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04.04.2025 | Bilder: Axel Kirchof | Text: Laura Lehmann
Das Multiple Myelom ist eine Krebserkrankung des Knochenmarks und die zweithäufigste hämatologische Neubildung mit etwa 7.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland. Der Morbus Waldenström zählt zu den seltenen niedrig-malignen Non-Hodgkin Lymphomen. Beide Erkrankungen zeichnen sich durch eine beispielhafte Innovation mit der Zulassung zahlreicher neuer Medikamente in den vergangenen zwei Dekaden aus, die sich direkt in eine deutlich verbesserte Prognose der betroffenen Patient:innen umgesetzt hat. Bei beiden bislang als unheilbar geltenden Erkrankungen steht man heute an der Schwelle zur Heilung. An diesen Entwicklungen bzw. an der Aufdeckung von krankheitsspezifischen Charakteristika, die diese Medikamentenentwicklungen möglich gemacht haben, waren die Kolleg:innen von der Harvard Medical School/Dana Farber Cancer Institute maßgeblich beteiligt. Zwischen den Arbeitsgruppen am UKE und den Kolleg:innen in Boston bestehen seit vielen Jahren ein enger wissenschaftlicher Austausch und gemeinsame Kooperationsprojekte.
Vor diesem Hintergrund fand am 4. April die Veranstaltung „Harvard meets UKE“ erstmals als Präsenzveranstaltung auf dem Campus des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) statt. Die Online-Seminarreihe besteht bereits seit 2021 und bietet zweimal jährlich einen Austausch mit Forscher:innen aus Harvard.
Zu Gast waren die renommierten Wissenschaftler:innen Prof. Irene Ghobrial, Prof. Nikhil C. Munshi, Prof. Kenneth C. Anderson und Prof. Steven P. Treon. Sie teilten ihre neuesten Erkenntnisse und Studien zum Multiplen Myelom und zum Morbus Waldenström. Schwerpunkte der Vorträge und Diskussionen waren das Smoldering Myelom als in Zukunft behandelbare Vorstufe der eigentlichen Myelomerkrankung, die Immuntherapien der neuen Generation und deren Einzug in die Myelombehandlung sowie die möglichen Wege zur Kuration.
Beim Morbus Waldenström stehen dank der Aufdeckung wesentlicher Erkrankungsmechanismen nun zielgerichtete Behandlungsalternativen zur Verfügung, die langfristige Erkrankungskontrollen ermöglichen. Anschließend präsentierte die Forschungsgruppe um Prof. Katja Weisel, stellv. Direktorin des UCC Hamburg, in Impulsvorträgen laufende wissenschaftliche Projekte aus Hamburg. Von Hamburg aus konnte zuletzt mit einer eigeninitiierten, akademischen Studie unter Sponsorschaft des UKE die Erkrankung von sog. Hochrisiko-Patient:innen mit Multiplem Myelom nachhaltig verbessert werden. Dr. Lisa Leypoldt, die die Ergebnisse präsentierte, konnte kürzlich im Rahmen eines von der Deutschen Krebshilfe geförderten Postdoktorandenstipendiums 2 Jahre in Boston grundlagenwissenschaftlich tätig sein.
Bereits am Vormittag konnten Nachwuchswissenschaftler:innen an einem „Meet the Speaker“-Event mit Prof. Irene Ghobrial und Prof. Nikhil Munshi teilnehmen. Medizinstudierende und Assistenzärzt:innen nutzten die Gelegenheit und stellten Fragen zu Forschungsaufenthalten an der Harvard Medical School, Tipps zur Vereinbarkeit der klinischen Karriere und Forschung sowie zur besten Vorbereitung für eine Karriere in der Wissenschaft.
Unter dem Motto „Academic Research Across the Atlantic“ bot die Veranstaltung eine hervorragende Plattform für den Austausch mit den internationalen Expert:innen sowie der Intensivierung der bereits bestehenden Forschungskooperationen. Wir bedanken uns für den erfolgreichen Wissensaustausch und freuen uns darauf, die Gäst:innen aus Harvard auch in Zukunft wieder in Hamburg begrüßen zu dürfen.
Dr. Christopher Patterson, Dr. Lisa Leypoldt, Prof. Nikhil C. Munshi, Prof. Carsten Bokemeyer, Prof. Kenneth C. Anderson, Prof. Katja Weisel, Prof. Steven P. Treon
Gruppenbild (v.l.n.r.)
Eröffnungsworte Prof. Bokemeyer - Zahlreiche Besucher:innen im Erika-Haus, UKE
Das Hubertus Wald Tumorzentrum – Universitäres Cancer Center Hamburg (UCC Hamburg) vereint alle an Diagnostik, Therapie und Forschung beteiligten Kliniken und Institute innerhalb des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und arbeitet in Hamburg mit zahlreichen Partnern in Krankenversorgung und Wissenschaft zusammen.
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