Geschlechtergerechte Sprache

Um Gleichberechtigung und Gleichstellung auf allen Ebenen zu erreichen, ist eine geschlechtergerechte und diskriminierungsfreie Sprache eine geeignete Strategie. Der UKE-Vorstand hat einen entsprechenden Beschluss verabschiedet und empfiehlt gendersensibel zu schreiben und zu sprechen. Die Nutzung des Doppelpunktes dient der Inklusion aller Geschlechter. Die Schreibweisen entsprechen dem aktuellen Personenstandsrecht. Seit 2019 gibt es die Möglichkeit, dort männlich, weiblich oder divers als Geschlecht eintragen zu lassen sowie den Geschlechtseintrag offen zu lassen. Eine geschlechtergerechte Sprache kann dazu beitragen, dass möglicherweise vorhandene stereotype Rollenbilder abgeschafft werden und sich alle Menschen angesprochen fühlen und sichtbar werden. Für den Sprachgebrauch werden insbesondere der Gender-Doppelpunkt wie in Professor:innen oder neutrale Formulierungen wie Angestellte oder Studierende empfohlen.

Geschlechtergerechtes Schreiben und Sprechen erfordert die Bereitschaft umzudenken und etwas Kreativität im bewussten Umgang mit Formulierungen.

Die von einer Expert:innenkommission aus Mitgliedern verschiedener Fachrichtungen der Universität Hamburg erarbeiteten Empfehlungen liefern ausführliche Erklärungen und bilden die Grundsätze der geschlechtergerechten Sprache ab. Die bewusste Verwendung von Sprache ist wichtig um jegliche Diskriminierung zu vermeiden. Mehr dazu finden Sie unter Diversity und in unserem Alphabet der Vielfalt

Gender

Geschlechtergerechtigkeit ist wesentlich für Chancengleichheit und Gleichstellung. Eine große Herausforderung in diesem Zusammenhang besteht darin, dass das wissenschaftliche Potential von Frauen häufig nicht voll ausgeschöpft wird und weniger akademisch höhergradige Positionen mit Frauen besetzt sind.

So lag der Anteil von Frauen, die im Jahr 2016 das Studium im Bereich Human- oder Zahnmedizin an der Medizinischen Fakultät abschlossen bei 53%, der Anteil mit Promotion sogar bei 61% (vgl. 11.Gleichstellungsbericht [PNG | 22 KB] : 7; 11). Der Anteil von Frauen, die habilitierten lag demgegenüber allerdings nur bei etwa 31% (vgl. ebd.: 16). In Positionen der höheren Karrierestufen am UKE, z.B. den Professuren, liegt der Frauenanteil derzeit bei nur knapp 22% (Quelle: Medizinischer Fakultätsserive; Stand: Februar 2019).

Statistik

Prozentualer Anteil von Frauen in verschiedenen Phasen einer (zahn-)medizinischen und naturwissenschaftlichen Ausbildung und Karriere
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Prozentualer Anteil von Frauen
in verschiedenen Phasen einer (zahn-)medizinischen und naturwissenschaftlichen Ausbildung und Karriere an der Medizinischen Fakultät im Zeitraum 2014-2016 /S.47
Professorinnenanteil bundesweit
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Professorinnenanteil
bundesweit (in der Fächergruppe Humanmedizin/ Gesundheitswissenschaften) und an der Medizinischen Fakultät Hamburg in den Jahren 1997-2016 bundesweit / S.20
Neuberufungen
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Prozentualer Frauenantiel unter den Neuberufenen
pro Jahr im Zeitraum 1997-2016 an der Medizinsichen Fakultät Hamburg / S.24
  • Im Englischen wird zwischen dem biologischen Geschlecht ‚sex‘ und dem soziokulturellen Geschlecht ‚gender‘unterschieden (vgl. Gildemeister 2010: 137). Eine solche Abgrenzung ist in der deutschen Sprache nicht vorhanden, weshalb sich der Begriff Gender auch hierzulande durchgesetzt hat. Das Konzept des ‚doing gender‘ sieht Geschlecht als […] Ergebnis komplexer sozialer Prozesse […] (ebd.). Gender werde demnach immer und unvermeidbar durch jede menschliche Aktivität (re-)produziert. Das biologische Geschlecht werde durch eine Naturalisierung der Klassifikation des biologische Geschlechts in Alltag und Wissenschaft ebenfalls konstruiert.

    Gildemeister, Regine (2010). Doing Gender: Soziale Praktiken der Geschlechterunterscheidung. In: Becker Ruth und Beat Kortendiek (Hrsg.): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. S-137-145.
  • Ein Ziel der Gleichstellungsarbeit am UKE ist ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf den höheren Karrierestufen an der Medizinischen Fakultät zu erreichen. Hierfür unterstützen wir die strukturierte Karriereplanung zu Berufsbeginn, sowie eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere.

    Mehr dazu im Gleichstellungsplan des UKE .

  • ist eine Strategie, zur Herstellung von Gleichberechtigung der Geschlechter und gleichzeitig der Beseitigung von Ungleichheiten (vgl. Dobelhofer und Küng 2008: 45).
    Da Geschlecht nach dem Konzept des ‚doing gender‘ immer (re-)produziert wird, ist es hierfür notwendig auf die Unterschiede zuschauen, von denen die Geschlechter betroffen sind, um so Ungleichheiten aufzudecken und zu beseitigen. Eine beispielhafte Methode hierfür ist die Berücksichtigung des Geschlechterverhältnisses in Unternehmen.

    Dobelhofer, Doris und Zita Küng (2008). Gender Mainstreaming: Gleichstellungsmanagement als Erfolgsfaktor – das Praxisbuch. Heidelberg: Springer Medizin Verlag.

    Mit der Verabschiedung des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union am 1. Dezember 2009 verpflichtete sich die EU in zu Gender Mainstreaming:

    „Bei allen ihren Tätigkeiten wirkt die Union darauf hin, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern.“
    (Art. 8 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union)

    Auch auf Bundesebene verpflichtet sich Deutschland seit 1994 „die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern“ zu fördern und „auf die Beseitigung bestehender Nachteile“ hinzuwirken (Artikel 3, Absatz 2, Satz 2, Grundgesetz).
    Zur Umsetzung des Gender Mainstreaming in Deutschland bietet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Übersicht: Gleichstellung auf der Website des BMFSFJ .