Für die Patient:innen da sein – weil es so viel Sinn macht.

Zouhair H. (36), Versorgungsassistent in der Klinik-Gastronomie

„Im UKE bin ich richtig glücklich und habe die Chance, die Patient:innen glücklich zu machen.“ Das gelingt dem Versorgungsassistenten der KGE (Klinik Gastronomie Eppendorf) regelmäßig – mit dem leckeren Essen, das er auf verschiedene Stationen des UKE serviert, „und mit meiner positiven Energie.“

Und diese ist besonders wichtig. „Den Menschen geht es nicht gut, sonst wären sie ja nicht hier. Sie brauchen etwas Schönes.“ Das bietet Zouhair ihnen morgens, mittags und zur Kaffeezeit an, wenn er sein Büffet über die Flure schiebt. Die Patient:innen haben die Wahl: verschiedene Brötchen- und Brotsorten, Aufschnitt in vielen Varianten, diverse Käsesorten und süße Beläge. Die Mittagskarte umfasst 24 Gerichte, auch vegan und vegetarisch. Das Essen sei hochwertig, wie im guten Hotel, findet Versorgungsassistent Zouhair. Das melden ihm auch die Patient:innen zurück. Besonders beliebt: Kartoffelsuppe mit Wiener Würstchen.

Bis zum Servieren dieser beliebten Gerichte ist es ein weiter Weg für ihn: Er ist in Marokko geboren und aufgewachsen, hat in Marrakesch nach dem Abitur französische Literatur studiert. Da die Chancen auf eine Stelle als Lehrer oder Dolmetscher schlecht stehen, wechselt er auf eine Tourismusschule, absolviert dort auch die Ausbildung zum Koch. Danach arbeitet er zwei Jahre im Disneyland Orlando als Kulturvertreter seiner Heimatstadt; nach der Rückkehr ist er als Erlebnisberater in einem Touristenhotel tätig und organisiert für ein Reisebüro große Hochzeitsfeiern.

In Marrakesch lernt er seine Frau kennen, eine gebürtige Hamburgerin mit marokkanischen Wurzeln, sein „größtes Glück“. 2017 zieht er zu ihr in die Hansestadt. Zouhair spricht Marokkanisch, Arabisch, Französisch, Englisch – und lernt nun Deutsch. Neben der Schule jobbt er als Koch in einem großen Hotel. Doch wohl fühlt er sich nicht bei der Arbeit, „eher wie ein Roboter.“ Deshalb durchsucht er gemeinsam mit seiner Frau die Stellenangebote und wird fündig: Im UKE nimmt er eine Woche lang an einer Schulung teil und entscheidet sich für die KGE. „Ich wollte es ausprobieren, und jetzt bin ich schon beinahe fünf Jahre hier.“

Zwischenzeitlich hat er mal vier Monate als Koch im UKE-Restaurant gearbeitet. Das war 2018, als seine Kochausbildung endlich auch in Deutschland behördlich anerkannt wurde. „Ich glaubte, dass dies eine Chance sei.“ Tatsächlich aber habe er den direkten Kontakt zu den Menschen vermisst – und durfte nach einem Gespräch mit seinem Abteilungsleiter ins Team der KGE zurückkehren, „zum Glück“.

Seine Mehrsprachigkeit ist bei Kolleg:innen, Patient:innen und Pflegenden gefragt, wenn es mal Verständigungsprobleme gibt. Zouhair hat sich im UKE auch zum Mentor schulen lassen und arbeitet neue Mitarbeitende der Abteilung ein. Er erklärt ihnen, wie wichtig das Lächeln bei der Begrüßung ist, die Frage nach dem Befinden, die Geduld, das Zuhören – und positive Energie. „Das macht alle Seiten glücklich.“

Text: Ingrid Kupczik

Gemeinsam besser. Fürs Leben.