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Am 3. und 4. Juni 2026 lud der Sonderforschungsbereich (SFB) 1648 „Neu auftretende Viren: Pathogenese, Struktur, Immunität“ Forschende, Kliniker:innen, politische Entscheidungsträger:innen, Wissenschaftskommunikatoren und die Öffentlichkeit zu seinem 2. Symposium mit dem Titel „The Science of Emerging Viruses: Chances and Challenges“ im Erika-Haus des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ein.
Das Symposium, das in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „One Health“ der
Die jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit Hantaviren, dem Ebola-Virus, der Vogelgrippe und anderen neu auftretenden Krankheitserregern haben erneut deutlich gemacht, wie wichtig es ist, zu verstehen, wie Viren entstehen, sich ausbreiten und welche Auswirkungen sie auf die Gesellschaft haben. Vor diesem Hintergrund befasste sich das Symposium mit den wissenschaftlichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, ethischen und politischen Dimensionen neu auftretender Infektionskrankheiten.
Im Laufe der zweitägigen Veranstaltung kristallisierten sich mehrere übergreifende Themen heraus:
Neu auftretende Viren machen keinen Halt vor Fachgrenzen. Eine wirksame Vorsorge erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Virologen, Klinikern, Epidemiologen, Ökologen, Sozialwissenschaftlern, Ökonomen, politischen Entscheidungsträgern und Experten für öffentliche Gesundheit.
Viele neu auftretende Krankheitserreger entstehen an der Schnittstelle zwischen Mensch, Tier und Umwelt. Das Verständnis dieser Zusammenhänge ist entscheidend, um Risiken frühzeitig zu erkennen und nachhaltige Präventionsstrategien zu entwickeln.
Die wissenschaftlichen Fortschritte, die während und nach der COVID-19-Pandemie erzielt wurden, haben unsere Fähigkeit, auf neu auftretende Bedrohungen zu reagieren, erheblich verbessert. Die Redner betonten jedoch wiederholt, dass die Vorsorge kontinuierliche Investitionen in Forschung, Überwachung, Infrastruktur und internationale Zusammenarbeit erfordert.
Ein immer wiederkehrendes Thema während des gesamten Symposiums war die Frage, wie die Gesellschaft von der Forschung an gefährlichen Krankheitserregern profitieren kann und gleichzeitig höchste Sicherheitsstandards gewährleistet werden. In den Diskussionen wurde die Bedeutung von Transparenz, verantwortungsvollem Handeln und dem Dialog zwischen Wissenschaftlern, politischen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit hervorgehoben.
Mehrere Redner:Innen betonten, dass wissenschaftlicher Fortschritt allein nicht ausreiche. Offene Kommunikation und die Einbindung der Öffentlichkeit seien nach wie vor unerlässlich, um Vertrauen aufzubauen und sicherzustellen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse wirksam in Entscheidungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit einfließen können.
In vier thematischen Sitzungen diskutierten führende Expert:innen aus Wissenschaft, Gesundheitswesen, Politik und internationalen Organisationen die Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit neu auftretenden viralen Bedrohungen.
Das Symposium begann mit einem Überblick über einige der drängendsten viralen Bedrohungen unserer Zeit.
Prof. Dr. Marion Koopmans
Prof. Dr. Marion Koopmans
Prof. Dr. Stephan Becker
Prof. Dr. Christian Drosten
Prof. Dr. Martin Beer
Im Mittelpunkt der zweiten Sitzung standen Strategien zur Prävention, Bekämpfung und Eindämmung von Viruserkrankungen. Dr. Maria Van Kerkhove (
Prof. Dr. Britta Siegmund
Prof. Dr. Britta Siegmund
Prof. Dr. Robert Thimme
Prof. Dr. Robert Thimme
Prof. Dr. Florian Klein
Prof. Dr. Florian Klein
Im Mittelpunkt der dritten Sitzung standen Katastrophenvorsorge und politische Maßnahmen.
Prof. Dr. Sébastien Calvignac-Spencer
Prof. Dr. Sébastien Calvignac-Spencer
Dr. Una Jakob
Dr. Una Jakob
In der abschließenden Sitzung wurde untersucht, wie Gesellschaften Bedrohungen durch Infektionskrankheiten wahrnehmen, darüber kommunizieren und darauf reagieren.
Dr. Sarah Eitze
Dr. Sarah Eitze
Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert
Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert
Silke Bellmann
Silke Bellmann
Dr. Michael Stolpe
Dr. Michael Stolpe
Ein besonderes Highlight des Symposiums war die öffentliche Abendveranstaltung „Gefährliche Viren, sichere Forschung – (K)ein Widerspruch?“, die die wissenschaftliche Debatte in einen direkten Dialog mit der Gesellschaft brachte. Im Anschluss an einen Grundsatzvortrag von Prof. Dr. Stephan Becker wurden in der Diskussion die Chancen, Risiken und Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit der Forschung an gefährlichen Krankheitserregern beleuchtet.
Unter der Moderation von
Prof. Dr. Stephan Becker
Prof. Dr. Stephan Becker
CRC1648 Symposium Podium Iken
CRC1648 Symposium Podium Iken
CRC1648 Symposium Podium
CRC1648 Symposium Podium
Gemeinsam erörterten sie, wie die Forschung zu Krankheitserregern mit schwerwiegenden Folgen die öffentliche Gesundheit fördern kann, während gleichzeitig höchste Standards in Bezug auf Sicherheit, Transparenz und gesellschaftliche Rechenschaftspflicht gewahrt bleiben. In der Diskussion wurde deutlich, wie wichtig es ist, auf die Bedenken der Öffentlichkeit offen einzugehen und die Vorteile und Risiken der Forschung auf transparente und verständliche Weise zu vermitteln.
Neben dem wissenschaftlichen Programm bot das Symposium zahlreiche Gelegenheiten zum Networking und zum Austausch. Forschende aus verschiedenen Disziplinen und in unterschiedlichen Karrierestufen tauschten Ideen aus, loteten Möglichkeiten der Zusammenarbeit aus und diskutierten zukünftige Richtungen für die aufstrebende Virusforschung. Das positive Feedback der Teilnehmer :innen unterstrich den Wert des interdisziplinären Dialogs und hob die Bedeutung der Schaffung von Räumen hervor, in denen Expert:innen aus verschiedenen Fachgebieten gemeinsam komplexe globale Herausforderungen angehen können.
Um das Symposium einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, werden in den kommenden Wochen Aufzeichnungen aller Vorträge auf der Website des CRC 1648 und auf dem YouTube-Kanal veröffentlicht.Die Videos werden nach und nach unten hinzugefügt, sobald sie verfügbar sind:
Das Symposium wurde von Prof. Dr. Marylyn Addo, Sprecherin des SFB 1648 „Neu auftretende Viren“;
Die Diskussionen während des Symposiums haben gezeigt, dass die Bewältigung neu auftretender viraler Bedrohungen nicht nur wissenschaftliche Exzellenz erfordert, sondern auch interdisziplinäre Zusammenarbeit, transparente Kommunikation und den Dialog mit der Gesellschaft.
Der SFB 1648 bedankt sich bei allen Referierenden, Teilnehmer:innen, Organisierenden und Partner:innen für ihren Beitrag zu zwei inspirierenden Tagen des wissenschaftlichen Austauschs.
Die Diskussionen des Symposiums werden über die Veranstaltung hinaus fortgesetzt: In den kommenden Monaten werden die aufgezeichneten Vorträge öffentlich zugänglich gemacht, und in Zusammenarbeit mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg wird ein Tagungsband veröffentlicht. Indem der SFB 1648 diese Diskussionen einem breiteren Publikum zugänglich macht, möchte es zu einem fundierten öffentlichen Dialog über neu auftretende Viren, Biosicherheit, Vorsorge und die Rolle der Wissenschaft in der Gesellschaft beitragen.
Wie auf dem Symposium wiederholt betont wurde, sind Transparenz und offene Kommunikation unerlässlich, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wissenschaft aufrechtzuerhalten – und gegebenenfalls wiederherzustellen.