Einblicke in das Humanmedizinstudium

Bist du neugierig, wie das Humanmedizinstudium so abläuft? Hier bekommst du einen Überblick über alles – von der Dauer bis zu den Inhalten von deinem ersten bis zum letzten Semester!

#Mythos 3: Man muss alles auswendig lernen im Medizinstudium!

Natürlich gehört Lernen von Fachwissen zum Medizinstudium dazu. Gleichzeitig wird dieses Wissen früh praktisch angewendet: Im Skills Lab werden zum Beispiel Untersuchungen und ärztliche Fertigkeiten trainiert, in Praktika und im Patient:innenkontakt lernst du, das Gelernte im echten medizinischen Alltag umzusetzen. Der Studienalltag besteht deshalb aus einer Mischung aus Lernen, Üben, Anwenden und Reflektieren – nicht nur aus Auswendiglernen.

Studienaufbau

Das Humanmedizin-Studium dauert insgesamt 6 Jahre und 3 Monate (12 Semester). Am Ende gibt es das Staatsexamen, dass du nach dem sogenannten „Praktischen Jahr“ ablegst. Das Studium ist in vier Phasen unterteilt: die Vorklinik, die klinische Phase, das Praktische Jahr (PJ) und die Abschlussprüfungen.

PhaseInhaltePraxis/Besonderheiten
Vorklinik
(1. – 2. Jahr)
Grundlagen:
- Biologie, Chemie, Physik
- Anatomie, Histologie (Gewebelehre), Embryologie (Entwicklung des Menschen), Biochemie
- Medizinische Terminologie (Fachbegriffe)
Erste praktische Fähigkeiten, z.B. Erste Hilfe, Laborfertigkeiten
1. Staatsexamen (Physiukum): Nach der Vorklinik
Klinische Phase
(3.- 5. Jahr)
- Innere Medizin (Herz-Kreislauf, Lunge, Verdauung, Nieren)
- Chirurgie (Operationen), Anästhesiologie (Narkosen), Notfallmedizin
- Allgemeinmedizin, Pädiatrie (Kinderheilkunde), Neurologie (Nervensystem), Psychiatrie (Seelenheilkunde)
- Gynäkologie/ Geburtshilfe (Frauenheilkunde und Geburt), Urologie (Harnsystem), Dermatologie (Hautkrankheiten)
- Pharmakologie (Medikamentenkunde), Diagnostik (wie Röntgen, MRT, Ultraschall)
Praktische Übungen, Fallbesprechungen, Praktika, Anamnese (Befragung der Krankengeschichte)
2. Staatsexamen: Nach der klinischen Phase, oft in Form einer mündlicher oder praktischen Prüfung
Praktisches Jahr
(6. Jahr)
Arbeit in Klinik und Praxis- Eigenständige Aufgaben
- direkte Patient:innenbetreuung unter Anleitung eines erfahrenen Arztes oder einer erfahrenen Ärztin
3. Staatsexamen: Am Ende des Praktischen Jahres. Hier schließt du dein Studium ab und erhältst die Approbation – also die offizielle Erlaubnis, als Arzt oder Ärztin zu arbeiten.
ein fieberthermomether, eine spritze, ein skalpel und ein stetoskop gezechnet

Das Skills-Lab

Ein Skills-Lab ist ein spezieller Trainingsraum an der Universität, in dem Medizinstudierende wichtige praktische Fähigkeiten üben können – und zwar bevor sie sie bei echten Patient:innen anwenden.

Dort gibt es zum Beispiel Übungsmodelle, Puppen, technische Geräte und manchmal auch geschulte Personen, die Patient:innensituationen nachstellen. Im Skills-Lab lernst du Schritt für Schritt Dinge wie Blut abnehmen, Verbände anlegen, Ultraschall anwenden oder Patientinnengespräche führen.

Der große Vorteil: Du kannst alles in Ruhe ausprobieren, Fehler machen, Fragen stellen und bekommst direkt Feedback. Das Skills-Lab ist also so etwas wie ein „Übungsraum für die Praxis“, der dir hilft, sicherer und selbstständiger zu werden, bevor es in den Klinikalltag geht.

Hier ein paar Eindrücke unserer Studierenden aus dem Skills Lab:

Blutabnahme an einem Armmodell

Übung an einem Arm-Modell: Blutabnahme
Philip übt HNO Sachen

Praktische Untersuchungsübung in der HNO - Untersuchung der Nase
Philip im Skills Lab

Philip bei einer Simulation einer Blinddarmentfernung
Operations Simulatoin

Übung des athroskopischen operieren (Operieren per Kamera): Simulation einer Blinddarmentferung
Susan im Skills Lab mit einer Übungspuppe

Übung an Übungsmodellen: Man lernt, mit einem Hilfsgerät in den Hals zu schauen und einen Schlauch in die Luftröhre zu legen, damit man atmen kann.
zwei pERSONEN IM Meditreff

Praktische Übung: Blutdruck messen im Meditreff

Ein Tag als Humanmedizin-Student

Safin
Safin, 3. Semester

6.30 Uhr Aufstehen, fertig machen für die Uni

7.15 Uhr Losfahren, längere Anreise, ca. 45 Minuten zur Uni

8 Uhr Ankommen an der Uni, Treffen mit Freundin:innen, Start
der Vorlesungen

8 bis 12 Uhr Vorlesungen (z.B. Anatomie, Physiologie, Biochemie) – mit
kurzen Pausen und Kaffeestopps

12 bis 13 Uhr Mittagspause, Mensa-Zeit

13 bis 15 Uhr Pflichtveranstaltungen (z.B. Seminare oder Praktika)

15 bis 18 Uhr Lernen in der Bibliothek (meist in der Ärztlichen Zentralbibliothek
oder in der Staats- und Universitätsbibliothek).

18 Uhr Feierabend: Heimweg

Abends Abendessen, Entspannen, evtl. Telefonieren, Sport oder Spaziergang
und später vielleicht noch einen Film schauen und einfach abschalten.

Lern- und Arbeitsorte in der Humanmedizin

Präpsaal

Präpariersaal: Hier lernen Studierende den menschlichen Körper ganz genau kennen, mit echten Organen, Muskeln und Nerven als Grundlage für die ärztliche Arbeit.
Anatomie-Hörsaal

Anatomie-Hörsaal: Hier wird Anatomie theoretisch erklärt. Mit Bildern und Modellen wird vorbereitet und vertieft, was im Präpsaal praktisch gelernt wird.
Campus Lehre

Campus Lehre: Ein zentraler Lernort für Medizinstudierende. Hier finden Kurse statt, klinische Fähigkeiten werden geübt und gemeinsam gelernt.
ÄZB Eingang

Ärztliche Zentralbibliothek: Arbeits- und Lernort für Medizinstudierende mit Büchern, digitalen Angeboten, Gruppenräumen und dem Skills Lab zum praktischen Üben
Zwei Skeltte im Histologie Saal

Histologie-Hörsaal: Hier geht es um Zellen und Gewebe. Studierende betrachten z. B. Blut oder Haut unter dem Mikroskop, um Krankheiten besser zu verstehen.

Zukunftsaussichten nach dem Studium

Ein Modell eines Menschnlichen Oberkörpers

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Humanmedizinstudiums und der Approbation stehen dir viele spannende Wege offen. Du kannst als Ärztin oder Arzt in Kliniken oder Arztpraxen arbeiten und dich dabei für eine Fachrichtung entscheiden, die zu deinen Interessen passt – zum Beispiel Innere Medizin, Chirugie, Pädiatrie, Neurologie oder Anästhesiologie. Für eine solche Spezialisierung machst du eine Facharztweiterbildung, die meist vier bis sechs Jahre dauert.

Doch die Medizin bietet noch viel mehr: Auch außerhalb der direkten Arbeit mit Patient:innen gibt es zahlreiche Perspektiven. Du kannst in der medizinischen Forschung neue Erkenntnisse gewinnen, an einer Hochschule lehren, im Gesundheitsmanagement (z.B. Management von Krankenhäusern oder Arztpraxen) tätig sein oder Projekte zur Gesundheitsförderung begleiten. So findest du nach dem Studium ganz unterschiedliche Möglichkeiten, deinen eigenen Weg in der Medizin zu gestalten.

Weitere Infos

Für mehr Informationen zur Struktur des Studiengangs aus Hamburg:

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