AKTUELL
Das Museum ist am Mittwoch, Samstag und Sonntag jeweils von 13 bis 18 Uhr für Sie geöffnet.
Führungen und Gruppen-Angebote sind an allen Wochentagen über den Museumsdienst Hamburg buchbar!
Zeichnungen aus der "Irrenanstalt"
Kurzführung zu Elfrieder Lohse-Waechtler am 14.10.2026, 17:00 Uhr
Heute zählt Elfriede Lohse Wächtler zur sogenannten klassischen Moderne. Mit ihren bekannten „Friedrichsberger Köpfen“ dokumentierte sie ihre Erfahrung der Psychiatrie in den 1920er Jahren. Im Medizinhistorischen Museum tritt sie als Patientin und Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde in Erscheinung. Welchen Stellenwert sie bereits zeitgenössisch als aufstrebende Künstlerin in der Weimarer Moderne einnahm, gerät dabei leicht aus dem Blick. In einer Sonderführung im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit gibt Edith Ghetta, Mitarbeiterin des Museums, Einblicke in das schillernde und tragische Leben der Künstlerin.
Im Anschluss lädt der Verein „Irre menschlich“ zum Vortrag in den Hörsaal: Ab 18 Uhr spricht Dr. med. Volkmar Aderhold, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zum Thema „Neuroleptika minimal – Wann reduzieren und Absetzen?“.
#seeforfree: Freier Eintritt und Programm am Reformationstag
Samstag, 31. Oktober, 13.00 - 18.00 Uhr
Nicht nur Reformationstag und Halloween werden am 31. Oktober gefeiert, in Hamburg heißt es nun schon zum neunten Mal #seeforfree. Unter diesem Motto öffnen wir mit vielen anderen Hamburger Museen und Ausstellungshäusern kostenlos unsere Türen. Damit nicht genug: Von 13 bis 18 Uhr geben wir in Kurzvorträgen und Führungen Einblicke in unsere Sammlungen und die Forschungsfelder des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin:
- 13:30 Blicke in den Körper – Mikroskopie und Medizintechnik im Wandel
Ein Rundgang zwischen Vergangenheit und Zukunft mit Hans Fischer. - 14:00 Anatomie in den Fingerspitzen
Warum angehende Medizinstudierende in den 1920er Jahren mit Knetmasse modellieren lernten. Kurzvortrag mit Dr. Henrik Eßler. - 14:30 Lenins Tod
Kurzführung durch die Sonderausstellung mit Prof. Philipp Osten. - 15:00 Die Front im Kopf: Wehrmachtssoldaten in der Psychiatrie
Rabea Heyne über die Behandlung von Traumata im Zweiten Weltkrieg. - 15:30 Von Kuhpocken, Schluckimpfung und Herdenimmunität
Hans Fischer zur Geschichte des Impfens. - 16:00 Schrittweise zur Vernichtung: Von der Eugenik zur Zwangssterilisation und NS-Euthanasie
Kurzvortrag von Prof. Philipp Osten (in Vertretung für PD Dr. Rebecca Schwoch). - 16:30 Wundbrand und warme Wickel
Einblicke in den „Kosmos Krankenhaus“ um 1900 mit Johanna Kramer - 17:00 „Psychoreaktion mit Kobragift“ und ein Impfstoff gegen alles
Prof. Philipp Osten über die Anfänge der klinischen Blutuntersuchung in Eppendorf. - 17:30 Zwischen Fürsorge und Ausgrenzung – Medizin und Sozialhygiene im 20. Jahrhundert
Kurzführung mit Dr. Anja Sattelmacher.
Der Eintritt ins Museum ist frei! Das gesamte Programm finden Sie auf der Website von Seeforfree .
Hafen – Seuchen – Sicherheit. Ein Abend im Rahmen der „Hamburger Horizonte“
Mittwoch, 18. November, 18.00 Uhr
Häfen sind Orte des Austauschs von Waren und Wissen. Über Häfen kommen aber auch Krankheitserreger in einen globalen Umlauf. Hafenstädte standen deswegen schon früh im Fokus gesundheitspolitischen Handelns und medizinischer Untersuchung.
Im Rahmen der Reihe „Hamburger Horizonte“ fragen wir gemeinsam mit Gästen, wie moderne und globalisierte Gesellschaften in ihren Verkehrsknotenpunkten mit der Bedrohung durch gefährliche Infektionskrankheiten umgingen. Julia Engelschalt (Technische Universität Darmstadt), Henrik Eßler (Medizinhistorisches Museum, Hamburg) und Dominik Hünniger (Deutsches Hafenmuseum, Hamburg) beleuchten Zusammenhänge zwischen Seuchen, Hafen und Sicherheit. Anhand von Beispielen aus Hamburg (Pest und Lepra) und Havanna (Gelbfieber) in der Zeit um 1900 werden kulturelle Vorstellungen und praktische Bekämpfungsmethoden von Seuchen betrachtet. Moderation und Einführung übernimmt Philipp Osten (Medizinhistorisches Museum, Hamburg). Im Ausblick und der Diskussion mit dem Publikum knüpft die Veranstaltung an aktuelle Debatten rund um Mobilität und Sicherheit in einer globalisierten Welt an.
Besucher:innen der Veranstaltung können ab 17 Uhr die Ausstellungen des Museums kostenlos besichtigen!
Bei Anruf Kultur
Neue Termine für Telefonführungen im Herbst
„Bei Anruf Kultur“ bietet telefonische Kulturführungen aus über 140 Museen, Gedenkstätten und Galerien an. Das Angebot richtet sich an Menschen, die diese kulturellen Angebote visuell nicht live erleben können - zum Beispiel, weil sie blind oder sehbehindert sind, in ihrer Mobilität eingeschränkt oder schlicht zu weit entfernt sind.
Mit drei thematischen Führungen laden wir Sie per Telefon von zuhause oder unterwegs in unser Museum ein:
20. November, 14 Uhr: Blicke in den Körper – Mikroskopie im Wandel (Hans Fischer)
25. November, 16 Uhr: Lenins Tod. Eine Sektion (Philipp Osten)
18. Dezember, 14 Uhr: Unsichtbare Verbindungen von Medizin und Kunst (Edith Ghetta)
Anmeldung erforderlich: https://www.beianrufkultur.de/programm/termin/unsichtbare-verbindungen-von-medizin-und-kunst oder telefonisch unter +49 (0)40 209 404 36
Information zur Barrierefreiheit
Das Angebot ist für seheingeschränkte und blinde Menschen geeignet.
Lenins Tod. Eine Sektion
Sonderausstellung - verlängert bis 17. Januar 2027!
1924 starb der Gründer der Sowjetunion Wladimir Iljitsch Lenin in Gorki bei Moskau. Unter den Ärzten, die von der Regierung an sein Krankenbett gerufen worden waren, befand sich auch der Hamburger Neurologe Max Nonne – ausgerechnet.
Noch im November 1918 waren deutsche Revolutionäre auf der Suche nach Max Nonne und seinen Assistenten durch das Eppendorfer Krankenhausgelände gezogen, „um sie zu erschießen“. Denn sie kannten Nonne als Verfechter eines umstrittenen Verfahrens, das die Leistungsfähigkeit psychisch erkrankter Soldaten mit Hilfe schmerzhafter Stromstöße wiederherzustellen versuchte.
Nonnes Aufzeichnungen stehen im Zentrum der Ausstellung. Die Krankenakte ist Ausgangspunkt einer vielschichtigen wissenschafts- und kulturhistorischen Sektion: Wer war Lenins Arzt Max Nonne? Was machte seine Hypnose- und Stromtherapie mit den Traumatisierten des Ersten Weltkriegs, und welche Rolle spielte er bei den Krankenmorden in der NS-Zeit?
Auch auf das Nachleben des toten Lenin erstreckt sich die Untersuchung: Welches Menschenbild steckt hinter der Forschung an Lenins Hirn? Wie entstand sein Totenkult? Und warum interessierte sich der Hamburger Kunsthistoriker Aby Warburg so sehr für eine sowjetische Trauerbriefmarke?
Weitere Informationen
Human Remains am Medizinhistorischen Museum
Verschiedene Teilsammlungen des Medizinhistorischen Museums enthalten menschliche Überreste (human remains). Dazu gehören zahlreiche Schnittpräparate, die seit dem frühen 20. Jahrhundert an den Universitätskliniken angefertigt wurden. Einzelne Bestände umfassen darüber hinaus menschliche Schädel und Schädelfragmente, deren Herkunft und Sammlungsumstände in Teilen unklar sind. Unter diesen Human Remains befinden sich 75 Schädel aus kolonialen Kontexten. Sie alle gehörten zu einer Sammlung der Staatskrankenanstalt Friedrichsberg, Hamburgs erster Psychiatrischen Universitätsklinik. Ein als "Herero" beschrifteter Schädel wurde im Jahr 2018 nach Namibia repartriiert.
Um einen ethisch angemessenen Umgang mit den menschlichen Überresten zu gewährleisten, wurden diese weitgehend von den übrigen Sammlungsbeständen separiert. Das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin bemüht sich um Mittel für eine umfassende Provenienzforschung zu den Human Remains aus kolonialen Kontexten, mit den Ziel sie zu restituieren. Sehr unterstützt werden wir dabei vom Team der Forschungsstelle Hamburgs (post)koloniales Erbe . Das Medizinhistorische Museum Hamburg beteiligt sich an der Initiative zur Öffnung der Inventare, um die Recherche nach Kulturgütern und Human Remains aus kolonialen Kontexten zu erleichtern. Eine Bestandsliste ist hier einsehbar: Inventarverzeichnis der Schädelsammlung.
Handreichungen für Schulklassen
Human Remains in Schulsammlungen
Neue Handreichung aus Kooperationsprojekt erschienen
Fast die Hälfte der weiterführenden Schulen in Hamburg verfügen in ihren Biologiesammlungen über sogenannte Human Remains, also menschliche Überreste. Wie man mit ihnen angemessen umgehen kann, beschreibt ab sofort eine neue Handreichung für Lehrkräfte. Sie entstand im Rahmen des Projektes „HUMANS“, das gemeinsam mit der Universität Hamburg, dem Museum der Natur und dem Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen erarbeitet wurde. Im Mittelpunkt standen dabei ethische Aspekte, aber auch die Frage: Was können wir über die Herkunft der Knochen und Präparate herausfinden? Im Medizinhistorischen Museum durften die Schüler:innen sich in Methoden der Provenienzforschung üben und mit den Expert:innen über den Umgang mit sensiblen Sammlungen diskutieren.
Der Leitfaden „Human Remains in Schulsammlungen“ ist kostenlos beim LI Hamburg abrufbar.
Weitere Informationen zum Projekt HUMANS
Neue Handreichung für Schulklassen: "Medizin im Nationalsozialismus"
Die Publikation „Medizin im Nationalsozialismus“ ist als zweiter Teil der „Unterrichtsmaterialien zur Medizin- und Sozialgeschichte Hamburgs" im Februar 2024 erschienen. Wie der 2020 publizierte erste Teil „Seuchen und Gesundheit“ ist auch diese Veröffentlichung in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerfortbildung und Schulentwicklung , der Körber-Stiftung und dem Fachverband Geschichte und Politik Hamburg entstanden.
Das Heft regt an, sich mit der Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus zu befassen: mit der »rassenbiologisch« begründeten Ausgrenzung gesellschaftlicher Gruppen, mit Krankenmorden und Menschenversuchen. Mit der Vertreibung jüdischer Ärzte. Und mit den auch von Wissenschaftlern verbreiteten Ideologien, die millionenfach verübte Morde, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Vertreibungen und Verstümmelungen rechtfertigen sollten.
Programme für die Verknüpfung mit einem Museumsbesuch (buchbar über den Museumsdienst Hamburg) finden Sie
hier
Handreichung für Schulklassen: "Seuchen und Gesundheit"
Gemeinsam mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung haben wir eine Handreichung für Schulklassen ab Stufe 10 entwickelt. Die Broschüre bietet Materialien für das fächerübergreifende Arbeiten: von der Entstehung der modernen Krankenhäuser über die Verbesserung der Wohnverhältnisse zu den großen Seuchen, unter denen Generationen von Hamburger:innen litten.
Maßgeschneiderte Programme für die Verknüpfung mit einem Museumsbesuch (buchbar über den Museumsdienst Hamburg) finden Sie
hier
Aus Seuchen lernen? Themenblätter für die Schule
Die größten Krisen in der Geschichte sind neben Kriegen stets Seuchen gewesen. Sie sind dabei nicht "nur" ein Stresstest für das Gesundheitssystem einer Gesellschaft, sie bringen auch Ungleichheit und gesellschaftliche Schieflagen zum Vorschein. Die Ungewissheit über Herkunft und Verbreitungswege bringt außerdem oft die Stigmatisierung bestimmter sozialer Gruppen mit sich, die als Sündenböcke gebrandmarkt werden.
Die neuen Themenblätter "Aus Seuchen lernen" der Bundeszentrale für politische Bildung bieten ab sofort Lehrkräften und Schüler/innen die Möglichkeit, das Thema im Unterricht zu behandeln. Die Autoren Philipp Osten und Malte Thießen geben eine ausführliche Einführung ins Thema sowie methodische Hinweise zum Einsatz der Arbeitsblätter im Unterricht. Die gedruckte Ausgabe enthält zusätzlich den Spicker "Alles eine Verschwörung?" zum Heraustrennen.
Weitere Infos, Bestellmöglichkeiten und die Broschüre als pdf finden Sie hier!
Publikationen
Tagungsband: Umgang mit der Geschichte der NS-"Euthanasie" und Zwangssterilisation erschienen
Der neue Band präsentiert Forschungsergebnisse, die auf der Frühjahrstagung des Arbeitskreises zur Erforschung der nationalsozialistischen “Euthanasie” und Zwangssterilisation vorgestellt wurden. Die Tagung fand im Juni 2022 in der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und im Medizinhistorischen Museum Hamburg statt. An beiden Standorten gibt es Lern- und Gedenkorte für die Opfer der NS-“Euthanasie” und Zwangssterilisation. Beide Orte sind Ausdruck für einen „Umgang mit der Geschichte“, der Forschen, Lernen und Gedenken als Teil der Verantwortung in Gegenwart und Zukunft sieht.
Neben zahlreichen Beiträgen zum aktuellen Stand der historischen Aufarbeitung, Erinnerungskultur und Gedenkarbeit in Bezug auf die NS-"Euthanasie" legt der von Rebecca Schwoch herausgegebene Band einen besonderen Schwerpunkt auf die Rolle der Hamburgischen Universitätpsychiatrie im Nationalsozialismus.
Zu erwerben ist der Band beim Psychiatrie Verlag und während der Öffnungszeiten im Medizinhistorischen Museum.
Corona Journal
Die Corona-Epidemie bestimmt derzeit das öffentliche Leben. Infektionskrankheiten und ihre Bekämpfung brachten auch in vergangenen Zeiten gravierende Einschnitte für die Menschen mit sich. In unserem "Corona Journal" stellen wir Ihnen regelmäßig Objekte und Inhalte unserer Sammlung und Ausstellung vor.
Anhand ausgewählter Exponate erzählen wir die Geschichte der großen Seuchen, die unsere Stadt seit dem 18. Jahrhundert heimsuchten.
Mehr...
Die kompletten Beiträge des Corona Journals als Begleitheft finden Sie hier...
Von Cholera bis Corona: ein Rundgang durch die Geschichte
Erleben Sie hier einen Streifzug durch die Hamburger Seuchengeschichte mit Museumsdirektor Philipp Osten
Reportagen & Berichte
Wissen vom Frosch: Der Stoffwechsel im Versuchsaufbau
Rahel Liebeschütz-Plaut (1894-1993) gehörte zu den ersten Ärztinnen am UKE. Am Physiologischen Institut forschte sie seit 1919 u.a. zum Stoffwechsel. Für ihre Untersuchungen konstruierte sie einen Respirationsapparat. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen Doris Fischer-Radizi und Johann Fischer sind der Sache auf die Spur gegangen und haben den Versuch kurzerhand nachgebaut. Mehr im Video!
Pandemie. Rückblicke in die Gegenwart
Pest, Cholera, Spanische Grippe, Corona: Das Medizinhistorische Museum Hamburg auf dem UKE-Gelände zeigt in einer sehenswerten Ausstellung, wie Seuchen Geschichte schreiben und die Gegenwart prägen.
Ein Blick zurück: Die Geschichte der Pavillons O53 und O55
Historisches Gebäude-Ensemble weicht für Klinik-Neubau
Für den Neubau der Martini-Klinik müssen zwei historische Pavillons auf dem Gelände des Universitätsklinikums weichen. Sie gehören zu den ersten Gebäuden des 1889 eröffneten Allgemeinen Krankenhaus Eppendorf. Gemeinsam mit dem früheren UKE-Mitarbeiter Klaus Pinker hat Prof. Dr. Adolf-Friedrich Holstein, langjähriger Leiter des Freundes- und Förderkreises die Vergangenheit der nun vor dem Abriss stehenden Gebäude recherchiert. Mehr...