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22.05.2025 | Bilder: Jan Pries | Text: Laura Lehmann
Seit 20 Jahren besteht das interaktive Informationsangebot „Nichtrauchen ist cool“ in Kooperationen mit Schulen aus Hamburg und Umgebung, um Jugendliche altersgerecht und wirkungsvoll zu erreichen. Das präventive Programm wird von Ärzt:innen der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE durchgeführt und vom DZSKJ wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Im Fokus stehen nicht nur die Suchtrisiken von Tabak, sondern auch die gravierenden gesundheitlichen Folgen.
Frühe Aufklärung schützt Gesundheit
Rauchen ist in Industrieländern laut des Instituts for Health Metrics and Evaluation weiterhin die führende Ursache für vorzeitige Sterblichkeit. In Deutschland versterben jährlich etwa 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Der Tabakkonsum ist allein bei Krebserkrankungen für ein Fünftel aller Neuerkrankungen verantwortlich. Ein weiteres Problem stellt das Vapen dar: Seit 2022 ist der Konsum von E-Zigaretten bei Kindern und Jugendlichen bedenklich angestiegen, sie sind inzwischen das am häufigsten genutzte Nikotinprodukt. „Viele Jugendliche unterschätzen die Risiken, die mit dem Rauchen und insbesondere Vapen verbunden sind. E-Zigaretten gelten fälschlicherweise als harmlose Alternative, dabei zeigen Studien, dass das Vapen häufig der Einstieg in das reguläre Zigarettenrauchen ist“, sagt Prof. Dr. Rainer Thomasius, Ärztlicher Leiter des DZSKJ.
Die vielen krebserregenden Stoffe, die im Tabak enthalten sind, können eine Vielzahl von Krebsarten auslösen. Aktuelle wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass insbesondere der gleichzeitige Konsum von Zigaretten und Vapes mit einem deutlich erhöhten Risiko für Lungenkrebs einhergeht. Dies verdeutlicht die Tragweite der Aufklärung und Prävention, insbesondere für die junge Generation, die durch den frühen Einstieg in das Rauchen einem erheblichen Risiko ausgesetzt ist
, sagt Prof. Dr. Carsten Bokemeyer, Direktor der II. Medizinischen Klinik des UKE und Leiter des UCC Hamburg.
Über 160 Schüler:innen aus Harburg und Bergedorf besuchten die Veranstaltung
Prof. Rainer Thomasius und Prof. Carsten Bokemeyer
(v.l.n.r.): Bibiana Barth, Prof. Rainer Thomasius, Andrea Lüdke, Prof. Carsten Bokemeyer, Alexandra von Rehlin-gen, Gerhard Delling
Eine Patientin von Dr. Christoph Schaefers stellt sich den Fragen der Schüler:innen
Nichtrauchen ist cool
Interview mit Gerhard Delling
Fragerunde mit Dr. Christoph Schaefers und den Schüler:innen
(v.l.n.r.): Alexandra von Rehlingen, Dr. Christoph Schaefers, PD Dr. Minna Voigtländer, Bibiana Barth, Prof. Rainer Thomasius, Prof. Carsten Bokemeyer, Gerhard Delling, PD Dr. Hans Klose, Dr. Sören Galow, Birte Lorenzen-Herrmann & Avin Hell
Rauchen ist Hauptursache für Krebs
Besonders betroffen ist die Lunge: Mit etwa 53.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Lungenkrebs die häufigste tabakbedingte Krebserkrankung. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) lassen sich bis zu 90 Prozent der Lungenkrebsfälle bei Männern und 75 Prozent bei Frauen direkt auf das Rauchen zurückführen. Aber auch bösartige Erkrankungen wie Kehlkopf-, Mundhöhlen-, Speiseröhren-, Blasen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs werden durch Tabakkonsum begünstigt.
„Nichtrauchen ist cool“
In den zweistündigen Aufklärungsveranstaltungen werden die Schüler:innen über die medizinischen Auswirkungen des Konsums von Tabak, E-Zigaretten sowie Shishas und die damit in Zusammenhang stehenden Umweltschäden informiert. Lernpsychologisch kommt neben den Informationen über kurz- und langfristige gesundheitliche Folgen des Rauchens der Social-Influence-Ansatz zum Tragen, indem der Einfluss rauchender Gleichaltriger sowie Vermarktungsstrategien der Anbieter thematisiert werden. Ergänzt wird die Veranstaltung durch einen Film, der Einblicke in die Behandlung und Krankheitsgeschichten von Patient:innen mit Lungenkrebs gibt. Die Wirksamkeit der Präventionsveranstaltung wurde wissenschaftlich durch das DZSKJ nachgewiesen. Es zeigte sich, dass Jugendliche, die an einer „Nichtrauchen ist cool“-Veranstaltung teilgenommen hatten, nur halb so häufig mit dem Rauchen angefangen haben wie in der vergleichbaren Kontrollgruppe.
Das Hubertus Wald Tumorzentrum – Universitäres Cancer Center Hamburg (UCC Hamburg) vereint alle an Diagnostik, Therapie und Forschung beteiligten Kliniken und Institute innerhalb des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und arbeitet in Hamburg mit zahlreichen Partnern in Krankenversorgung und Wissenschaft zusammen.
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