Startseite des UKE?
Datum: 04.03.2026 | Text: Avin Hell | Bilder: Laura Lehmann
Initiiert und getragen von einem starken Bündnis aus Gesundheitsakteur:innen der Stadt stand die Aufklärung über Humane Papillomviren (HPV) und die Bedeutung der Impfung im Fokus. Ziel war es, die Öffentlichkeit für die Risiken einer HPV-Infektion zu sensibilisieren und insbesondere Jugendliche und ihre Eltern über die Möglichkeit der Krebsprävention durch Impfung zu informieren.
Jede 20. Krebserkrankung ist auf eine Infektion mit Humanen Papillomaviren zurückzuführen. HPV bezeichnet eine Virengruppe mit über 200 verschiedenen Arten. Einige dieser Viren werden durch Intimkontakte und Haut- sowie Schleimhautkontakt übertragen und gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen.
Fast jeder Mensch steckt sich im Laufe des Lebens mit dem Virus an, wobei die meisten Infektionen unbemerkt verlaufen, ohne Krankheitszeichen, und in der Regel ohne Folgen wieder ausheilen. Doch nicht immer gelingt es dem Körper, die Viren abzuwehren. Eine mögliche Folge einer Infektion kann beispielsweise Gebärmutterhals- oder Vaginalkrebs, Peniskrebs, Mund- und Rachenkrebs oder Feigwarzen im Intimbereich sein. Eine Impfung im Jugendalter schützt vor einer Infektion. Während bereits seit längerem Mädchen geimpft werden, gibt es seit 2018 auch eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut für Jungen.
Am 4. Februar starteten die Aktionswochen mit wöchentlichen Impfangeboten in den Hamburger Gesundheitsämtern und besonderen Impfterminen in den niedergelassenen Praxen.
Ein besonderer Höhepunkt war der HPV Awareness Day zum Abschluss am 4. März am UKE. Vor Ort informierten Expert:innen aus Medizin und Wissenschaft über aktuelle Erkenntnisse zu HPV-assoziierten Erkrankungen, Präventionsstrategien und Impfempfehlungen. Neben Fachvorträgen gab es niedrigschwellige Beratungs- und Impfangebote sowie die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Ärzt:innen und weiteren Fachkräften.
Mit einer gemeinsamen Aktion der Sozialbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung, der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung (ÄGGF e.V.), der Hamburger Krebsgesellschaft e.V., des Dysplasiezentrums am Krankenhaus Jerusalem, des Leibniz-Instituts für Virologie, des Selbsthilfe-Netzwerks Kopf-Hals-Mund-Krebs sowie weiterer Patient:innenvertretender des UCC Hamburg Netzwerks sollte auf die Impfdefizite aufmerksam gemacht werden.
Auch die Berufsverbände haben sich dieser Aktion verschrieben, deren Vorsitzende zum großen Teil persönlich vor Ort waren und ihr Engagement betonten. Beteiligt waren der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF), der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V., der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. Hamburg, die Deutsche Arbeitsgemeinschaft ambulant tätiger Ärztinnen und Ärzte für Infektionskrankheiten und HIV Medizin (dagnä) e.V., der Bundesverband der Deutschen Urologie e.V., der Hausärzteverband Hamburg e.V. sowie der Berufsverband der Niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte für Hämatologie und Medizinische Onkologie in Deutschland e.V.
Das Interesse war groß: Zahlreiche Besucher:innen nutzten die Gelegenheit, sich persönlich oder für ihre Kinder individuell beraten zu lassen und offene Fragen zur HPV-Impfung zu klären. Da der Termin in den Ferien lag, gab es auch ein besonderes Ferienprogramm für die Kinder mit Führungen im UKE.
Im wissenschaftlichen Teil gab es ein besonderes Highlight: Prof. (em.) Elisabeth Schwarz, ehemals Deutsches Krebsforschungszentrum, gab einen Rückblick über die Entdeckung des HP-Virus – sie hatte eng mit Nobelpreisträger Prof. Harald zur Hausen gearbeitet. Als Reaktion auf den Vortrag gab es standing ovations, so beeindruckt waren die Teilnehmenden von der Pionierforschungsarbeit. Abgerundet wurde der Tag mit einer Diskussionsrunde zu gesundheitspolitischen Themen. Damit setzte der Aktionstag ein deutliches Zeichen für interdisziplinäre Zusammenarbeit und gelebte Prävention in Hamburg.
Die HPV-Aktionswochen haben gezeigt, wie wirkungsvoll ein gemeinsames Engagement von Stadt, Wissenschaft, Gesundheitswesen und weiteren Partnern sein kann. Das UCC Hamburg und seine Kooperationspartner leisten damit einen Beitrag, um das Bewusstsein für HPV als vermeidbaren Krebsrisikofaktor nachhaltig zu stärken.
Das Hubertus Wald Tumorzentrum – Universitäres Cancer Center Hamburg (UCC Hamburg) vereint alle an Diagnostik, Therapie und Forschung beteiligten Kliniken und Institute innerhalb des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und arbeitet in Hamburg mit zahlreichen Partnern in Krankenversorgung und Wissenschaft zusammen.
Für Presseanfragen oder Meldungen für die Seite „Aktuelles“ wenden Sie sich bitte an unsere Referentin für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit:
Dipl.-Biol. Avin Hell, Referentin für Kommunikation
Telefon:
E-Mail: