BASS-Teams
-
Überblick
Das Forschungsprojekt „BASS-Teams“ möchte in drei Modellregionen in Deutschland (Hamburg, Köln, München) eine neue Versorgungsform für Erwachsene im Autismus-Spektrum (ohne kognitive Beeinträchtigungen) im Sinne einer integrierten Versorgung, einschließlich der Bereiche Psychotherapie und Psychiatrie, Allgemeinmedizin, Teilhabe, Peer-Support und Selbsthilfe umsetzen. Dabei sollen bestehende Versorgungsbarrieren abgebaut werden, vor allem durch Anpassungen hinsichtlich Kommunikation und Sensorik bzw. verbessertem Schnittstellenmanagement. Durch regionale Kompetenznetzwerke soll auch die Vermittlung in bestehende Angebote in der Regelversorgung gefördert werden.
Eine Studienteilnahme ist aktuell noch nicht möglich. Voraussichtlich ab Mai wird auf unserer Homepage erklärt werden, wie Sie eine Anfrage für eine Studienteilnahme senden können. Vorherige Anfragen werden aus Gründen der Chancengleichheit für alle Studieninteressierten nicht bearbeitet.
Wer wird an der Studie teilnehmen können?
- Erwachsene ab 18 Jahren mit gesicherter oder Verdachtsdiagnose auf Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ohne Intelligenzminderung & ohne hirnorganisch-bedingte Störung
- Wohnort max. 1 Std. Fahrtweg (ÖPNV) vom Standtort des regionalen BASS-Behandlungsteams (Hamburg, Köln oder München)
- Versichert bei einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse
- Ausreichende deutsche Sprachkenntnisse
Fachleute, die sich über das Projekt informieren und ggf. Kooperationen eingehen wollen, können entsprechende Anfragen über folgenden Kontakt einsenden.
-
Hintergrund & Ziele
Erwachsene im Autismus-Spektrum erleben häufig Barrieren bei der Nutzung von Angeboten der Ge-sundheitsversorgung (z. B. bei Behandlungs- oder Beratungsterminen). Diese Barrieren sind nicht unbedingt von außen sichtbar, können aber zum Beispiel Schwierigkeiten bei der Kommunikation mit Fachpersonen, bei der Verarbeitung von Umgebungsreizen oder bei der Umsetzung von notwendigen Schritten (z. B. Rezepte einlösen) umfassen. Im schlimmsten Fall führen solche Barrieren dazu, dass autistische Menschen nicht das Versorgungsangebot erhalten, welches sie dringend benötigen. Um Barrieren abzubauen, braucht es Maßnahmen, die Menschen mit Autismus helfen, auf ihre Barrieren hinzuweisen, aber auch Maßnahmen, die Fachpersonen für diese Barrieren sensibilisieren und diese veranlassen, ihre Versorgungsangebote autistischen Menschen möglichst barrierefrei zugänglich zu machen.
-
Projektbeschreibung
Das Forschungsprojekt „BASS-Teams“ möchte in den Regionen Hamburg, Köln und München das BASS-Teams Behandlungsmodell einführen.
Innerhalb des Modells soll durch angepasste Rahmenbedingungen (z. B. weniger Reize in der Umgebung, feste Ansprechpersonen, mehr Informationen zu Abläufen) eine erhöhte Barrierefreiheit in der Gesundheitsversorgung (v. a. in den Bereichen Diagnostik und Beratung/Behandlung) geschaffen werden. Die Versorgung im Rahmen des Modells kann unterschiedlich intensiv erfolgen und wird durch eine feste Ansprechperson (Fall-Management) begleitet. Die Beratung oder Behandlung wird durch Mitarbeitende des BASS-Teams (z. B. Sozialarbeiter:innen, Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen) oder durch Fachpersonen im BASS-Teams Kompetenznetzwerk (z. B. Bera-tungsstellen, Selbsthilfegruppen) umgesetzt.
Um zu überprüfen, ob das BASS-Teams Behandlungsmodell einen Unterschied zur Regelversorgung bieten kann, wird begleitend eine wissenschaftliche Studie mit autistischen Personen durchgeführt. Insgesamt sollen 326 Erwachsene mit Autismus an der Studie teilnehmen. Sie füllen verschiedene Fragebögen in Onlineumfragen aus und nehmen an kurzen Interviews teil. Insgesamt werden diese Daten zu drei Zeitpunkten erhoben: zu Studienbeginn, nach sechs Monaten und nach 12 Monaten. Nach der ersten Datenerhebung werden die Studienteilnehmenden zufällig einer von zwei Gruppen zugeordnet: Die Interventionsgruppe erhält für 12 Monate das BASS-Teams Versorgungsmodell, die Kontrollgruppe nutzt zeitgleich weiterhin die Regelversorgung. Für die Kontrollgruppe verändert sich die Versorgung also nicht. Am Ende wird geprüft, ob sich die beiden Gruppen (Interventionsgruppe und Kontrollgruppe) nach 12 Monaten hinsichtlich verschiedener Kriterien unterscheiden (z.B. erlebte Barrieren, Lebensqualität, Alltagseinschränkungen, Anzahl genutzter Angebote und Kosten für das Versorgungssystem).
Um zu untersuchen, wie gut sich das BASS-Teams Behandlungsmodell umsetzen lässt, werden neben den Teilnehmenden der Interventionsgruppe auch 55 Bezugspersonen und 54 Fachpersonen zu drei Zeitpunkten befragt, wie sie das BASS-Teams Behandlungsmodell bewerten. Dadurch sollen möglichst viele Perspektiven berücksichtigt werden.
-
Bezugspersonen
Die Perspektive der Angehörigen/Bezugspersonen ist neben den Betroffenen und den Fachpersonen ein weiterer wichtiger Baustein des Forschungsprojektes. Während bereits im Vorgängerprojekt „BarrierefreiASS“ umfangreiche Befragungen der Angehörigen stattfanden, wird dies im Rahmen der geplanten Implementierungsevaluation von „BASS-Teams“ auch wieder der Fall sein.
Außerdem wird, sofern es von den jeweiligen Betroffenen und ihren Bezugspersonen gewünscht ist, ihre Begleitung zu Gesprächen mit den Behandler:innen/Dienstleistenden der Betroffenen und zu Fallkonferenzen ermöglicht. Dies dient der verbesserten Unterstützung/Behandlung der Betroffenen durch das Beisein einer vertrauten Bezugsperson.
Durch die verbesserte Versorgung der Betroffenen kann mittelbar auch die Belastung der Angehörigen durch die informelle Pflege reduziert werden.
-
Fachpersonen
Die einzelnen Angebote im BASS-Teams Behandlungsmodell werden durch das BASS-Behandlungsteam oder das BASS-Teams Kompetenznetzwerk umgesetzt. Dies sind z.B. Fachpersonen aus der Allgemeinmedizin, Psychotherapie, Psychiatrie, Sozialarbeit und Pflege als auch sogenannte "Peers", das sind für Beratung und Begleitung geschulte Personen mit Autismus. Im Rahmen der Implementierungs- und Prozessevaluation spielt die Perspektive dieser Fachpersonen eine wichtige Rolle. Dabei verfolgen wir das Ziel, nach Abschluss der BASS-Teams Studie bewerten zu können, wie hoch das Potential für das BASS-Teams Behandlungsmodell ist, in der Regelversorgung umgesetzt zu werden.
-
Team
Dr. rer. biol. hum. Dipl.-Psych.Judith Peth- Forschungsgruppenleiterin
Standort
W26 , 2. EtageSaskia PampuchM. Sc.- Wissenschaftliche Mitarbeiterin
- Psychologin
Standort
W26 , 2. EtagePascal Rahlff- Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Standort
W26 , 2. Etage
Prof. Dr. phil. Dipl.-Psych.Holger Schulz- Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Standort
W26 , 2. Etage
Cheyenne TopfM. Sc. Psych.- Psychologin
- Psychoonkologin
- Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Standort
W26 , 3. Etage -
Studienbeteiligte
Die BASS-Teams Studie ist Teil eines gemeinschaftlichen Forschungsprojekts mit den folgenden Beteiligten:
· Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (nachfolgend: UKE, Projektleitung)
· Autismuskompetenzzentrum Oberbayern gGmbH
· Ludwig-Maximilians-Universität Klinikum München
· Universität Leipzig
· Universitätsklinikum Köln
· Techniker Krankenkasse
-
Kooperationsparter:innen
Wird aktualisiert