. Heute, im Medizinstudium, begeistert ihn besonders die Vielfalt.

Man kann sich nicht aussuchen, welche Fächer man macht, aber genau das macht es so spannend. Es ist unglaublich, wie viele verschiedene Bereiche man sieht und wie viel man über den Körper lernt.

Mit jeder Woche bekommt er ein neues Bild davon, wie groß dieses Feld ist. Arzt zu werden ist nur eine Option von vielen.

„Man kann in Behörden arbeiten, in Fussballvereinen, in der Forschung – es eröffnen sich Türen, von denen man vorher gar nichts wusste.“

Was er später machen möchte? Das lässt er offen. Noch sei er nicht in der Position, sich festzulegen. Sicher ist für ihn nur: Er möchte etwas machen, das klinisch ist, nah am Menschen.

Safins Weg zeigt, dass man seinen Platz manchmal nicht sofort findet, sondern indem man den Mut hat, sich auszuprobieren, neu zu orientieren und immer wieder zu fragen: Was erfüllt mich wirklich?
Es ist eine Geschichte von Dankbarkeit, von Selbstfindung und von der Entschlossenheit, sich die Zukunft zu erarbeiten, die man sich selbst wünscht.

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