Rechtliche Grundlage

    • § 87 HmbHG – Gleichstellungsbeauftragte

      (1) Die Hochschule wählt für drei Jahre die Gleichstellungsbeauftragte oder den Gleichstellungsbeauftragten der Hochschule und ihre beziehungsweise seine Stellvertreterin oder ihren beziehungsweise seinen Stellvertreter. Wählbar sind Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, Mitglieder des akademischen Personals sowie andere Personen, die einen Hochschulabschluss und geeignete berufliche Erfahrungen nachweisen können. Die oder der Gleichstellungsbeauftragte soll dem in der Gruppe der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer der Hochschule unterrepräsentierten Geschlecht angehören.

      (2) Der oder dem Gleichstellungsbeauftragten sind die für die Wahrnehmung ihrer oder seiner Aufgaben notwendigen Personal- und Sachmittel zur Verfügung zu stellen. Sie oder er ist von der dienstlichen Tätigkeit ohne Minderung der Bezüge oder des Arbeitsentgelts zu befreien, soweit es ihre oder seine Aufgaben erfordern.

      (3) Die oder der Gleichstellungsbeauftragte unterstützt die Hochschule bei allen Gleichstellungsmaßnahmen. Sie oder er wirkt insbesondere bei Struktur- und Personalentscheidungen sowie bei der Entwicklungsplanung der Hochschule mit. Sie oder er ist bei Richtlinien zur Gleichstellung und den Gleichstellungsplänen zu beteiligen. Sie oder er kann gegenüber allen Organen der Hochschule Stellung nehmen und Vorschläge machen. Sie oder er hat Rede- und Antragsrecht in allen Selbstverwaltungsgremien und ist wie ein Mitglied zu laden und zu informieren. Sie oder er hat bei der Einstellung von wissenschaftlichem Personal das Recht zur Einsicht in alle Bewerbungsunterlagen.

      (4) In der Universität Hamburg, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und der Technischen Universität Hamburg-Harburg kann für sechs Jahre eine hauptberufliche Gleichstellungsbeauftragte oder ein hauptberuflicher Gleichstellungsbeauftragter gewählt werden. Die Hochschule hat in diesem Fall die Stelle öffentlich auszuschreiben. Für die Gleichstellungsbeauftragte oder den Gleichstellungsbeauftragten wird ein privatrechtliches Dienstverhältnis begründet.

      (5) Ist eine den Gleichstellungsauftrag berührende Entscheidung eines Hochschulorgans gegen das schriftliche Votum der oder des Gleichstellungsbeauftragten getroffen worden, kann diese oder dieser innerhalb von einer Woche eine erneute Entscheidung verlangen (Widerspruch). Die erneute Entscheidung darf erst nach dem Versuch einer Einigung und frühestens eine Woche nach Einlegung des Widerspruchs getroffen werden. Der Widerspruch ist in derselben Angelegenheit nur einmal zulässig.

      (6) Mitglieder und Angehörige der Hochschule, die keine Beschäftigten der Hochschule sind, können sich in Fällen sexueller Belästigung an die Gleichstellungsbeauftragte oder den Gleichstellungsbeauftragten wenden.

      (7) Die Zuständigkeit der oder des Gleichstellungsbeauftragten erstreckt sich nicht auf die Angehörigen des Technischen, Bibliotheks- und Verwaltungspersonals. Sie oder er arbeitet vertrauensvoll mit der Frauenbeauftragten nach § 14 des Gleichstellungsgesetzes vom 19. März 1991 (HmbGVBl. S. 75), zuletzt geändert am 8. Juli 2014 (HmbGVBl. S.269, 281), zusammen.

      Hamburger Hochschulgesetz
    • § 19 Bundesgleichstellungsgesetz (BGleiG)

      (1) In jeder Dienststelle mit in der Regel mindestens 100 Beschäftigten werden eine Gleichstellungsbeauftragte und eine Stellvertreterin gewählt. Satz 1 gilt auch für oberste Bundesbehörden mit in der Regel weniger als 100 Beschäftigten. Die Wahl der Gleichstellungsbeauftragten und der Stellvertreterin findet in getrennten Wahlgängen nach Maßgabe der allgemeinen Wahlrechtsgrundsätze statt. Wiederwahlen sind zulässig. Wahlberechtigt und wählbar sind die weiblichen Beschäftigten der Dienststelle.

      Bundesgleichstellungsgesetz

  • Im Vertrag von Amsterdam wurde das Handlungsfeld Antidiskriminierung erstmalig verankert. In den Jahren 2000 bis 2004 wurden auf dieser Grundlage vier Gleichbehandlungs-Richtlinien erlassen:

    • Antirassismusrichtlinie (2000):
      Schaffung eines Rahmens zur Bekämpfung rassistisch motivierter Diskriminierungen oder jener, die wegen der ethnischen Herkunft erfolgt sind.
      Die Richtlinie zur Anwendung des Gleichbehandlungsgrundsatzes ohne Unterschied der Rasse oder der ethnischen Herkunft (2000/43/EG)
    • Rahmenrichtlinie der Beschäftigung (2000):
      Bekämpfung der Diskriminierung wegen der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung in Beschäftigung und Beruf zu schaffen.
      Die Richtlinie zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf (2000/78/EG)
    • Gender Richtlinie (2002):
      Verwirklichung des Grundsatzes derGleichbehandlung von Männern und Frauen hinsichtlich des Zugangs zur Beschäftigung, zur Berufsbildung und zum beruflichen Aufstieg sowie in Bezug auf die Arbeitsbedingungen
      Die Richtlinie zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichberechtigung von Frauen und Männern hinsichtlich des Zugangs zu Beschäftigung, Berufsbildung und beruflichem Aufstieg sowie in Bezug auf die Arbeitsbedingungen (2002/73/EG)
    • Gleichstellung der Geschlechter auch Außerhalb der Arbeitswelt (2004):
      Bekämpfung geschlechtsspezifischer Diskriminierungen beim Zugang zu und der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen dient die Richtlinie zur Gleichstellung der Geschlechter außerhalb der Arbeitswelt.
      Die Richtlinie zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Frauen und Männern beim Zugang zu und bei der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen (2004/113/EG)

    • Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
      • Artikel 1 (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
      • Artikel 3
        (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
        (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
        (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
    • Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
      Durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), in Kraft seit August 2006, wurden die vier oben genannten europäischen Richtlinien in nationales Recht umgesetzt. § 1 Ziel des Gesetzes „Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen“
    • Hochschulrahmengesetz (HRG)
      § 3 Gleichberechtigung von Frauen und Männern
      „Die Hochschulen fördern die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirken auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. Die Aufgaben und Mitwirkungsrechte der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen regelt das Landesrecht.“

    • Hamburgisches Hochschulgesetz (HmbHG)
      § 3 Gemeinsame Aufgaben der Hochschulen

      (4) Die Hochschulen stellen für ihre Mitglieder ein diskriminierungsfreies Studium beziehungsweise eine diskriminierungsfreie berufliche oder wissenschaftliche Tätigkeit sicher. […]
      (5) Die Hochschulen tragen zur Verwirklichung der Gleichstellung von Frauen und Männern und zur Erhöhung ihres jeweiligen Anteils in allen Bereichen bei, in denen sie jeweils unterrepräsentiert sind; dabei ist insbesondere einer bestehenden Unterrepräsentanz von Frauen entgegenzuwirken. Die Hochschulen wirken darauf hin, dass die insbesondere für weibliche Hochschulmitglieder bestehenden geschlechtsspezifischen Nachteile beseitigt werden. […]
      (7) Die Hochschulen wirken an der sozialen Förderung der Studierenden mit; sie berücksichtigen die besonderen Bedürfnisse von Studierenden mit Kindern. […]
      (8) Die Hochschulen berücksichtigen die besonderen Bedürfnisse von Studierenden mit Behinderungen. Sie fördern die Integration von Studierenden mit Behinderungen und ermöglichen für diese insbesondere beim Studium und bei den Prüfungen einen Nachteilsausgleich. […]
    • Hamburgisches Gleichstellungsgesetz (HmbGleiG)
      Zur Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern, der Vererinbarkeit von Beruf und Familie, dem Gleichstellungsplan und Gleichstellungsbeauftragten.
    • Hamburgisches Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (HmbGGbM)
      Zur Verpflichtung zur Gleichstellung und Barrierefreiheit, Vertretungsbefugnisse anerkannter Verbände und der Koordination für die Gleichstellung behinderter Menschen.

  • "Förderung der Gleichstellung wird als integraler und zentraler Bestandteil der Hochschulentwicklung begriffen."

    Gleichstellungsrichtlinie für den Wissenschaftsbereich der Universität Hamburg

  • Gleichstellungsplan des UKE

    3.3 Gleichstellungs- / Frauenförderplan der Medizinischen Fakultät für das wissenschaftliche Personal und die Studierenden
    Gemäß HmbHG ist für die Medizinische Fakultät des UKE ein – vom UKE-Kern unabhängiger und gesonderter – Gleichstellungs-/Frauenförderplan zu erstellen, der sich ausschließlich auf das im UKE tätige wissenschaftliche Personal bezieht und vom Fakultätsrat und dem Akademischen Senat zu beschließen ist.

    3.4 Gleichstellungsrelevante Ziele der Medizinischen Fakultät
    Zusammenfassend ergeben sich aus dem als Anlage B beigefügten Gleichstellungs- / Frauenförderplan folgende gleichstellungsrelevanten Ziele:

    • Umsetzung des Gender Mainstreamingansatzes in Lehre und Forschung;
    • Diversity-Management;
    • Erhöhung des Frauenanteils an Professuren und Habilitationen;
    • Erhöhung des Frauenanteils (wenn weniger als 50 %) in den Zentren mit zentrenspezifischen Fördermaßnahmen
    • Ausbau der Frauen- und Geschlechterforschung in der Medizinischen Fakultät.

    3.5 Gleichstellungsrelevante Maßnahmen der Medizinischen Fakultät
    Zusammenfassend ergeben sich aus dem als Anlage B beigefügten Gleichstellungs-/Frauenförderplan folgende gleichstellungsrelevanten Maßnahmen:

    • Maßnahmen zur Förderung des wissenschaftlichen Personals im Hinblick auf ein ausgeglicheneres Geschlechterverhältnis und Diversity-Aspekten im Hinblick auf Führungspositionen:
      • Fortsetzung des Anreizsystems zur Habilitation von Frauen – zusätzliche Ausgleichsstellen
      • Erhöhung der Forschungsleistungen von Frauen durch zusätzliche Forschungszeiten
      • Fortsetzung des Rahel Liebeschütz-Plaut Mentoring Programms
      • Zielgruppenspezifische Seminar- und Coachingangebote.
    • Ausbau der Genderkompetenz von Fach- und Führungskräften in Forschung, Lehre und Führung.
    • Begleitung von Berufungsverfahren und Stellenbesetzungen.
    • Etablierung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familienverantwortung:
      • Vertretung bei Mutterschutz und Elternzeit
      • Anreizsysteme zur früheren Rückkehr, z. B. Etablierung von Teilzeit in Elternzeit
      • Gefahrenbeurteilung von Arbeitsplätzen: Qualifiziert Arbeiten in der Schwangerschaft