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Online-Versorgungslotse für Menschen mit psychischen Erkrankungen
Das Forschungsprojekt „Online-Versorgungslotse für Menschen mit psychischen Erkrankungen – Navigating Mental Health Care (NaMeCa)“ wird seit dem 01.06.2025 am
Für Menschen mit psychischen Erkrankungen stehen viele verschiedene Unterstützungsangebote zur Verfügung (zum Beispiel Beratungsstellen, fachärztliche oder psychotherapeutische Angebote, Teilhabeberatung oder Fachkliniken); diese Vielfalt macht es aber auch schwer, das Hilfesystem zu überblicken. Häufig ist der Zugangsweg zu den Angeboten unbekannt und Hilfen, wie z.B. ambulante Psychotherapieplätze, sind zu wenig verfügbar. Dies kann zur Folge haben, dass Betroffene zu spät oder fehlversorgt und die Beschwerden chronisch werden können.
Das NaMeCa-Projekt zielt darauf ab, einen Online-Versorgungslotsen zu entwickeln, evaluieren und zu etablieren, der Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Zugehörige dabei unterstützt, passende Beratungs- und Behandlungsangebote zu finden und wahrzunehmen. Nach Abschluss der Projektlaufzeit soll der Online-Versorgungslotse kostenlos über die Website www.psychenet.de bereitgestellt und jährlich auf Aktualität überprüft und ggf. adaptiert werden, um eine langfristige und nachhaltige Nutzung zu ermöglichen.
Das dreijährige Forschungsprojekt ist in folgende Projektphasen unterteilt:
Zu Beginn erfolgt eine umfassende Bestandsanalyse, die die Erstellung einer Literaturübersicht (nationale und internationale Literatur) zu relevanten Projekten bestehender Orientierungshilfen zur Navigation durch das Hilfesystem umfasst. Darauf aufbauend folgt eine Bedarfsanalyse, die mithilfe eines Mixed-Methods-Ansatzes umgesetzt wird. Bei der Bedarfsanalyse interessieren inhaltliche (z.B. spezifische Hilfsangebote) und technische Bedarfe (z.B. Suchfunktion, KI-Anwendungen) sowie für die Versorgung relevante Barrieren für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Im Rahmen der quantitativen Bedarfsanalyse findet eine Online-Querschnittserhebung statt, die sich an Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Zugehörige (z.B. Familienangehörige, Partner:innen, Freund:innen) richtet. Ergänzend werden bei der qualitativen Bedarfsanalyse semistrukturierte Interviews mit Betroffenen, Zugehörigen sowie Stakeholdern aus der psychosozialen Versorgung (z.B. Behandler:innen, Sozialarbeiter:innen, Berater:innen) geführt.
Auf Grundlage der Bestands- und Bedarfsanalyse sowie unter Berücksichtigung aktueller Leitlinien zur Erstellung von Gesundheitsinformationen soll der Online-Versorgungslotse inhatlich entwickelt werden. Zusätzlich sollen Videos, Infografiken und sogenannte Erfahrungsberichte von Betroffenen erstellt werden, um Nutzende auch emotional anzusprechen und Mut zu machen. Beides wird dann im Rahmen der technischen Umsetzung auf der Website Psychenet.de implementiert. Anschließend folgt eine Pilotierungsphase, in der die vorläufige Version im Rahmen von Fokusgruppen von Betroffenen, Zugehörien und Stakeholdern getestet, mittels standardisiertem Feedbackbogen bewertet und entsprechend angepasst wird.
Zur Evaluation wird eine zweiarmige randomisiert-kontrollierte Studie durchgeführt. Neben der Interventionsgruppe kommt eine Wartekontrollgruppe zum Einsatz (verzögerter Zugriff auf den Online-Versorgungslotsen nach 26 Wochen). Nach der Baselinemessung erfolgen Messungen 6 sowie 26 Wochen nach Randomisierung.
Primärer Endpunkt:
Sekundäre Endpunkte:
Zusätzlich werden soziodemografische Variablen und Zufriedenheitswerte erhoben sowie laufend Nutzungsdaten der Websiteprotokollierung der Interventionsgruppe erfasst (z.B. Verweildauer).
Die Verbreitung der Projektergebnisse soll über die Netzwerke der Kooperationspartner:innen sowie über eigene Netzwerke, wissenschaftliche Publikationen und Konferenzteilnahmen realisiert werden.