Das Projekt Prevent & Return
Psychische Belastung beruflich tätiger Schwangerer und Stillender:
Gefährdungsbeurteilung weiterentwickeln und Wiedereinstieg präventiv gestalten
Projektlaufzeit
01.05.2026 bis 31.04.2028
Förderung
Programm „Förderung der Forschung zur Gesundheit in der Arbeitswelt“ vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Hintergrund
Die berufliche Teilhabe von Frauen stellt ein bedeutendes wirtschaftliches Potenzial zur Beschäftigungssicherung in Deutschland dar. Frauen machen aktuell deutschlandweit knapp die Hälfte der Erwerbsbevölkerung aus. Gleichzeitig ist bekannt, dass die große Mehrheit der Frauen in Deutschland während ihrer reproduktiven Phase mindestens ein Kind zur Welt bringt.
Schwangere und stillende Frauen stellen eine vulnerable Gruppe dar, die am Arbeitsplatz spezifischen körperlichen und psychosozialen Belastungsfaktoren ausgesetzt sein können und daher besonderen Schutz benötigen. Der aktuelle Forschungsstand zeigt jedoch, dass insbesondere die psychosoziale Belastung Schwangerer und Stillender bislang wenig untersucht wurde. Entsprechend geht der betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutz meist unzureichend auf die besonderen Bedarfe dieser Personengruppe ein.
Übergeordnete Projektziele
- Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung im Kontext der Schwangerschaft für den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz weiterentwickeln
- Präventionsempfehlungen für einen gesundheitsförderlichen beruflichen Wiedereinstieg von Frauen nach der Geburt formulieren
Methodisches Vorgehen
Das Projekt Prevent & Return umfasst ein multimethodisches Studiendesign und teilt sich in sechs Arbeitspakete auf.
Arbeitspaket 1: Interviewstudie
Im Längsschnitt werden über drei Erhebungszeitpunkte Interviews mit erwerbstätigen Schwangeren sowie zusätzlich Interviews mit Stillenden geführt. Dabei werden arbeitsbezogene psychosoziale Belastungsfaktoren und Ressourcen in den verschiedenen Phasen der Schwangerschaft sowie zum Zeitpunkt des Wiedereinstiegs in den Beruf erfasst. Die Erfahrungen der Schwangeren und Stillenden in den Übergangsphasen zwischen Arbeit und Mutterschutz bzw. Elternzeit und zurück sowie die organisationalen Rahmenbedingungen im Betrieb spielen hierbei eine zentrale Rolle.
Arbeitspaket 2: Fragebogenerhebung
In einer bundesweiten längsschnittlichen Onlinebefragung werden die Erkenntnisse aus den Interviews erweitert und quantifiziert. Dabei werden berufstätige Schwangere und Stillende zu ihren arbeitsbezogenen Belastungsfaktoren und Ressourcen mittels validierter und eigens entwickelter Instrumente befragt. Zudem sollen Zusammenhänge zwischen Arbeitsbelastung und der psychischen Gesundheit von Schwangeren/Stillenden ermittelt werden.
Arbeitspaket 3: Workshops
Begleitend zu der Studiendurchführung finden Workshops mit Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis statt. Dort werden die gewonnenen Erkenntnisse präsentiert, eingeordnet und diskutiert, um Gestaltungsansätze und Präventionsempfehlungen für Betriebe abzuleiten.
Arbeitspaket 4: Instrument für die Gefährdungsbeurteilung
Auf Basis der Erkenntnisse aus den Studien erfolgt die Konzeption eines Instruments zur spezifischen Gefährdungsbeurteilung zu der psychischen Belastung in der Schwangerschaft. Dieses Instrument soll noch im Rahmen des Projekts zusammen mit Betrieben angewandt und evaluiert werden.
Arbeitspaket 5: Praxishandbuch
Aus den gesamten Projektergebnissen wird ein digitales Praxishandbuch für Betriebe erstellt. Darin werden sowohl der aktuelle Forschungsstand und die Studienergebnisse als auch die entwickelten Gestaltungsansätze und Präventionsempfehlungen dargestellt.
Arbeitspaket 6: Wissenstransfer
Neben dem Praxishandbuch werden die Studienergebnisse aus dem Projekt in wissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert sowie auf Fachkongressen präsentiert.