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Traumatologie

Die Traumatologie umfasst die operative und konservative Behandlung akuter Verletzungen des gesamten Skelett- und Bewegungssystems. Der Begriff Trauma leitet sich aus dem griechischen ab (trauma = Wunde). Sind Patienten so schwer verunglückt, dass eine der Verletzungen oder aber die Kombination mehrerer Verletzungen lebensgefährlich sind, sprechen Mediziner von einem Polytrauma (poly = mehrfach).

In unserer Klinik bieten wir das gesamte Spektrum der modernen unfallchirurgischen Versorgung auf höchstem Niveau an - von einfachen Verletzungen bis hin zum Polytrauma. Akut verletzte Patienten behandeln wir rund um die Uhr in unserer Notaufnahme. Für schwerverletzte Patienten, die mit dem Rettungswagen oder -hubschrauber gebracht werden, steht in einem speziellen Schockraum ein ganzes Team aus Ärzten verschiedener Fachrichtungen bereit. Ist ein lebensrettender Eingriff notwendig, wird der Patient sofort in einen der Operationssäle in unmittelbarer Nähe des Schockraums gebracht und versorgt.

Nach schweren Unfällen sind große Gelenke wie Schulter, Hüfte oder Knie häufig verletzt. Zur Rekonstruktion der Knochen setzen wir modernste Implantate aus Metall oder Titan ein. Je nach Art und Ort werden die Verletzungen entweder mit Plattenosteosynthesen oder Nagelosteosynthesen versorgt. In manchen Fällen, wenn beispielsweise an der Schulter keine Rekonstruktion mehr möglich ist, muss das Gelenk gegebenenfalls auch durch eine Endoprothese ersetzt werden.

Plattenosteosynthese am Schienbeinkopf

Wirbelsäulenverletzungen

Wir behandeln jährlich über 500 Patienten mit einer Verletzung der Wirbelsäule. Im Bereich der Halswirbelsäule wird besonders oft das Schleudertrauma angetroffen, das bei entspannter Muskulatur durch einen unerwarteten Aufprall eines anderen Fahrzeuges von hinten und die damit verbundene heftige Rückwärtsneigung des Kopfes entsteht. Hierbei werden Bänder und Muskeln der Halswirbelsäule gezerrt. Die reflektorische Tonuserhöhung der Nackenmuskulatur führt zu typischen Symptomen mit eingeschränkter Kopfbeweglichkeit und Nackenschmerzen. Diese können in den Hinterkopf, die Schultern und zwischen die Schulterblätter ausstrahlen.

Meist ist eine konservative Behandlung mit kurzfristiger Ruhigstellung im Krawattenverband für drei Tage mit anschließender krankengymnastischer Stärkung der Nackenmuskulatur ausreichend. Medikamentös kommen muskelentspannende Präparate und nicht-steroidale Antiphlogistika wie Diclofenac unter Magenschutz zum Einsatz.

Instabile Verletzungen werden an der Halswirbelsäule seltener angetroffen, können jedoch zu einer Querschnittslähmung führen und für den Patienten weitreichende Konsequenzen mit sich bringen. Häufige Ursachen für solche Verletzungen sind Badeunfälle mit Sprüngen in flache Gewässer, Motorradunfälle, Stürze aus großer Höhe und PKW-Unfälle mit Anprall des Kopfes an die Windschutzscheibe.

Im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule zählen instabile Frakturen der Wirbelkörper zu den regelmäßig beobachteten Verletzungen und erfordern meist eine aufwändige operative Versorgung mit Stabilisierung des verletzten Wirbelsäulenabschnittes zunächst von hinten und in einem zweiten Eingriff von vorne.

In der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie werden dabei vielfach junge Patienten behandelt, die sich ihre Verletzung bei Sport- oder Freizeitunfällen zuziehen. Neben Fahrrad- und Motorradunfällen können zum Beispiel auch Stürze beim Reitsport zu Frakturen der Brust- und Lendenwirbelsäule führen. Symptome sind zumeist starke Schmerzen im Lendenbereich und bei einer Mitbeteiligung des Rückenmarks eventuell unwillkürlicher Harnabgang sowie Lähmungserscheinungen an den Beinen.

Oberstes Prinzip bei der Behandlung solcher Verletzungen ist die möglichst rasche Wiederherstellung der Belastbarkeit der Wirbelsäule, der Arbeits- und Sportfähigkeit sowie die Rückkehr in die gewohnten sozialen Bindungen mit Aufrechterhaltung einer maximalen Lebensqualität für den Patienten.

 

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Letzte Änderung: PD Dr. Wolfgang Lehmann, 24.05.2008