Startseite des UKE?
13.06.2025 | Bilder: Inga Melzer und Laura Lehmann | Text: Laura Lehmann
Am 13.06.2025 wurden im Fritz-Schumacher-Hörsaal des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) erstmals gleich zwei herausragende Persönlichkeiten der deutschen Krebsforschung mit dem Wilhelm-Warner-Preis 2024 geehrt: Prof. Dr. med. Florian Lordick, Direktor der Klinik für Onkologie am Universitätsklinikum Leipzig sowie Leiter des Universitären Krebszentrums Leipzig (UCCL), und Prof. Dr. Martin Eilers, Inhaber des Lehrstuhls für Biochemie und Molekularbiologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Beide Preisträger erhielten ein Preisgeld in Höhe von jeweils 10.000 Euro.
Seit 1962 wird der Wilhelm-Warner-Preis jährlich an Wissenschaftler:innen verliehen, die sich auf dem Gebiet der Krebsforschung und Krebsbehandlung besondere Verdienste erworben haben. Die Stiftung geht auf den Hamburger Gastronom Wilhelm Warner zurück, der 1960 an einem Krebsleiden verstarb, und wurde im Jahr 1961 in Hamburg gegründet.
Prof. Dr. Florian Lordicks wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die klinische und translationale Forschung im Bereich der gastrointestinalen Onkologie. Sein großes Interesse gilt der multimodalen Behandlung von Magen-Darm-Krebs und der personalisierten Medizin. Seine Forschung wird von der Deutschen Krebshilfe, dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), der Europäischen Kommission und der International Cancer Foundation gefördert. Florian Lordick ist Autor und Co-Autor von mehr als 400 begutachteten Publikationen. Er war von 2019 bis 2022 Director of Education bei der European Society for Medical Oncology (ESMO) und Präsident der International Gastric Cancer Association (IGCA), 2018 bis 2020 Sprecher der EORTC Gastrointestinal Tract Cancer Working Group und 2014 bis 2018 Vorstandsmitglied der Deutschen Krebsgesellschaft. Prof. Lordick ist außerdem neu ernannter Chefherausgeber von ESMO Gastrointestinal Oncology.
Prof. Dr. Martin Eilers erforscht, wie aus einer normalen Körperzelle eine Krebszelle wird. Er untersucht dabei vor allem die Rolle der Myc-Proteine, die das Wachstum vieler humaner Tumoren antreiben. Myc-Proteine (Proto-Onkogene) regen in gesunden Zellen das Zellwachstum an und werden schnell wieder abgebaut. Durch Mutation werden sie in Onkogene umgewandelt. In Tumorzellen liegen Myc-Proteine dann in einer „Überdosis“ vor. Martin Eilers hat gemeinsam mit Kolleg:innen aufgedeckt, dass Myc-Proteine in Tumorzellen eine Verbindung mit einem weiteren Protein (Miz1) eingehen. Prof. Eilers ist seit 2015 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und bereits seit 2006 Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO). Seit Jahren zählt Prof. Eilers zu den international führenden Experten in der molekularen Onkologie und engagiert sich in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien für die translationale Forschung.
Foto (v.l.n.r.): Prof. Carsten Bokemeyer, Prof. Martin Eilers, Prof. Florian Lordick, Diana von der Goltz und Carl-Jan von der Goltz
„Meet the Pioneer“ mit den Fellows des Mildred-Scheel-Nachwuchszentrums (MSNZ)
Wie schon in den Vorjahren nahmen beide Preisträger vor der offiziellen Preisverleihung an einem „Meet the Pioneer“ mit den Fellows des Mildred-Scheel-Nachwuchszentrums (MSNZ) am UCC Hamburg teil. In persönlicher Atmosphäre hatten Forschende die Gelegenheit, sich mit den Preisträgern über aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen und Karrierewege auszutauschen. Das Format wurde mit großer Begeisterung aufgenommen und hinterließ bleibenden Eindruck bei allen Teilnehmer:innen.
Wir gratulieren den Preisträgern herzlich.
Das Hubertus Wald Tumorzentrum – Universitäres Cancer Center Hamburg (UCC Hamburg) vereint alle an Diagnostik, Therapie und Forschung beteiligten Kliniken und Institute innerhalb des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und arbeitet in Hamburg mit zahlreichen Partnern in Krankenversorgung und Wissenschaft zusammen.
Für Presseanfragen oder Meldungen für die Seite „Aktuelles“ wenden Sie sich bitte an unsere Referentin für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit:
Dipl.-Biol. Avin Hell, Referentin für Kommunikation
Telefon:
E-Mail: