Typischer Tag einer Ärztin/eines Arztes - Ein Blick hinter die Kulissen
Der medizinische Alltag ist spannend, komplex, fordernd und oft ganz anders, als man ihn sich vorstellt. Unsere interviewten Ärztinnen und Ärzte nehmen dich mit in ihren Tag – und zeigen dir, wie vielfältig Medizin wirklich sein kann.
Pedram Emami
„Typisch? Gibt es eigentlich nicht.“ – Ein Alltag voller Überraschungen in der Chirurgie
Pedram bringt es gleich auf den Punkt:
Das Typische am ärztlichen Alltag ist, dass es eigentlich keinen typischen Ablauf gibt. Nichts ist wirklich planbar – jederzeit kann ein Anruf kommen, der den ganzen Tag umwirft.
Zwischen Visite, OP, Sprechstunde und Teamabsprachen passiert ständig Unerwartetes. Dazu kommt ein großer administrativer Anteil: Berichte, Organisation, Dokumentation. Und selbst am Abend ist oft noch nicht Schluss.
Pedram beschreibt es so:
Am Ende ist der Alltag vor allem eines: viel Kommunikation, viel Koordination und oft spontanes ‚Feuer löschen‘.
Ghazal Aarabi
Zahnklinik, Lehre, Forschung – alles an einem Tag
In der Medizin kann man nicht nur mit Patientinnen und Patienten arbeiten. Ghazal zeigt, wie vielfältig der Beruf werden kann:
Mein Klinikalltag beginnt mit einer Frühbesprechung, danach wechsle ich je nach Tag zwischen Patient:innenbehandlung und Lehrveranstaltungen.
Parallel arbeitet sie an mehreren Forschungsprojekten, zum Beispiel zur Verbindung zwischen Parodontitis und Alzheimer-Demenz – ein hochaktuelles Thema.
Insgesamt ist mein Alltag sehr vielschichtig und ausgesprochen vielseitig.
Patrick Krämer
Neonatologie: Arbeit an den Kleinsten – und oft an der Belastungsgrenze
Der Alltag auf einer Frühchenstation ist hochsensibel und emotional intensiv. Patrick berichtet, wie schon der Tagesstart absolute Konzentration verlangt:
Die Übergabe ist ein Prozess, bei dem jedes Detail zählt und Ablenkung sofort Stress erzeugt.
Dann folgen Visiten, Untersuchungen, Koordination mit anderen Teams – und gleichzeitig die Betreuung des Kreißsaals und vieler ungeplanter Aufgaben.
Vieles passiert ohne Planbarkeit. Und wenn man Glück hat, schafft man es bis zum Schichtende – Überstunden sind eher die Regel.
Trotzdem betont Patrick, wie erfüllend der Beruf sein kann – auch wenn er anstrengende Tage mit sich bringt, die einen über sich hinauswachsen lassen.
Philipp Harms
Radiologie: zwischen Technik, Diagnosekunst und Menschenkontakt
Manche glauben, Radiolog:innen säßen nur vor Bildschirmen – doch Philipp zeigt, dass dahinter viel mehr steckt:
Mein Alltag in der Radiologie ist sehr vielfältig … er reicht von Arbeitstagen mit wenig Patient:innenkontakt bis zu Tagen, an denen ich ununterbrochen vielen Menschen begegne.
Wichtig ist dabei das genaue Zusammenspiel von Befunden und Gesprächen:
Dabei gilt es immer, die Befunde sorgfältig mit der Anamnese zu verknüpfen und jedem/jeder Patient:in die Aufmerksamkeit zu geben, die sie brauchen.
Jule Runge
Unfallchirurgie: Teamarbeit, Tempo – und immer wieder Notfälle
Jule beginnt ihren Arbeitstag mit der Frühbesprechung:
Der Nachtdienst berichtet, was in der Nacht passiert ist.
Danach geht es direkt weiter: OP, Visite, Stationsarbeit, Gespräche mit anderen Fachbereichen – und jederzeit kann ein Anruf aus der Notaufnahme alles verändern.
Besonders wichtig ist für sie der Austausch im Team:
Mittags treffen wir uns zur gemeinsamen Besprechung … ein unglaublich wertvoller Austausch, der am Ende viel Zeit spart.
Ein Tag voller Wege, Teamwork und Entscheidungen – genau das macht den Reiz aus.
Nina Hector
Flexible Arbeitsmodelle: Wege abseits der klassischen Klinikroutine
Nicht jede ärztliche Karriere sieht gleich aus. Nina zeigt, dass individuelle Lebensrhythmen in der Medizin ihren Platz haben müssen:
Ich arbeite in lebensphasenadaptierter Arbeitszeit – bewusst nenne ich es nicht Teilzeit.
Sie beschreibt die Herausforderungen, die entstehen, wenn man nicht ins klassische Verfügbarkeitsmuster passt – und wie viel Engagement nötig ist, um sichtbar und geschätzt zu werden.
Lebensrhythmen sind verschieden, und das sagt nichts über Leistungsbereitschaft oder -fähigkeit aus.
Ihr Alltag zeigt: Medizin bietet viele Wege – nicht nur den einen.
Was bedeutet das für dich?
Medizin ist …
- abwechslungsreich
- unplanbar, aber unglaublich spannend
- teamorientiert
- anspruchsvoll – körperlich, mental und organisatorisch
- voller Möglichkeiten, von Klinik über Forschung bis Lehre
- ein Beruf, der viel zurückgibt
Wenn dich die Mischung aus Verantwortung, Wissenschaft, Teamarbeit, Menschlichkeit und ständigem Lernen fasziniert, könnte Medizin genau dein Weg sein.
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Warum wird man Arzt oder Ärztin?
Jeder Arzt und jede Ärztin hat eine eigene Geschichte warum er oder sie Medizin gewählt hat. Hier erfährst du, welche Erlebnisse, Vorbilder oder familiären Einfluss sie inspiriert haben.