Godwin – 7. Semester – Humanmedizin

Godwin – Mit Glaube, Ausdauer und Leidenschaft durchs Medizinstudium

Godwin ist in Köln geboren und aufgewachsen, seine Wurzeln liegen in Ghana.

Ich bin in Köln groß geworden, war mit 17 mit der Schule fertig - Aber ich wusste, ich will nicht einfach irgendetwas studieren – ich wollte sicher sein, dass ich das Richtige mache.

Nach dem Abitur entschied er sich zunächst gegen den direkten Einstieg ins Studium. Stattdessen absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr – mitten in der Corona-Zeit.

„Ich wollte etwas Sinnvolles tun, Erfahrungen sammeln, bevor ich mich endgültig entscheide.“

Sein Traum war klar: Medizin. Doch der Weg dahin war schwierig. Trotz eines sehr guten Abiturs reichte es zunächst nicht für einen Studienplatz.

Ich hatte 1,2, aber der TMS lief nicht so, wie ich gehofft hatte.

Er ließ sich nicht entmutigen, wiederholte den Test, bereitete sich intensiv vor – und schrieb sich parallel für molekulare Biomedizin in Bonn ein.

Das war rückblickend ein Glücksfall. Das Studium dort war anspruchsvoll, und ich konnte Wissen aufbauen, das mir später im HAM-Nat geholfen hat.

Schließlich schaffte er den Sprung nach Hamburg – und begann sein Medizinstudium.

Godwin steht vor N55

Godwins Eltern stammen aus einem kleinen Dorf in Ghana. Sein Vater kam mit einem Stipendium nach Deutschland, seine Mutter kam später nach. Bildung war in der Familie zentral:

Mit fünf konnte ich schon lesen, schreiben, rechnen.

Heute arbeitet sein Vater als IT-Spezialist, seine Mutter an einer Grundschule. Godwin ist nicht der erste Akademiker in der Familie, aber der erste Medizinstudent.

Der Stolz seiner Eltern ist groß – und der Druck war es auch. Afrikanische Eltern freuen sich sehr, wenn ihr Kind Arzt wird, sagt er schmunzelnd.

Als ich überlegte, vielleicht etwas anderes zu machen – Musik etwa, die ich liebe –, war das für sie keine Option.

Doch Godwin fand seinen eigenen Weg:

 „Ich wollte Medizin wirklich – nicht nur für meine Eltern, sondern für mich. Ab da wurde alles leichter. Lernen fiel mir einfacher, weil ich wusste, wofür ich es tue.“

Eine besondere Herausforderung sieht er darin, als einer der wenigen schwarzen Studierenden im Medizinstudium zu sein.

Ich bin in meinem Jahrgang der einzige Schwarze. Man fällt auf – positiv wie negativ. Aber ich sehe das als Chance. Ich kann zeigen, dass wir da sind, dass wir dazugehören.

Seine Motivation schöpft Godwin nicht nur aus seiner Familie, sondern auch aus seinem Glauben.

Ich glaube, dass Gott keine Fehler macht. Wenn etwas nicht sofort klappt, hat das einen Grund. Vielleicht musste ich erst bestimmte Erfahrungen machen, bevor ich bereit war.

Diese Haltung hat ihm geholfen, Rückschläge auszuhalten – und immer weiterzumachen.

Heute blickt Godwin mit Dankbarkeit auf seinen Weg:

Godwin steht für Ausdauer, Glauben und Selbstvertrauen – und dafür, dass man seinen Traum nicht aufgeben sollte, auch wenn der Weg dorthin länger dauert.

Du möchtest noch weitere Studierende kennen lernen?